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Wie verabschiedet man sich von einem Menschen, der nie am Leben teilgenommen hat?

Über Tot- und Fehlgeburten sprechen wir nicht. Doch betroffene Eltern brauchen Aufmerksamkeit. Eine Fotografin, eine Hebamme, eine Seelsorgerin und eine Bestatterin zeigen, wie das geht.

20. April 2018  11 Minuten

Um den Tod eines geliebten Menschen trauern wir zusammen mit Großeltern, Geschwistern und Freunden. Wir erinnern uns an schöne gemeinsame Momente, die uns zeigen: Der Mensch war da und hat am Leben teilgenommen. Doch wie können wir uns von einem Menschen verabschieden, den außer den eigenen Eltern niemand kennenlernen konnte?

Stirbt ein Kind bereits vor oder während der Geburt, stehen die Eltern plötzlich im leeren Kinderzimmer vor ungetragenen Stramplern; für sie wird jeder Gang zum Supermarkt zum Spießrutenlauf, vorbei an Nachbarn und dem freundlichen Kassierer. Sie alle haben den Bauch der werdenden Mutter über Monate wachsen sehen. Es gibt außer der Zeit der Schwangerschaft keine Erinnerungen oder Erlebnisse, keine gemeinsame Vergangenheit. Das macht es Angehörigen und Freunden schwerer, die Trauer nachzuvollziehen.

Was trauernden Eltern helfen würde, darüber habe ich mich mit einem Ehepaar unterhalten, dessen Tochter bereits im Mutterleib starb. Außerdem habe ich Menschen getroffen, die sie unterstützen: eine Hebamme und eine Seelsorgerin, eine Fotografin und eine Bestatterin.

Verstorbene Kinder werden in diesem Zusammenhang »Sternenkinder« genannt. Aber wer sind sie eigentlich?

Titelbild: Sigrid März - copyright

von Sigrid März 

Seit über 20 Jahren erforscht Sigrid März als Zell- und Molekularbiologin die »Lebenskleinstigkeiten« von Mensch und Tier. Neben- und freiberuflich schreibt sie aber auch über allgemeinere Themen aus den Lebenswissenschaften – und über das Leben.

Themen:  Deutschland   Glaube   Gesellschaft  

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