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»Das Internet ist kaputt!«, sagt sein Erfinder

Mit diesen 2 Ideen können wir es reparieren. Vielleicht.

10. Dezember 2018  8 Minuten

Glaubst du, dass das Internet noch sicher ist?

Wenn deine Antwort »Nein« lautet, bist du nicht allein. In einer Umfrage des Pew-Forschungszentrums sagten Die Umfrage des Pew-Forschungszentrums zeigt die deutliche Verunsicherung der US-Amerikaner in Bezug auf das Internet (englisch, 2016) 91% der befragten US-Amerikaner, dass sie nicht glauben, dass ihre Daten im Netz noch sicher seien. Und gerade das Jahr 2018 zeigt, dass diese Unsicherheit mehr als nur ein Gefühl ist.

Anfang Dezember informierte die beliebte Das Quora-Datenleck in einer Nachricht bei CNN (englisch, 2018) Frage-und-Antwort-Website Quora 100 Millionen Nutzer darüber, dass ihre Daten gestohlen wurden. Quora gab an, dass es sich bei den gestohlenen Daten größtenteils um öffentliche Daten handele: etwa Votes, Fragen oder Antworten der Nutzer. Und das ist nur der jüngste Fall einer erschreckend langen Reihe von Datenskandalen, Was genau ein »Datenskandal« ist, wenn der Begriff in den Medien verwendet wird, wirkt oft schwammig. Generell versteht man darunter, dass private und sensible Daten der Nutzer (etwa Beziehungen, Wohnort, Zahlen) von unbefugten Dritten eingesehen und möglicherweise sogar kopiert wurden. Manchmal steht dahinter eine kriminelle Handlung, manchmal eine Softwarelücke oder sogar eine verantwortungslose Datenschutzpolitik des Unternehmens. die Unternehmen dieses Jahr heimsuchten: die Hotelkette Marriott, die Das Adidas-Datenleck bei Business Insider (englisch, 2018) Bekleidungsfirma Adidas, die Fluggesellschaft Delta Air Lines, Amazon und natürlich Hier erkläre ich dir Facebooks bisher größten Datenskandal durch das Unternehmen Cambridge Analytica (2018) immer wieder Facebook – um nur ein paar zu nennen.

Wohin die Daten verschwunden sind, weiß oft niemand. Und es geht um mehr als nur Klarnamen: So gelangen auch immer wieder Telefonnummern, Adressen, politische Gesinnung, Beziehungen, Vorlieben, Gewohnheiten und sogar Kreditkartendaten in die falschen Hände.

Doch nicht nur Hacker sind nicht immer böse. Maximilian Doré zeigt, wie sie dein Smartphone sicher machen Hacker und Kriminelle sind das Problem. Denn würden Unternehmen nicht sensibelste Daten sammeln und untereinander verschachern (nicht selten ohne Mitwissen der Kunden), gingen die bösen Jungs nämlich leer aus. Und was Regierungen und Geheimdienste mit genug Daten anstellen können, verriet Edward Snowden der Welt eindrucksvoll The Guardian erklärt den NSA-Skandal in Kurzfassung (englisch, 2013) im NSA-Skandal.

George Orwell bekäme heute beim Gedanken ans Internet wohl das Schaudern.

Aber was lässt sich tun, um dir, mir und allen Nutzern im Netz die Sicherheit zurückzugeben? Kurz gesagt, gibt es 2 vielversprechende Lösungswege dafür: neue Gesetze oder neue Technik.

Die 10 Gebote des Internets

Wenn überhaupt noch jemand Kontrolle über das Internet hat, dann wohl am ehesten die US-Tech-Gurus von Google, Facebook und Co. Jonathan Taplins Buch fasst zusammen, wie das Silicon Valley tickt und was dabei auf der Strecke bleibt (2017) aus dem kalifornischen Silicon Valley. Zumindest programmieren sie die Apps, die unsere Han Langeslag erklärt, wie für Unternehmen wie Google, Facebook und die meisten Medien unsere Aufmerksamkeit längst zur wichtigsten Handelsware geworden ist Aufmerksamkeit aufsaugen.

