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Nach diesem Text siehst du jedes Video mit anderen Augen

Mit Deepfakes kann bald jeder dein Gesicht in jedes Video schneiden – egal ob Naziaufmarsch oder Porno. So können wir uns schützen.

15. Januar 2019  8 Minuten

Ich stehe auf einer Wiese und gebe RTL ein Interview. Darin mache ich Stimmung gegen das »bunte Deutschland« und verharmlose den Rechtsextremismus. Auf meinem T-Shirt prangt stolz das Logo eines NPD-nahen Medienportals. Dabei ist deutlich mein Gesicht zu sehen, auch wenn es etwas flackert. Keine Frage, so ein Video könnte mich beruflich und privat ganz schön in die Bredouille bringen.

Natürlich ist es ist eine Fälschung. Ich selbst habe sie angefertigt, mit einer sogenannten Deepfake-Software. »Deepfake« ist eine Wortschöpfung, die sich aus »Deep Learning«, einer Bezeichnung in der Informatik für moderne neuronale Netzwerk-Operationen, und dem englischen Wort »Fake«, das bezeichnet, was auf Deutsch so viel wie »Unwahrheit« oder »Schwindel« bedeutet, zusammensetzt. Mithilfe Künstliche neuronale Netzwerke können noch viel mehr. Hier erkläre ich dir, wie sie heute schon Übersetzer spielen moderner Algorithmen von Google und eines künstlichen neuronalen Netzes Künstliche neuronale Netzwerke simulieren die Struktur des menschlichen Gehirns, also Lagen aus Neuronen, welche jeweils Informationen an die nächste Lage weiterschicken. Im Gegensatz zu klassischen Methoden in der Informatik verändern neuronale Netzwerke mit jedem Einsatz selbstständig ihre Struktur – sie »lernen« dazu. Statt starrer Regeln beziehen sie Kontext und Erfahrungswerte mit ein. Das Netzwerk entwickelt sich selbstständig weiter und nirgendwo stehen die Regeln geschrieben, nach denen es arbeitet – ebenso wenig wie im Gehirn. Das macht es für Forscher schwierig zu verstehen, was dort tatsächlich passiert (Black Box).

Titelbild: Mahrael Boutros - CC0

von Dirk Walbrühl 

Dirk ist ein Internetbewohner der ersten Generation. Ihn faszinieren die Möglichkeiten und die noch junge Kultur der digitalen Welt, mit all ihren Fallstricken. Als Germanist ist er sich sicher: Was wir heute posten und chatten, formt das, was wir morgen sein werden. Die Schnittstellen zu unserer Zukunft sind online.

Themen:  Populismus   Psychologie   Internet  

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