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Diese ex-obdachlose, HIV-positive, indianische Transsexuelle macht die Welt besser

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Reportage — 8 Minuten

Diese ex-obdachlose, HIV-positive, indianische Transsexuelle macht die Welt besser

8. Dezember 2017
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Nachdem sie angeschossen wurde, nahm Ruby Corado das Schmerzensgeld und baute damit einen Rückzugsort für Menschen wie sich selbst.



Maya Nicholsons Kopf wird gehalten von einer metallenen Apparatur: ein Ring um ihre Stirn, verbunden mit Streben, die auf ihren Schultern ruhen, 2 links, 2 rechts. Sie will ihre Geschichte erzählen und von dem Angriff, der dazu geführt hat, dass sie dieses Gestell tragen muss. Also geht sie voran in den Hinterhof der Casa Ruby, wo wir ungestört sitzen können.

Redebedarf: Maya Nicholson erzählt im Hinterhof der Casa Ruby ihre Geschichte. – Quelle: David Ehl copyright

Binnen 5 Jahren ist die Casa Ruby zu einer wichtigen Anlaufstelle für eine doppelt ausgegrenzte Gruppe in Washington, D.C. geworden: lesbische, schwule, bisexuelle, trans-, und intersexuelle Jolinde Hüchtker schreibt »von einem, der auszog, um ihr Geschlecht zu leben« LGBTI- Wohnungslose. In der Hauptstadt der Vereinigten Staaten sind pro 10.000 Einwohner 124 Was es bedeutet, in Deutschland obdachlos zu sein, habe ich einen Tag und eine Nacht erlebt und in einer Reportage aufgeschrieben wohnungslos – so viele wie kaum sonst wo in Amerika. Die offizielle Wohnungs- und Obdachlosenstatistik (englisch, 2016) der USA schlüsselt die Zahlen nur nach Bundesstaaten auf, hier liegt der winzige District of Columbia mit 8.350 Wohnungslosen (davon knapp 4% obdachlos) ziemlich weit vorne. Etwas mehr Vergleichbarkeit schafft eine Studie des Städtebündnisses »Covenant of Mayors« (englisch, 2016), in der Wohnungs- und Obdachlosigkeit in 32 der größten US-Städte verglichen wird. Mit einigem Abstand führt Washington, D.C. die Aufstellung an. Gleichzeitig ist die Unterbringungsquote Die Unterbringungsquote beziffert, wie viele Wohnungslose in öffentlichen oder privaten Unterkünften schlafen. Der Teil, der zu vollen 100% fehlt, sind die Obdachlosen, die ungeschützt auf der Straße leben. in Washington sehr hoch, nur knapp 4% müssen Wohnungslosen- und Obdachlosenstatistik der USA (englisch, 2016) auf der Straße schlafen. Der Rest ist in Unterkünften untergebracht, in denen entweder nur Männer oder nur Frauen leben. Solche Gruppen-Schlafstätten bieten keinen Rückzugsort bei Diskriminierung – und sind daher Die »Nationale Koaliton für Wohnungslose« über die besonders prekäre Situation für LGBT-Wohnungslose (englisch, 2007) für nicht-heterosexuelle Menschen noch ungemütlicher als ohnehin schon. Dazu kommt, dass Factsheet zu LGBTI und Wohnungslosigkeit, herausgegeben von der Nationalen Allianz für ein Ende der Wohnungslosigkeit (englisch, 2007) LGBTI-Jugendliche wesentlich häufiger von Wohnungslosigkeit In einem Factsheet aus dem Jahr 2007 nennt die Nationale Allianz für ein Ende der Wohnungslosigkeit folgende Zahlen: Der Gesamtanteil an LGBTI-Jugendlichen in den USA liegt bei 10%, unter wohnungslosen Jugendlichen hingegen bei 20%. Demografisch ist der Anteil afroamerikanischer und indianischer Jugendlicher besonders hoch, viele kommen aus Haushalten mit geringem Einkommen. betroffen sind als heterosexuelle. Also hat sich die LGBTI-Community ihren eigenen Rückzugsort geschaffen.

Titelbild: flickr / Ted Eytan - CC BY-SA

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