Sieht so der Traum vom neuen Wohnen aus?

Landflucht, Einsamkeit, Gentrifizierung – dieses Minidorf löst unsere 3 großen Wohnprobleme.

Reportage - 3. August 2018  11 Minuten

Berlin ist die Hauptstadt der Freiheit, In dieser Kampagne wirbt Berlin für sich als »Hauptstadt der Freiheit« so sagt man. Wer zur Stoßzeit in der randvollen S7 steht, einen Aktenkoffer im Rücken und die Achselhöhle seines Nachbarn im Gesicht, spürt davon wenig. Es ist ein ganz normaler Montagmorgen. Mit dem kleinen Unterschied, dass ich heute nicht mit all den Aktenkoffern und Schwitzachseln aussteige, sondern sitzenbleibe. Heute mache ich das, was die meisten Berliner selten tun: Ich fahre nach (nein, nicht durch) Brandenburg, genauer gesagt zum Uferwerk in Werder an der Havel. Dort treffe ich Menschen, die die Hauptstadt der Freiheit bewusst verlassen haben – und zwar für immer.

In den vollen U-Bahn-Tunneln macht sich die Freiheit eher nicht bemerkbar. – Quelle: Hossam el-Hamalawy CC BY-SA

Als ich das Uferwerk nach einer Stunde Fahrt und 5 Minuten Fußweg erreiche, sehe ich erst mal eine Baustelle. Hinter Baggern und Bauzäunen ragen weiße Neubauten hervor. Dahinter befindet sich ein altes Fabrikgelände mit einem großen Hof, der sich zum Großen Zernsee hin öffnet.

Titelbild: Mirko Kubein - copyright

von Laura Kingston 

Laura Kingston ist Volontärin an der Electronic Media School in Potsdam und lebt in Berlin. Kolonialismus begegnet ihr nicht nur auf der Straße, sondern auch schon in ihrem Studium der Geschichte und Ethnologie in Hamburg. Der Kolonialismus ist in der Ethnologie ein wichtiges Thema, weil das Fach aus ihm entstanden ist. Damals hieß es noch Völkerkunde.

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