Und genau diese Unternehmen wollen US-Politiker nun mehr in die Verantwortung nehmen. Kein Wunder, denn in den USA ist das Internet ein Reizthema, seit herauskam, dass ein IT-Unternehmen fragwürdig erbeutete Daten von 50 Millionen Facebook-Profilen nutzte, um den letzten US-Wahlkampf im Jahr 2016 zu beeinflussen. Durch die Recherche von Journalisten des britischen Guardian und der New York Times kam Mitte März heraus, dass das britische IT-Unternehmen Cambridge Analytica Daten von 50 Millionen Facebook-Profilen nutzte, um den US-Wahlkampf im Jahr 2016 zu beeinflussen. Mit den Nutzerdaten wurden gezielt personalisierte Pro-Trump-Botschaften ausgeliefert, teilweise getarnt als vermeintlich unabhängige Informationen. Whistleblower Christopher Wylie bezeichnet dies als »Werkzeug der psychologischen Kriegsführung«. Ob die Kampagne tatsächlich Einfluss auf den knappen Ausgang der US-Präsidentschaftswahl hatte, ist bisher ungeklärt.

Den Großteil der Nutzerdaten sammelte in den Jahren 2014–2015 die App »thisisyourdigitallife« von Aleksandr Kogan. Der Assistenzprofessor aus Cambridge gab gegenüber Facebook an, er wolle die Daten zu wissenschaftlichen Zwecken nutzen. Tatsächlich verkaufte er die Daten für rund 800.000 US-Dollar an Cambridge Analytica. Das ist schlicht illegal. Ausgelesen und weiterverkauft wurden aber nicht nur die Daten der 270.000 Nutzer der App, sondern auch die Profile ihrer Facebook-Freunde – insgesamt 87 Millionen Nutzer, darunter auch 310.000 Deutsche.

Facebook wusste seit dem Jahr 2015 um den Datenskandal. Das Unternehmen sperrte den Zugang von Aleksandr Kogans Firma GSR und forderte Kogan und Cambridge Analytica auf, die gesammelten Daten zu löschen. Die Nutzer informierte Facebook aber nicht und überprüfte auch nicht, ob die Löschung wirklich umgesetzt wurde (was jedoch nicht passierte). Bei Facebook wollte man es wohl nicht allzu genau wissen; schließlich profitierte das Unternehmen von Drittanbieter-Apps wie »thisisyourdigitallife« mit 30% pro Verkauf im Store.

So veröffentlichte der demokratische Kongressabgeordnete für Kalifornien, Ro Khanna, im Oktober 2018 seinen Vorschlag Ro Khannas Vorschlag für eine »Internet Bill of Rights« (englisch, 2018) einer »Internet Bill of Rights« mit 10 Punkten. Natürlich 10 – so wie die Bill of Rights als 10 Ergänzungen zur US-Verfassung oder die christlichen Gebote. Und Ro Khannas Vorschläge klingen erst mal wünschenswert und richtig. Doch halten sie auch einem genaueren Blick stand?

Quelle: U.S. Congress/Eric Connolly gemeinfrei

Keine Lust, dich mit der »Internet Bill of Rights« im Detail auseinanderzusetzen? Dann klicke hier!

