Nach diesem Text weißt du, ob du dir Steuertricks leisten kannst

Was Starbucks und Co. an Steuern sparen, zahlen wir alle obendrauf. Können diese 2 jungen Unternehmerinnen da mithalten?

29. August 2018  10 Minuten

»Es ist schon heftig, wie viel Steuern wir jetzt schon zahlen. Künftig wird das sogar noch ein ganzer Batzen mehr«, erzählt mir Nataly Hernández Martínez mit einem etwas gequälten Gesichtsausdruck.

Ich sitze im kleinen Café namens Manko Café und Workspace Manko Café + Workspace, das sie zusammen mit ihrer Freundin Luise Raven vor knapp einem Jahr gegründet hat. Sie haben sich ihren Traum von der Selbstständigkeit erfüllt, obwohl die Konkurrenz stark ist: In Düsseldorf mangelt es nicht gerade an Orten für ein gemütliches Heißgetränk. Von der schlicht-stilvollen Einrichtung mit selbstgebautem Tresen bis zu den Gerichten wie die »Superschüssel« mit regionalen Zutaten haben die beiden Ladenbesitzerinnen alles selbstgemacht.

Vergangenen Monat konnten sie zum ersten Mal 2 Mitarbeiter einstellen. »Noch schreiben wir natürlich keine schwarzen Zahlen, deswegen müssen wir erst mal nur Umsatzsteuer zahlen. Wenn wir eine bestimmte Grenze überschreiten, kommt noch die Gewerbesteuer dazu. Und auf unsere Gewinne müssen wir dann auch noch 15% Körperschaftssteuer zahlen«, berichtet Luise Raven. Für ein junges Unternehmen keine angenehme Aussicht.

Nataly Hernandéz Martínez (28) und Luise Raven (28) in ihrem Element – Quelle: Chris Vielhaus copyright

Wenn sie an die Starbucks-Filialen am Hauptbahnhof und in der Fußgängerzone denken, mischt sich ein Anflug von Zorn und Verachtung in den Blick der jungen Gründerinnen. »Wir kennen lokale Cafés, die sich durch ihre tolle Arbeit inzwischen mehrere Läden hier in Düsseldorf aufgebaut haben. Die zahlen ihre Abgaben so wie wir auf Heller und Pfennig. Die großen internationalen Ketten hingegen drücken sich doch, wo sie können«, sagt Luise Raven.

Titelbild: Tyler Nix -

von Chris Vielhaus 

Die Forderung nach sozialer Gerechtigkeit hat wenig Reibungspotenzial: Wer würde schon ernsthaft behaupten, für weniger Gerechtigkeit zu sein? Chris zeigt, wie das konkreter geht. Dafür hat er erst Politik und Geschichte studiert und dann als Berater gearbeitet. Er macht die Bremsklötze ausfindig, die bei der Gesundheitsversorgung, Chancengleichheit und Bildung im Weg liegen – und räumt sie aus dem Weg!

Themen:  Gerechtigkeit   Geld   EU-Politik  

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