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Möchtest du eine Magensonde von jemandem gelegt bekommen, der das noch nie gemacht hat?

Die Milliarden von Gesundheitsminister Jens Spahn allein werden den Pflegenotstand nicht beenden. Diese 2 jungen Pflegerinnen wissen, was wir wirklich brauchen.

14. August 2018  10 Minuten

»Geh’ schon mal vor, ich komme gleich nach!«

Diesen Satz haben Karen Fahlbusch und Lina Sparla, beide Anfang 20, direkt zu Anfang ihrer Ausbildung zur Krankenpflegerin auf Station häufiger von ihren erfahreneren Kolleginnen gehört.

Das Problem: Meist kam niemand nach. »Dann musst du dich halt mit den Patienten irgendwie alleine durchkämpfen. Im besten Fall hast du dann aus dem Lehrbuch eine Idee, was zu tun ist«, erzählt Karen Fahlbusch.

Insgesamt fehlen in deutschen Krankenhäusern über 11.000 Pflege-Fachkräfte. Der Pflegenotstand trifft also nicht nur Senioren in Hier stelle ich ein Modell vor, das die Altenpflege revolutionieren kann Altenheimen hart. Auch die Patienten in Krankenhäusern sind vom Fachkräftemangel betroffen. Und mit ihnen die Menschen, die ihn künftig beheben sollen: die Pfleger von morgen, die sich trotz der widrigen Umstände für eine Ausbildung im Dienst an ihren Nächsten entscheiden.

Lina Sparla (24, links) und Karen Fahlbusch (21, rechts) berichten über ihre Ausbildungsbedingungen. – Quelle: Juliane Metzker copyright

Da es fast überall an helfenden Händen fehlt, müssen auf den Stationen schon Schüler wie fertig ausgebildete Fachkräfte ran. Der Sozialarbeiter und Pflegekritiker Ein Portrait von Claus Fussek anlässlich seines Ruhestandes im evangelischen Magazin »Chrismon« (2018) Claus Fussek fand für diesen Zustand im Interview mit dem Deutschlandfunk zuletzt drastische Worte: »Wir leisten uns die Perversität – ich nenne das so deutlich –, dass selbst Auszubildende verheizt und als Billigstarbeitskräfte Claus Fussek im Interview mit dem Deutschlandfunk (2018) genommen werden.«