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Kommentar 

Google macht in China gerade einen großen Fehler

Wenn Trump das nicht noch verhindert …

3. September 2018  6 Minuten

Beim Internetriesen Google Google wurde zunächst als Suchmaschine von Larry Page und Sergey Brin an der Stanford University entwickelt und ging 1997 online. Das Erfolgsmodell basiert auf einem schlichten Interface mit Werbung über Sponsorenlinks. Die offizielle Betaphase von Google lief bis 1999, im Jahr 2000 wurde Google zum Marktführer der Online-Suchmaschinen und entwickelt seitdem auch andere Software- (etwa Gmail) und Hardware-Lösungen.

Nach einer Umstrukturierung des Unternehmens im Jahr 2015 heißt die übergeordnete Holding nun Alphabet Inc. Die Onlinedienste werden aber weiterhin unter dem Namen Google als Subunternehmen geführt.
herrscht dicke Luft. 1.400 Mitarbeiter unterzeichneten bis Mitte August einen öffentlichen Protestbrief gegen die Pläne des Unternehmens, eine zensierte Google-Version in China auf den Markt zu bringen.

Eigentlich sollte davon noch keiner wissen. Der Artikel von The Intercept über »Dragonfly«, der alles ausgelöst hat (englisch, 2018) Doch dann kamen interne Dokumente ans Licht. Darin steht, dass der faktische Suchmaschinen-Monopolist Google bestimmt den Suchmaschinenmarkt mit einem Anteil von über 90%. Auch wenn es noch Konkurrenz gibt, wie Bing von Microsoft, kann diese mit Google kaum mithalten. schon seit einiger Zeit hinter verschlossenen Türen an zensierten Suchmaschinen für China arbeitet: Projektname »Dragonfly« (»Libelle«). Eindeutige Beweise dafür gibt es noch nicht. Die Aussagen der Insider in Kombination zeigen einen schlüssigen Projektablauf, an dem kaum noch Zweifel bestehen dürften. Auch wollten einige Google-Mitarbeiter den Konzern bereits aus Protest verlassen. In dem Projekt geht es also um eine Google-Variante für genau das Land, dem das Unternehmen im Jahr 2010 wegen totalitärer Zensur den Rücken zugekehrt hatte. Googles Mitgründer Sergey Brin sprach damals in einem Interview mit der New York Times von unzumutbaren »Kräften des Totalitarismus« und begründete damit Googles harte Position gegenüber dem chinesischen Staat.

Titelbild: Tobias Kaiser - copyright

von Dirk Walbrühl 

Dirk ist ein Internetbewohner der ersten Generation. Ihn faszinieren die Möglichkeiten und die noch junge Kultur der digitalen Welt, mit all ihren Fallstricken. Als Germanist ist er sich sicher: Was wir heute posten und chatten, formt das, was wir morgen sein werden. Die Schnittstellen zu unserer Zukunft sind online.

Themen:  Demokratie   Gesellschaft   Internet  

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