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Verwandeln wir unseren Müll bald in alles, was wir wollen?

Dubai will Milliarden Plastikteile drucken und in die Welt exportieren. Gleichzeitig erfindet eine Unternehmerin aus den USA die (fast) perfekte Recycling-Maschine. Wie grün wird die Zukunft des 3D-Drucks?

23. April 2018  7 Minuten

Weiße Wände, runde Ecken und blaue Fenster: Diesen Monat eröffnete in Dubai das erste gedruckte Büro der Welt. In traditionelle Gewänder gekleidete Männer stellten sich feierlich dem Blitzlichtgewitter und beglückwünschten sich dazu, einen Schritt in die Zukunft gegangen zu sein.

»Die Zukunft wird in allen Aspekten unseres Lebens von 3D-Druck-Technologien abhängen.« – Die offizielle Website der Dubai Future Foundation für 3D-Druck (englisch) Dubai Future Foundation

Die Eröffnung ist Teil von Dubais neuer Wie 3D-Druck schon heute funktioniert und die Industrie revolutioniert, erkläre ich in diesem Text 3D-Druck-Strategie.

Das Land von Scheich Mohammad bin Rashid Al-Maktoum hat die Zukunftstechnologie für sich entdeckt und will bis zum Jahr 2030 weltweit eine Führungsrolle einnehmen. Das Land will mit der 3D-Druck-Strategie die Kosten in diversen Fertigungsbereichen um 90% reduzieren, die Fertigungszeit um 80% und die nötige Arbeitskraft um 70%. 25% aller Gebäude der Hauptstadt Dubai – Die Wolkenkratzer-Pläne der Baufirma Cazza bei Constructionweekonline (englisch, 2017) auch Wolkenkratzer – sollen bis dann aus dem 3D-Drucker Die ambitionierten Ziele Dubais auf der Website der Dubai Future Foundation (englisch, 2018) stammen, samt den Möbeln darin. Zusätzlich will das Land 2,8 Milliarden Konsumprodukte wie Modeschmuck oder Spielzeug drucken und in die Welt exportieren. Das zeigt die Begeisterung des Landes für die Technologie und dass es mit dem Thema 3D-Druck weltweit langsam ernst wird. Natürlich sind solche Zahlen immer auch gute PR, reine Luftschlösser sind sie dennoch nicht: Was aus dem 3D-Drucker kommt, ist heute schon schnell, individuell und vor allem sehr günstig – und eben oft Andere Städte wollen Schluss mit Plastik machen. David Ehl hat die erste plastikfreie Stadt Großbritanniens besucht auch Plastik.

Was aber bedeutet das für die Umwelt, wenn die Vision aus Dubai wahr wird und wir bald in einer ausgedruckten Plastikwelt leben? Einer Welt, in der alles sofort nachproduziert werden kann und Reparaturen sinnlos werden?

»Kein Problem«, sagen Technik-Befürworter. Der 3D-Druck sei nicht nur nicht schädlich, Autor Robert Olson entzaubert die enthusiastischsten Versprechen von 3D-Druck als grüner Technologie (englisch, 2013) er werde die Umwelt sogar entlasten.

Das erste ausgedruckte Gebäude aus Dubai. Sieht so die Zukunft aus? – Quelle: Picture Alliance copyright

So hilft der 3D-Drucker der Umwelt

Keine Frage, damit am Ende ein ganzes Haus oder Büromöbel entsteht, verbraucht auch ein 3D-Drucker »3D-Druck« umfasst heutzutage viele unterschiedliche Verfahren der additiven Fertigung, bei der dreidimensionale Objekte Schicht um Schicht aufgebaut werden. Die Technologie steht im Gegensatz zu herkömmlichen Verfahren der Gussfertigung oder subtrahierender Fertigung, bei der Gegenstände aus Rohblöcken herausgeschnitten werden. Derzeit wird 3D-Druck vor allem in der Medizintechnik eingesetzt. Ressourcen und Energie. Nachwachsende Ein Beispiel für ein Kunstholz-Filament aus immerhin 40% Kokosnuss-Partikeln Rohstoffe wie Holz oder Pflanzenfasern lassen sich in den Druck-Düsen (noch) nicht ohne zusätzliches Plastik verarbeiten; die meisten Druckstoffe sind Kunststoffe und bestehen hauptsächlich aus fossilen Ressourcen. »Nachhaltig« oder »umweltschonend« klingt das erst mal nicht. Doch tatsächlich hat die Technologie gute Chancen, unsere heutige Industrie umweltschonender zu gestalten. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie des Öko-Instituts Das »Öko-Institut« ist ein unabhängiges Institut für angewandte Ökologie sowie eine europaweit arbeitende Forschungs- und Beratungseinrichtung. Es wurde im Jahr 1977 gegründet und berät seitdem Politik und Wirtschaft unter anderen bei den Themen Nachhaltigkeit und Ressourcenwirtschaft. im Auftrag des EU-Parlaments. Die Studie wurde von »Die Grünen/Europäische Freie Allianz« im EU-Parlament in Auftrag gegeben. Studienleiter war der deutsche Grünen-Politiker Reinhard Bütikofer. Und zwar so:

Mit Illustrationen von Tobias Kaiser für Perspective Daily

von Dirk Walbrühl 

Dirk ist ein Internetbewohner der ersten Generation. Ihn faszinieren die Möglichkeiten und die noch junge Kultur der digitalen Welt, mit all ihren Fallstricken. Als Germanist ist er sich sicher: Was wir heute posten und chatten, formt das, was wir morgen sein werden. Die Schnittstellen zu unserer Zukunft sind online.

Themen:  Nachhaltigkeit   Technik  

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