Kommentar 

Merkel muss weg – aber erst in 2 Jahren

Wenn die nächste GroKo schon in der Sache wenig innovativ ist, muss der frische Wind eben aus dem Kanzleramt kommen.

23. Januar 2018  4 Minuten

Hat die SPD den Mut für einen großen politischen Schritt? Das war »Spiegel«-Journalistin Christiane Hoffmann sprach in der Talksendung Anne Will vom 21. Januar 2018 über die 2 Definitionen des Muts in der SPD die entscheidende Frage des Sonderparteitags. Allerdings bedeutete Mut für die einen, der greifbar nahen Regierungsbeteiligung zu widerstehen und sich in der Opposition neu zu formieren.

Für die anderen bedeutete Mut, nun doch mit CDU und CSU über eine neue Große Koalition zu verhandeln, nachdem Parteichef und Wahlverlierer Martin Schulz diese Neuauflage noch am Wahlabend ausgeschlossen hatte. Auf einem emotionalen Parteitag »Spiegel Online« zum SPD-Parteitag in Bonn (2018) entschieden die Delegierten mit knapper Mehrheit: Die Groko-Version von Mut hat sich durchgesetzt.

(Er-)Bauer: Martin Schulz will in der Groko einen »neuen Aufbruch für Europa« vorantreiben. – Quelle: wikicommons CC BY-SA

Dabei steckt nur wenig Mut in dem Sondierungspapier, das Martin Schulz, Andrea Nahles und der restliche Vorstand den Genossen als Erfolg verkaufen mussten: Als stünde Groko für »grottige Kompromisse«, hatten die Verhandler um der lieben Einigung willen fast alle kühnen Visionen beerdigt.

Titelbild: wikicommons - CC BY-SA

von David Ehl 

Wenn Zugvögel im Schwarm fliegen, beeinflusst jedes einzelne Tier die Richtung aller - das hat David bei einer Recherche gelernt. Sonst berichtet er eher über Menschen, stellt sich dabei aber eine ganz ähnliche Frage: Welche Rolle spielt der einzelne Wähler und Verbraucher, welchen Einfluss hat jeder von uns auf die Gesellschaft? David recherchiert gerne unterwegs, studiert hat er Musikmanagement, Englisch und Journalismus.

Themen:  Demokratie   Politik   Deutschland  

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