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Überwachen die Maschinen bald jeden deiner Schritte?

7. März 2018
Themen:

Um dich zu schützen, reichen ein Aufkleber und eine Spraydose.



Regen prasselt dir ins Gesicht. Du schlägst deinen Mantelkragen hoch und stapfst weiter den Bürgersteig entlang. Durch den Nebel erkennst du das rote Blinken von Überwachungsdrohnen, Als Drohnen werden unbemannte Fluggeräte bezeichnet. Gesteuert werden Drohnen entweder von Menschen aus der Ferne oder zunehmend auch von automatischen Programmen. Drohnen gibt es als Spielzeug zu kaufen, ihre großen Geschwister werden aber bereits in Kriegen eingesetzt. die ununterbrochen über den Dächern deiner Stadt kreisen. Die Roboter haben die Kontrolle übernommen. Die Menschen waren einfach nicht in der Lage, sich politisch zu organisieren. So machten die Roboter kurzen Prozess, übernahmen die Kontrolle und verbannten Menschen aus allen Entscheidungspositionen.

Doch du bist mit der neuen Politik nicht einverstanden und hast dich mit Gleichgesinnten vernetzt. Ihr plant den Umsturz. Das rote Blinken macht dich so nervös, weil du etwas zu verbergen hast. Durch den Regenschleier kommt das Surren einer Drohne immer näher. Du spürst, wie ihre Kamera dein Gesicht abtastet. Hinter dich treten 2 Robocops Der Begriff »Robocop« geht auf einen Kultfilm aus den 1980er-Jahren zurück und bezeichnet Roboter, die als Polizisten eingesetzt werden. Anders als Überwachungsdrohnen sind solche selbsthandelnden Maschinen-Polizisten aktuell reine Science-Fiction. und ihre metallischen Stimmen lassen dich völlig synchron wissen: »Sie sind wegen revolutionärer Umtriebe verhaftet.«

Wie hättest du die Erkennung (ganz einfach) verhindern können?

Einfache Aufkleber überlisten die Bilderkennung

Dieser Aufkleber trickste die Maschinen aus. – Quelle: Unsplash / John-Paul Joseph Henry (verändert) CC0

Mit einem einfachen Aufkleber hättest du die Drohnen sehr wahrscheinlich austricksen können. Wissenschaftler bei Google Google wurde zunächst als Suchmaschine von Larry Page und Sergey Brin an der Stanford University entwickelt und ging 1997 online. Das Erfolgsmodell basiert auf einem schlichten Interface mit Werbung über Sponsorenlinks. Die offizielle Betaphase von Google lief bis 1999, im Jahr 2000 wurde Google zum Marktführer der Online-Suchmaschinen und entwickelt seitdem auch andere Software (etwa Gmail) und Hardware. haben ein Bild-Muster errechnet, das von Bilderkennungssoftware für einen Toaster gehalten wird. Wenn du dir also ein solches Muster als Aufkleber auf die Jacke klebst, Beschreibung des Vorgehens der Wissenschaftler bei Techcrunch (englisch, 2018) hätte die Kamera dich als ungefährlichen Toaster eingestuft und wäre einfach weitergeflogen.

Auch wenn die von Google entdeckte Lücke in der Bilderkennung mittlerweile behoben wurde, weist die Geschichte auf ein größeres Problem hin: Computer arbeiten mit statistischen Methoden und erkennen Objekte grundsätzlich anders als wir. Mit einem Blick auf ein bisher unbekanntes Objekt erkennen wir bereits definierende Eigenschaften. Mit ein paar Vergleichsobjekten können wir auch in Zukunft treffsicher ein Axolotl von einem Frosch oder einem Salamander unterscheiden – obwohl alle ähnliche Merkmale haben.

Titelbild: Goh Rhy Yan - CC0

 

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