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Diese »Big 5« sind nicht hollywoodtauglich

Für die Zukunft Afrikas sind sie trotzdem der Brüller.

12. Dezember 2017  12 Minuten

Vorab eine Warnung: Teile dieses Textes sind extrem langweilig – weil nicht alles, was wichtig ist, automatisch spannend und mitreißend wird. Zur Ablenkung gibt es im Text darum ein paar Überraschungen.

Wir schreiben das Jahr 2014 in Dakar, der Hauptstadt Senegals: Ich sitze in einem heruntergekommenen Bürogebäude in Hafennähe. Mir gegenüber sitzt der Leiter der Fischereidirektion. Wir sprechen über Fischereipolitik, Lizenzen und internationale Abkommen. Als ich mir das Tonband später noch einmal anhöre, muss ich aufpassen, dass meine Gedanken nicht abschweifen. Interessant ist das alles nicht. Und schönes Bildmaterial gab die Gesprächssituation auch nicht her.

Was mir aber durch das Gespräch klar wird: In diesem heruntergekommenen, unscheinbaren Gebäude in Dakar und den Büros angestaubter Bürokraten entscheidet sich die wirtschaftliche Zukunft des afrikanischen Landes. Denn die Fischerei ist einer der größten Arbeitgeber Senegals und Millionen von Menschen sind auf Fische als Eiweißlieferanten angewiesen. Was die Menschen in allen 54 Ländern Afrikas wirklich weiterbringt, wird in den meisten Fällen auf langweiligen Fachkonferenzen und in den Büros unscheinbarer Behörden entschieden. Entscheidungen über die Änderung eines Gesetzesparagraphen, die Einführung einer neuen Registrierung für Kleinfischer, die Einberufung eines internationalen Gremiums zur Bewertung der Fischbestände. Anders formuliert: »Mehr Bürokratie« ist in vielen Fällen das beste Entwicklungshilfe-Rezept. Diese Erkenntnis ist nicht ganz neu

Mit Illustrationen von Karolin Ohrnberger für Perspective Daily

von Peter Dörrie 

Es kann arrogant wirken, als Wohlstandskind die Frage zu stellen, warum es auf der Welt immer noch Krieg und Armut gibt. Zu einfach entsteht der Eindruck, man habe selbst alle Antworten parat. Als Entwicklungs-, Friedens- und Konfliktforscher findet Peter die Frage dennoch wichtig. Denn er geht immer davon aus, dass es mehr als eine Wahrheit gibt und die eigene am wenigsten zählt. Sein besonderes Interesse gilt Afrika. In 12 Ländern des Kontinents hat er bereits recherchiert.

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