Kommentar 

Hört auf, Körper in der Werbung zu zeigen – sie machen niemanden glücklich!

Dick oder dünn, groß oder klein: »Körperpositive« Werbebotschaften versichern mir neuerdings, dass ich meinen Körper zu lieben habe. Doch Shampoo-Models mit Übergröße befreien uns nicht vom Schönheitswahn.

2. Juli 2018  6 Minuten

Wie würdest du deine Körperform beschreiben? Klein und rund? Groß und schlaksig? Oder bist du doch eher eine »Birne«? Wie auch immer du aussiehst, die Marke Dove hat die perfekte Seifenflasche für dich. Die sogenannten »body-shaped bottles«, also »körpergeformte Flaschen«, sollen eine klare Botschaft senden: Lasse dir dein Leben nicht vom Magerwahn vermiesen. Du bist schön – so wie du bist!

Endlich kann ich mich mit meinem Körper versöhnen! – Oder?

Diese Botschaft steht ganz im Zeichen des vielleicht heißesten Trends des Sommers: Body Positivity. Übersetzt also »Körper-Positivität«. In sozialen Medien steht der Trendbegriff Body Positivity für Selbstakzeptanz und die Liebe zum eigenen Körper. Die Body-Positivity-Bewegung ist aber deutlich älter als Instagram und Co.: Frauenrechtlerinnen in den USA prägten die Anfänge der aktivistischen Bewegung schon Ende der 1960er-Jahre. An der Kernforderung hat sich seitdem nichts geändert: Es geht noch immer darum, Menschen von Schönheitsdiktaten und unrealistischen Maßstäben zu befreien; Diskriminierung aufgrund des eigenen Aussehens wird angeprangert. Dabei geht es nicht nur um individuelle Erfahrungen, sondern auch um strukturelle Benachteiligung von allen nicht-normativen Körpern in der Öffentlichkeit und Arbeitswelt. Während mir die Werbung früher Öl gegen Dehnungsstreifen, Creme gegen Cellulite und Ingwer-Wasser zum Abnehmen verordnen wollte, treten

Titelbild: Steinar Engeland - CC0

von Marisa Uphoff 

Marisa Uphoff will Machtverhältnissen auf den Grund gehen und strukturelle Benachteiligung sichtbar machen. Für sie steht fest: Dafür brauchen wir mehr Gleichberechtigung! Aktuell studiert Marisa im Masterstudiengang Kulturpoetik der Literatur und Medien in Münster. Von April–Juli 2018 unterstützte sie die Redaktion von Perspective Daily als Praktikantin.

Themen:  Psychologie   Gesundheit   Gesellschaft  

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