Wie lange lassen wir uns das noch gefallen?

Bürokraten haben heute in Europa das Sagen. Die Ideen dieser jungen Wilden sprengen das System.

5. Juni 2018  8 Minuten

95 Minuten – Video-Mitschnitt auf der Website der Europäischen Kommission (deutsch/polnisch) so lange dauert der Video-Mitschnitt eines »Bürgerdialogs«, den die Europäische Kommission Ende Mai in Frankfurt (Oder) organisiert hat. Es soll um die Zukunft Europas gehen. So funktionierte die Europawahl 2014 12 Monate vor der Europawahl 2019 will die Kommission, die ja so etwas wie die Regierung der EU ist, mit ihren Bürgern ins Gespräch kommen.

Will sie das wirklich? Knapp 500 Menschen haben das Video angeklickt. 500 von 511,8 Millionen EU-Bürgern. Dass viele von ihnen die unbeholfen-steife Inszenierung bis zum Ende durchgehalten haben: eher unwahrscheinlich. Es sind 95 Minuten Langeweile. Vielleicht muss man sich solche Veranstaltungen aber anschauen, um zu verstehen, warum das Interesse an den Europawahlen eher gering ausfällt.

Titelbild: Riley Mccullough - CC0

von Katharina Wiegmann 

Katharina interessiert sich dafür, was Gesellschaften bewegt. Sie hat da ein paar Fragen: Wer bestimmt die Regeln? Welche Ideen stehen im Wettstreit miteinander? Wie werden aus Konflikten Kompromisse? Einer Sache ist sie sich allerdings sicher: Nichts muss bleiben, wie es ist. Bei Perspective Daily schreibt sie über Menschen und Ideen, die den Status quo herausfordern. Katharina hat Politikwissenschaft und Philosophie in München und Prag studiert, inklusive kurzer Ausflüge in die Soziologie und Geschichtswissenschaft.

Themen:  Europa   EU-Politik   Aktivismus  

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