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Diese neue Betrugsmasche im Netz musst du kennen

Du glaubst, du hast Spam im Griff? Das dachte dieser Handwerker auch – bis er selbst zum Opfer wurde. 2 Vorschläge, die dem neuesten Trojaner das Handwerk legen.

1. Februar 2019  8 Minuten

»Hören Sie, ich werde GAR NICHTS von Ihnen bezahlen! Und jetzt lassen Sie mich in Ruhe!«, donnerte es aus dem Telefon, bevor es laut am anderen Ende der Leitung klickte. Kevin Kubis war ganz schön verwirrt, als er den Hörer auflegte. Eigentlich war es bisher ein ganz normaler Wintertag in seiner Dortmunder Glaswerkstatt. Warum aber war die Frau am anderen Ende der Leitung bloß so aufgebracht und von welcher Zahlungsaufforderung sprach sie überhaupt? Da klingelte das Telefon schon wieder …

Und steht seit 8 langen Wochen nicht mehr still, bis heute.

»Anfangs waren es bis zu 800 Anrufe an einem Tag. Normalerweise hat der Glasdesigner nach eigenen Angaben 30–130 Telefonanfragen pro Tag. Und auch jetzt haben wir noch jeden Tag damit zu tun. Wir sind hier ja nur 2 Leute, da kommen wir hier teilweise zu nichts mehr. Das legt uns völlig lahm«, klagt der Chef des Familienunternehmens gestresst.

Zum Telefonterror muss Kubis täglich Hunderte böse E-Mails aus dem Unternehmenspostfach fischen. »Da stehen dann teilweise wüste Beschimpfungen und Drohungen drin. Sie würden uns anzeigen.« In vielen Mails geht es aktuell um angebliche Verkäufe bei David Ehl hat mit Einzelhändlern gesprochen, wie sie sich gegen den übermächtigen Konkurrenten Amazon behaupten Amazon – dabei hat Kubis dort noch nicht mal ein Konto, mit dem er Produkte anbieten kann. Trotzdem beschweren sich viele Menschen, die nie etwas bei dem Betrieb gekauft haben, über die vermeintliche Zahlungsaufforderung.

Und auch wenn der Glasdesigner sich die Zeit nimmt und geduldig erklärt, dass es sich um einen Irrtum handelt, verspüren manche, die sich beschweren, den Wunsch nach digitaler Vergeltung: »Es gibt viele Leute, die alles sofort in den falschen Hals kriegen. Die verstehen einfach nicht, dass wir damit nichts zu tun haben.« So hagelt es seit Wochen schlechte Bewertungen bei Facebook oder Google. Eine klare Rufschädgung, gegen die sich Kevin Kubis aber nur schwer wehren kann.

Dabei hat der Glasdesigner gar nichts falsch gemacht. Er selbst hat keine einzelne der falschen Zahlungsaufforderungen verschickt. Kriminelle haben die Daten von Kubis Unternehmen in eine gefälschte E-Mail eingebaut und die Opfer der Spamwelle »Spam« oder »Junk« nennt man auf elektronischem Weg übertragene Nachrichten, die dem Empfänger ohne Wunsch zugeschickt werden. Wie die klassischen Werbezettelchen im Briefkasten an der Haustür enthalten sie Werbebotschaften, im digitalen Briefkasten aber oft auch Links mit Betrugsabsicht oder Schadprogramme. lassen ihrem Unmut Kubis gegenüber freien Lauf.

So perfide ist der neue Supertrojaner, der dahintersteckt