Reist mit Verantwortung! Ein »Öko-Trip« an der Grenze zu Syrien

Sommerzeit ist Reisezeit, auch im Libanon. Trotz Krisen, Kriegen und Konflikten in der arabischen Welt will das Land mehr Touristen anlocken. Dabei zwingen Umweltprobleme und Klimawandel den Sektor, stärker auf einen verantwortungsvollen Tourismus zu setzen. In einem libanesischen Öko-Dorf will ich herausfinden, wie ich nachhaltig reisen kann.

Reportage - 29. August 2016  10 Minuten

Es ist 5 Uhr am Morgen. Draußen färbt sich der Himmel langsam von schwarz nach grau. Ein Hahn kräht. Ich wälze mich auf die andere Seite der dünnen Matratze, die auf dem harten Steinboden liegt. Er kräht erneut. Ich bin wach. In meinem Zimmer ist es stickig, obwohl neben der Eingangstür ein Ventilator surrt. Die ersten Sonnenstrahlen, die durch das kleine Fenster in der Lehmmauer fallen, beleuchten alte Becher, Espresso-Maschinen und anderen Nippes in den Regalen an der Wand. Daneben hängt ein schwarz-weißes Portrait. Es zeigt einen Mann mit orientalischem Tarbusch-Hut, wie er vor über hundert Jahren von den Osmanen getragen wurde.

»Leben wie vor hundert Jahren« ist der Leitsatz der »Ecolodge« Eine »Ecolodge« ist ein Ferienhaus, das aus nachhaltigen Baumaterialien errichtet ist und Strom aus erneuerbaren Energien bezieht. Meist liegen die Unterkünfte weit außerhalb von Städten in Wäldern. im Libanon, in der ich seit einem Tag Urlaub mache. Die Anlage befindet sich in Tanail, keine 15 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt. In dem Hostel können Reisende in 7 kleinen Lehmhütten für bis zu 5 Personen übernachten, inklusive Frühstück mit Produkten aus der Region. Jede Hütte besteht aus einem großen Raum und einem Bad. So ist das Wohnzimmer gleichzeitig auch Schlafzimmer und die Polster der ebenerdigen, traditionell arabischen Sitzcouch werden nachts zum Bett umfunktioniert. Bequem ist das nicht, aber nach Komfort habe ich in dem Öko-Dorf der libanesischen Umwelt-Organisation

Titelbild: Juliane Metzker - copyright

von Juliane Metzker 

Juliane schlägt den journalistischen Bogen zu Südwestasien und Nordafrika. Sie studierte Islamwissenschaften und arbeitete als freie Journalistin im Libanon. Durch die Konfrontation mit außereuropäischen Perspektiven ist ihr zurück in Deutschland klar geworden: Zwischen Münster und Beirut liegen gerade einmal 4.000 Kilometer. Das ist weniger Distanz als gedacht.

Themen:  Nachhaltigkeit   Arabische Welt   Klima  

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