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»Kommt gut nach Hause!«

Syrienkrieg vorbei? Wer das glaubt, wird bald nach der Rückführung von Geflüchteten rufen. Syrien ist aber nach wie vor nicht sicher, weiß dieser Anwalt, der Assads Foltergefängnisse von innen kennt.

Interview - 23. August 2018  8 Minuten

Also haben wir das syrische Volk im Stich gelassen. Während wir gespalten sind, mit Fingern aufeinander zeigen und uns gegenseitig beschuldigen, zahlen sie mit ihrem Leben. Aus dem Exklusiv-Interview mit Kofi Annan im Guardian (englisch, 2014) Kofi Annan, Guardian-Interview 2014

Kofi Annan wird das Ende des Syrienkriegs nicht erleben. Der Friedensnobelpreisträger verstarb vergangenen Samstag im Alter von 80 Jahren. Seine letzte große Aufgabe sollte sein, den blutigen Krieg in Syrien ein Jahr nach dessen Ausbruch zu befrieden – doch er scheiterte. Im Jahr 2012 gab er das Amt als internationaler Sondergesandter auf, Mehr dazu, warum Kofi Annan schon nach 6 Monaten das Amt des Syrien-Sonderbeauftragten aufgab (2012) weil er damals nicht die Unterstützung vom UN-Sicherheitsrat bekam, die er eingefordert hatte.

6 Jahre tobt der Krieg seitdem weiter. Jetzt soll endlich Schluss sein und die Geflüchteten aus dem In- und Ausland zurückkehren. Lies hier den DW-Artikel »Russland fordert die Rückkehr der Geflüchteten, während der Krieg tobt« (englisch, 2018) Das propagiert allen voran Russland, der enge Verbündete des syrischen Regimes. Die Rückkehr vieler Syrer in den letzten Monaten, vornehmlich aus dem Nachbarland Libanon, Der russische Außenminister Lawrow sagt, dass Russland dem Libanon bei der Rückführung der Geflüchteten helfen wird (englisch, 2018) soll ihnen Recht geben. Der syrische Machthaber Baschar Al-Assad spricht von Aussöhnung und Begnadigung derer, die sich gegen seine Herrschaft erhoben haben. Dazu hat er sogar ein »Ministerium der Versöhnung« einrichten lassen. Das »Ministerium der Versöhnung« gibt es schon seit dem Jahr 2012 und Minister ist der Augenarzt Ali Haidar. Im Januar 2018 reiste er in den Libanon und sprach bereits damals über die Rückführung von Geflüchteten.

Titelbild: picture alliance/REUTERS - copyright

von Juliane Metzker 

Juliane schlägt den journalistischen Bogen zu Südwestasien und Nordafrika. Sie studierte Islamwissenschaften und arbeitete als freie Journalistin im Libanon. Durch die Konfrontation mit außereuropäischen Perspektiven ist ihr zurück in Deutschland klar geworden: Zwischen Münster und Beirut liegen gerade einmal 4.000 Kilometer. Das ist weniger Distanz als gedacht.

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