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Warum jetzt plötzlich alle die Insekten retten wollen

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Warum jetzt plötzlich alle die Insekten retten wollen

15. November 2017
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Wir wissen nicht alles über das Insektensterben. Aber genug, um sofort etwas dagegen zu tun. Der britische Umweltminister macht den Anfang.



Ein wenig lässt sich seine Entwicklung mit der eines Schmetterlings vergleichen: Die Metamorphose des britischen Umweltministers Michael Gove in den letzten Monaten hat aus einem strammen Konservativen einen Umweltadvokaten erster Güte gemacht. Es handelt sich um den Guardian-Kolumnisten George Monbiot (englisch, 2017) »Stück für Stück sagt er die Dinge, die ich seit Jahren von einem Umweltminister zu hören wünsche«, meint ein britischer Umweltaktivist. Für jemanden, der sich selbst noch vor Kurzem als »schüchtern grün« bezeichnete, blickt er auf eine überraschende Bilanz zurück. Nach nicht einmal einem Amtsjahr hat er:

Michael Gove ist seit Juni 2017 britischer Umweltminister. – Quelle: UK Parliament CC BY-SA
Jetzt scheint er warmgelaufen zu sein, um sich an die dicken Brocken zu wagen: Vergangene Woche hat Gove angekündigt, alle Pestizide verbieten zu wollen, die Bienen schaden. Die Debatte um das Insektensterben, die seit einigen Wochen durch die internationale Öffentlichkeit summt, scheint auch auf seinem Schreibtisch gelandet zu sein. Fast klingt es, als habe da ein Politiker tatsächlich handfeste Schlüsse aus wissenschaftlichen Erkenntnissen gezogen – »informed decision-making«, also »sachkundige politische Entscheidung«, heißt das im Fachjargon.

Dafür ist es auch höchste Zeit. Denn alles, was wir spätestens seit der Hier geht es zur Studie (englisch) »Krefelder Insektenstudie« über das Insektensterben wissen, und vor allem auch alles, was wir nicht darüber wissen, sollte uns in Alarmbereitschaft versetzen – und motivieren, schnell zu handeln. Wenn ein konservativer Politiker wie Michael Gove eine Kehrtwende einläutet, um das Überleben der Insekten zu sichern, stellt sich die Frage: Was hat ihn dazu bewogen – und wie kann seine »sachkundige politische Entscheidung« auch im Rest Europas und der Welt die Runde machen?

Titelbild: Unsplash / Boris Smokrovic - CC0

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