Zurück zum Artikel

Links zum Artikel

Interview 

Bei diesen Verbrechen sind Architekten die bessere Polizei

Wenn der Staat etwas zu verbergen hat, sind seine Ermittler befangen. Dann übernimmt das Team von »Forensic Architecture«.

25. Oktober 2018  12 Minuten

Der Architekt Eyal Weizman steht auf der Terrasse eines Hauses im Westjordanland. Die israelischen Siedlungen sind auf Hügeln über den palästinensischen Gebieten gebaut, von dort lässt sich das überblicken, was Weizman »The architecture of violence« (englisch, 2014) in einer Dokumentation für den Fernsehsender Al Jazeera die »Architektur der Besatzung« nennt.

Alles, was in diesem Panorama zu sehen ist, Bäume, Hügel, die gigantische Sperranlage, die mal Mauer, mal Zaun ist, sei ein taktisches Werkzeug und Teil dieser Architektur, erklärt Weizman dem Filmteam. Architektur sei hier langsame Gewalt – im Westjordanland schaffe sie eine Umgebung, die für Menschen nicht lebenswert sei.

Der gebürtige Israeli lebt heute in London. Im Jahr 2010 gründete er dort am Goldsmiths College der Universität London das Rechercheinstitut Forensic Architecture.

Der Gedanke dahinter: Wenn Verbrechen und Menschenrechtsverletzungen im Kontext von Architektur stattfinden, dann können Architekten auch etwas zu ihrer Aufklärung beitragen.

Titelbild: Forensic Architecture - copyright

von Katharina Wiegmann 

Katharina interessiert sich dafür, was Gesellschaften bewegt. Sie hat da ein paar Fragen: Wer bestimmt die Regeln? Welche Ideen stehen im Wettstreit miteinander? Wie werden aus Konflikten Kompromisse? Einer Sache ist sie sich allerdings sicher: Nichts muss bleiben, wie es ist. Katharina hat Politikwissenschaft und Philosophie in München und Prag studiert, inklusive kurzer Ausflüge in die Soziologie und Geschichtswissenschaft.

Themen:  Journalismus   Gesellschaft   Aktivismus  

Die Diskussionen sind leider nur für Mitglieder verfügbar.

Weitere Artikel für dich