  1. Jeder Nutzer soll Zugang zu den Daten haben, die Unternehmen von ihm sammeln! Ähnliches ist in Deutschland schon so in der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) geregelt, die seit Mai 2018 in Kraft ist. Danach darf jeder Nutzer ein Unternehmen innerhalb von 30 Tagen zu einer Auskunft darüber zwingen, welche Daten es speichert. Für große Unternehmen ist das kein Problem – Websites wie Über diese Seite lassen sich leicht die Daten von großen Digitalunternehmen wie Google und Facebook abfragen (englisch) mydatarequest automatisieren und bündeln sogar die Anfragen von Nutzern. Für kleinere Start-ups können viele Anfragen auf einmal aber einen großen Aufwand darstellen, der von Hand erledigt werden muss.
  2. Ohne Zustimmung der Nutzer sollen keine persönlichen Daten gesammelt und mit Drittunternehmen geteilt werden! Hier liegt der Teufel in der Auslegung. Denn »keine Daten« würde eng gesehen auch den Namen eines Anrufers umfassen, etwa wenn ein Telefongespräch durchgestellt werden soll. Und gilt ein Notizzettel für den Chef schon als »gesammelt«? Solche Fälle müssten dann von Gerichten geklärt werden.
  3. Wenn es der Prozess zulässt, sollen Unternehmen das Löschen oder Ändern von Daten übernehmen, die sie von anderen Unternehmen erhalten haben! Ein schwer umsetzbarer Punkt. Denn in der Praxis hieße das sehr viel mehr Kommunikation unter Unternehmen bei jeder Nutzeränderung.
  4. Wenn ein Unternehmen ein Sicherheitsleck entdeckt, sollten Nutzer, deren Daten vielleicht betroffen sind, zeitnah benachrichtigt werden! Eine solide Forderung, da gerade Facebook und Co. solche Lecks gern unter den Tisch kehren. Hier müssen die Unternehmen tatsächlich zur Transparenz verpflichtet werden.
  5. Nutzer sollten die Möglichkeit haben, alle persönlichen Daten von einem Netzwerk zu einem anderen mitzunehmen! Das wäre natürlich bequem, doch die Übertragung von Daten ist in der Praxis gar nicht so leicht. Was etwa ist mit Chats und persönlichen Nachrichten? Unternehmen nutzen zur Datenspeicherung unterschiedliche Software und die ist nicht immer kompatibel. Und würdest du dich wirklich sicherer fühlen, wenn am Ende ein Praktikant per Hand deine Daten abtippt?
  6. Jeder Nutzer sollte das Internet nutzen können, ohne dass Internetanbieter Datenpakete bevorzugen oder benachteiligen: Dies trifft nur auf die USA zu, wo durch die Trump-Regierung Ende 2017 die »Netzneutralität« aufgehoben Hier erkläre ich, wie die Netzneutralität in den USA fiel und warum das deutschen Konzernen gefällt und eine 2-Klassen-Gesellschaft im Netz eingeführt wurde. Doch einigen EU-Konzernen gefällt das bereits. Denn so könnten sie Kunden nötigen, mehr für schnelles Internet zu bezahlen. Ein klarer Fall für den Gesetzgeber.
  7. Unternehmen sollten nur die Daten sammeln dürfen, die für ihre Angebote nötig sind oder deren Verarbeitung die Nutzer zusätzlich zugestimmt haben: Ähnliches wurde durch die DSGVO innerhalb der EU eingeführt. Das Ergebnis: Auf den meisten Internetseiten erschienen in den vergangenen Monaten Zustimmungsabfragen, die kaum jemand gelesen hat und noch weniger Nutzer durchschaut haben, bevor sie auf »Annehmen!« klickten. Fakt ist: Ohne leicht verständliche Aufschlüsselung scheitert dieses Recht an der Praxis und Bequemlichkeit von wohl 99% aller Nutzer.
  8. Nutzer sollten Zugang zu einer Auswahl an erschwinglichen Internetanbietern mit transparenten Preismodellen haben: Das klingt nett, verliert aber jeden Wert in der Formulierung. Denn was »erschwinglich« ist, kann für viele Menschen sehr unterschiedlich sein. Günstigere und transparentere Preismodelle sind immer wünschenswert – doch in der Praxis dürfte ein solches Recht kaum mehr als ein frommer Wunsch werden. Auch müsste hier in letzter Konsequenz der Staat einspringen, falls sich manche Modelle nicht in der freien Wirtschaft rentieren. Wenn schon der Staat in der Pflicht ist, wäre da aber noch viel mehr drin: Warum nicht gleich kostenloses Internet mit geringer Geschwindigkeit für alle?
  9. Nutzer sollten nicht aufgrund ihrer persönlichen Daten ausgenutzt oder diskriminiert werden: Das ist einleuchtend und schützt vor allem gesellschaftliche Minderheiten wie Menschen mit Behinderung oder LGBTQI-Personen. Aber was heißt dieses Recht konkret? Und warum reichen dafür die bestehenden Gesetze gegen Diskriminierung nicht aus? Da bleibt Ro Khanna eine Antwort schuldig.
  10. Nutzer sollten sich darauf verlassen können, dass Unternehmen, die Daten sammeln, dies mit verantwortungsvollen Geschäftsmodellen tun und die Privatsphäre der Nutzer schützen: Das letzte Gebot ist eine schöne Utopie, doch die Geschäftspraktiken mancher Unternehmen am Rand der Legalität sprechen eine andere Sprache. Letztendlich kann dem Nutzer die Verantwortung nicht abgenommen werden, sich über das Unternehmen zu informieren, dem er seine Daten anvertraut – frei nach dem Motto: Vertrauen ist gut, Recherche ist besser.

