»Als ich durch das Funkgerät die Stimmen hörte, wusste ich, dass so eine Rettung ganz einfach ist«

Diese jungen Leute kauften einen Fischkutter und retteten 14.000 Menschen vor dem Ertrinken. Jetzt wird gegen sie ermittelt.

Interview - 17. August 2018  13 Minuten

Die Jugend rettet niemanden mehr. Obwohl sie das sehr gern tun würde. Das gilt zumindest für das Team des Berliner Vereins Jugend Rettet, der ab Juli 2016 im Mittelmeer unterwegs war und über 14.000 Menschen auf der Flucht vor dem Ertrinken bewahrte. Vor einem Jahr wurde ihr Schiff Iuventa Die Organisation »Forensic Architecture« hat die Vorwürfe rekonstruiert von den italienischen Behörden festgesetzt, seitdem kann es nicht mehr auslaufen. Gegen einige Crew-Mitglieder ermittelt die italienische Staatsanwaltschaft. Der italienische Regisseur Michele Cinque hat die Seenotretter ein Jahr lang begleitet, seine Dokumentation Iuventa ist seit Anfang Juli im Kino zu sehen.

Wilko Beinlich (28) war als Offizier mit Jugend Rettet und der Iuventa unterwegs. Im Interview erzählt er, wie Seenotrettung funktioniert – und warum eine Gruppe von Schülern und Studierenden einen Job übernimmt, den eigentlich europäische Regierungen machen sollten.

Titelbild: Cesar Dezfuli - copyright

von Katharina Wiegmann 

Katharina interessiert sich dafür, was Gesellschaften bewegt. Sie hat da ein paar Fragen: Wer bestimmt die Regeln? Welche Ideen stehen im Wettstreit miteinander? Wie werden aus Konflikten Kompromisse? Einer Sache ist sie sich allerdings sicher: Nichts muss bleiben, wie es ist. Bei Perspective Daily schreibt sie über Menschen und Ideen, die den Status quo herausfordern. Katharina hat Politikwissenschaft und Philosophie in München und Prag studiert, inklusive kurzer Ausflüge in die Soziologie und Geschichtswissenschaft.

Themen:  Flucht   Europa   Aktivismus  

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