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Was suchen Konzerne im Klassenzimmer?

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Was suchen Konzerne im Klassenzimmer?

9. März 2018
Themen:

Werbebotschaften bleiben bei Kindern besser hängen – vor allem, wenn Lehrer sie austeilen. Dabei geht es um mehr als nur Schokolade. Wer stellt sich den Unternehmen in den Weg?



Weihnachten – für den Handel Wir haben in der Redaktion einmal durchgerechnet, was man mit den 35 Milliarden, die die Deutschen zu Weihnachten ausgeben, so alles Sinnvolles anstellen könnte. die schönste Zeit des Jahres. Für einen Supermarkt in Hannover war das Grund genug, ein Freudenlied anstimmen zu lassen – Zum Teil wurden kritische Kommentare unter dem Facebook-Post des Marktes zu der Aktion nachträglich gelöscht. von Kindern während ihrer Schulzeit. Also sangen 70 Schüler einer Grundschule freudig und voller Eifer einen – leicht umgedichteten – Der komplette Songtext der REWE-Version von »Morgen, Kinder, wird’s was geben« Weihnachtsklassiker:

Ein Freudentag war es auch für den Förderverein der Grundschule – er wurde von REWE für die Aktion mit einem Scheck über 500 Euro entlohnt. Offiziell wurde nichts vergütet: Der REWE-Markt hatte schlicht 500 Euro darauf gewettet, dass die Schule es nicht schaffen würde, am 13.12.2017 um 12 Uhr seine Interpretation von »Morgen, Kinder, wird’s was geben« aufzuführen. Auf Anfrage teilte der Pressesprecher der REWE-Group dazu mit: »Bei der betreffenden ›Weihnachtswette‹ handelt es sich nicht um eine nationale Marketing-Aktion, sondern um eine individuelle Aktion eines einzelnen Marktverantwortlichen. Wir teilen selbstverständlich die Kritik an dieser Aktion. Wir entschuldigen uns stellvertretend dafür und haben Maßnahmen ergriffen, dass sich diese so nicht wiederholt.«

Ob Banner in der Turnhalle, gesponserte Schul- und Sportfeste oder neue Rechner im Computerraum – auf allen prangen Markennamen und Logos.

Das ist kein Einzelfall. Manch eine Schule lässt sich angesichts leerer kommunaler Kassen auf Zuwendungen aus der Privatwirtschaft ein, und das REWE-Lied ist dabei noch eine eher harmlose Variante. Ob Banner in der Turnhalle, gesponserte Schul- und Sportfeste oder neue Rechner im Computerraum – auf allen prangen Markennamen und Logos.

Der Vorteil für Firmen: Eine Zielgruppe von 11 Millionen jungen, Gesamtzahl der Schüler inklusive Berufsschulen (2016/17) unvoreingenommenen Konsumenten, die im Klassenzimmer als exklusivem Werberaum schon früh den eigenen Produkten und Diensten ausgesetzt werden können. Und diese Investition lohnt sich. An Kinder gerichtete Werbung wirkt so effektiv, dass bei ihnen nur 1/4 des Budgets von Erwachsenen veranschlagt werden muss, um denselben Werbeeffekt zu erzielen Bildung & Wissenschaft – »Wie Unternehmen um Schülerinnen und Schüler buhlen« (2015) wie bei Erwachsenen.

Ist die Schule bei diesem Trommelfeuer an Werbebotschaften noch ein neutraler Bildungsort?

Warum Werbung meist tabu ist, Sponsoring aber immer geht

Schule ist ein Schonraum für Kinder, an dem Werbeverbot herrscht und neutrale Bildung vermittelt wird. So definieren es die meisten Schulgesetze. »Product-Placement« und Coca-Cola-Werbebanner über der Tafel scheiden daher für Unternehmen erst einmal aus. Aber …

Titelbild: flickr / Chris Penny - CC BY-SA

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