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Interview 

Nächste Woche sind Midterm-Wahlen in den USA. Dieser Text bereitet dich darauf vor

Es gibt 3 Möglichkeiten, wie die Wahlen ausgehen. Das bedeuten sie für Trump, die USA und Europa.

31. Oktober 2018  8 Minuten

Fast auf den Tag genau 2 Jahre nachdem sie Donald Trump zum Präsidenten gewählt haben, dürfen US-Bürger in allen 50 Bundesstaaten wieder an die Urnen. Diesmal steht Trump nicht zur Wahl, und trotzdem ist jede Stimme für »rote« oder »blaue« Kandidaten, also Republikaner oder Demokraten, auch ein Signal an ihn. Aktuell sind beide Häuser im Kongress Der Kongress, also die Legislative der USA, setzt sich aus Repräsentantenhaus und Senat zusammen. Weiter unten im Text erkläre ich etwas genauer, was ihre jeweiligen Rollen sind. in der Hand der Republikaner – ob das auch so bleibt, entscheidet sich am 6. November.

Donald Trump hat in den Wochen vor der Wahl ein beachtliches Pensum an Wahlkampfauftritten hingelegt, um die Kandidaten seiner Partei zu unterstützen. Ich wollte wissen, wie viel wirklich für ihn auf dem Spiel steht und was das auch aus deutscher Sicht bedeutet. Also habe ich Tyson Barker angerufen, der von der Berliner Dependance des Aspen Institute, Im Jahr 1945 reiste der nach Chicago ausgewanderte Deutsche Walter Paepcke nach Aspen, Colorado. Er hatte die Vision, dort ein Tagungszentrum einzurichten. 5 Jahre später gründete er das Aspen Institute. Heute ist es laut Selbstbeschreibung eine »überparteiliche, private, nichtkommerzielle Denkfabrik, die die schwierigsten Fragen der aktuellen Politik untersucht«. Es finanziert sich durch Spenden. Seit dem Jahr 1971 gibt es einen Ableger in Berlin, der sich aus Spenden der Wirtschaft sowie den Etats mehrerer Bundesministerien trägt. einem renommierten US-amerikanischen Thinktank, auf die Politik seines Heimatlandes und die transatlantischen Beziehungen blickt.

Der Wahlkämpfer: Donald Trump in seinem Element, hier bei einer Wahlkampfveranstaltung 2016 – Quelle: Gage Skidmore

Was hat es mit Trumps Auftritten auf sich?

Trump hat zu den Midterms so viele Wahlkampfveranstaltungen absolviert wie schon lange kein US-Präsident mehr. Ist er plötzlich zum Parteisoldaten geworden oder geht es dabei um sein politisches Überleben?
Tyson Barker: Wenn er überhaupt Leidenschaft in der Politik hat, dann beim Gewinnen: Der euphorischste Moment, den Trump erfahren hat, war beim Wahlabend 2016, als er Hillary besiegt hat. Dabei geht es ihm nicht darum, dass er seine Ideen verwirklichen kann, sondern um ihn selbst. Und das ist auch der Grund, warum er jetzt so leidenschaftlich auftritt. Er sieht das wirklich als Sport.