Du willst die »Internet Bill of Rights« doch lesen? Dann klicke hier!

Den vorgeschlagenen Rechten liegen die richtigen Ideen zugrunde – und doch kränkeln sie alle an denselben Stellen: Sie sind zu schwammig formuliert und lassen sich nur schwer mit der Praxis im Netz vereinbaren, geschweige denn in den USA durchsetzen. So wurde ein ähnlicher Vorstoß für mehr Konsumentenrechte von Ex-US-Präsident Barack Obama Die New York Times erzählt die Geschichte von Obamas »Consumer Privacy Bill of Rights« (englisch, 2016) aus dem Jahr 2016 im politischen Widerstand erstickt.

Also alles nur Schall und Rauch? Böse gesagt könnte man die »Internet Bill of Rights« für einen David Ehl erklärt, was nach den Midterm-Wahlen in den USA jetzt passiert Schnellschuss der US-Demokraten wegen der vergangenen Midterm-Wahlen halten. Im besten Fall sind sie eine Keine Angst vor Utopien! In meinem ersten Artikel für Perspective Daily erkläre ich dir, warum sie besser sind als Zynismus erstrebenswerte Utopie – und hohe Ziele sind nicht verkehrt. Das eigentliche Ziel, das Internet »sicherer« zu machen, erreichen diese vorgeschlagenen Rechte (erst mal) nicht.

Ein Glück, dass jemand Berühmtes schon an einer technischen Lösung arbeitet …

So will der Erfinder des World Wide Web das Internet retten

Quelle: Paul Clarke CC BY-SA

Wenn der Name Tim Berners-Lee im Netz fällt, dann bekommen Nerds Das Wort »Nerd« stammt aus dem US-amerikanischen Schul-Slang. Es bezeichnet ursprünglich einen »Sonderling«, meint mittlerweile aber eine Person, die sich sehr für spezielle Interessen begeistert und Wissen darüber angesammelt hat, z.B. Science Fiction, Computer, Rollenspiel. Ursprünglich war das Wort negativ gemeint und unterstellte solchen Personen soziale Defizite, wird heute von Nerds aber als Selbstbezeichnung oder Kompliment geführt. Dabei sind Nerds vor allem stolz auf die eigenen Kenntnisse und den Zusammenhalt der eigenen Subkultur, die sich häufig mit eigenen Vokabeln, sozialen Ereignissen und Fachwitzen von der Populärkultur und anderen Subkulturen abgrenzt.

Gängige Nerd-Klischees etwa sind: Brille, Interesse für Science Fiction, kleiner Freundeskreis, Fachidiotie, mangelndes Wissen über Sport und körperliche Unterlegenheit. Diese Klischees werden vor allem durch Filme, Romane und Serien aufrechterhalten, wie etwa in der US-Amerikanischen Sitcom Big Bang Theory. Sie sind vor allem eins: Fiktion.

Das Gegenteil von einem Nerd wäre ein »Noob« als Begriff für einen ahnungslosen, fachfremden Menschen außerhalb der Subkultur. Im englischen ist der Begriff Nerd noch eher negativ verwendet, während für die positiven Aspekte der Begriff »Geek« gebraucht wird. Dieser gilt als moderner und weltoffener, während der Nerd introvertierter und »sonderlicher« wirkt. Im Deutschen konnten sich diese Begriffe bisher aber nicht durchsetzen.
Gänsehaut. Denn der heute 63-jährige Informatiker gilt als der »Erfinder des Internets, wie wir es kennen«. Er erdachte die Tim Berners-Lees ursprünglicher Vorschlag für die HTML-Sprache (englisch, 1990) HTML-Sprache, auf der heute das World Wide Web basiert. Bereits im Jahr 2014 warnte er davor, dass das weltweite Netz nicht mehr frei und sicher für Nutzer sei. In seinen Augen sind es vor allem der Tim Berners-Lee forderte eine Magna Carta für das Internet (englisch, 2014) Datenhunger von Tech-Konzernen und die Kontrollwut der Regierungen, die seine Schöpfung bedrohen.

Ich will ein Netz, in dem ich nicht ausspioniert werde und in dem es keine Zensur gibt – Tim Berners-Lee

Seine Lösung: die Kontrolle über die Daten ganz in die Hände der Nutzer legen. Und der Informatiker handelte, pausierte seine Stelle am Massachusetts Institute of Technology, gründete eine Softwarefirma und entwickelte ein brandneues System namens Die Website von Solid Solid.

Dahinter verbirgt sich eine zentrale Schaltstelle für Internetnutzer. Jeder kann bei Solid eigene Datencontainer – sogenannte »Pods« – anlegen und in ihnen Daten wie Kalender, Adressen, Bankdaten, Gesundheitsinfos oder Fotos speichern. Und da diese nicht mehr auf Serverfarmen großer IT-Konzerne liegen, besitzt jeder Nutzer die absoluten Rechte über sie. Er darf auch entscheiden, wo er sie lagert: auf einem eigenen Server, bei Solid oder auf den Servern anderer Anbieter.

Statt auf jeder neuen Seite mit ellenlangen AGB zum Zustimmen erschlagen zu werden, kann jeder Nutzer in seinen Pods genau und einfach einstellen, wer was mit den Daten tun darf – etwa wenn ein Internetportal die Kreditkartennummer auslesen will. Und der Nutzer kann diese Rechte in seiner Schaltzentrale mit einem Klick jederzeit wieder entziehen.

Das klingt erst mal gut, doch noch hat Tim Berners-Lee ein Problem, seine Technik an den Mann zu bringen. Das Silicon Valley ist einfach nicht bereit, sich auf den dezentralen Datenspeicher in Nutzerhand einzulassen, denn zu viele Tech-Riesen machen heute mit Daten ihr Geld. Bevor also Google oder Facebook bei Solid anklopfen, dürfte wohl eher der Atlantik zufrieren. Doch ohne etablierte IT-Partnerunternehmen müssen Anwendungen für Pods erst neu und mühsam entwickelt werden – und ihre Nutzer finden.

Wir alle müssen das Internet retten

Weder 10 Gebote noch neue Technologien in Kinderschuhen können derzeit das Internet »sicher« machen. Aber sie zeigen immerhin, dass einige Politiker und Entwickler die Nutzer nicht den Konzernen, Geheimdiensten und Datendieben überlassen wollen.

Und sie haben noch einen anderen, verborgenen Wert: Sie bieten den Anlass, politisch und öffentlich über ein Thema zu diskutieren, das zu viele von uns heute nur als lästig ansehen: Datenschutz.

Weißt du wirklich, wo überall deine Kreditkartennummer gespeichert ist?

Wenn dadurch einige Nutzer wachgerüttelt werden und anfangen, Praktiken von Unternehmen zu hinterfragen, endlich ihre Laptop-Kameras abkleben und aufhören, Daten willkürlich ins Netz rauszuschleudern, dann haben Ro Khanna und Tim Berners-Lee schon jetzt etwas bewirkt – bis ihre Lösungen eines Tages im großen Stil greifen und das Netz für alle besser und sicherer machen.

Mit Illustrationen von Adrian Szymanski für Perspective Daily

von Dirk Walbrühl 

Dirk ist ein Internetbewohner der ersten Generation. Ihn faszinieren die Möglichkeiten und die noch junge Kultur der digitalen Welt, mit all ihren Fallstricken. Als Germanist ist er sich sicher: Was wir heute posten und chatten, formt das, was wir morgen sein werden. Die Schnittstellen zu unserer Zukunft sind online.

Themen:  Internet   Politik   Gesellschaft  

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