Wenn sich nichts ändert, verdienen Frauen noch in 200 Jahren weniger als Männer. Dänemark hat eine Lösung

Deutschland hält sich für gleichberechtigt, dabei liegt der Gender-Pay-Gap über dem EU-Durchschnitt. Wie es einfach anders geht, machen die Dänen vor.

18. März 2019  8 Minuten

In den USA haben die Kickerinnen des Fußball-Nationalteams letzte Woche Klage eingereicht: Sie waren zwar 3 Mal Weltmeister und haben 4 olympische Goldmedaillen gewonnen, Hier berichtet der Deutschlandfunk über die Klage der Nationalspielerinnen (2019) verdienen aber nur einen Bruchteil der Gage ihrer (weitaus erfolgloseren) männlichen Kollegen.

Das Gefälle existiert nicht nur im Spitzensport: Unter anderem klagen gerade auch die weiblichen Angestellten der Unternehmen Google und Oracle gegen ungleiche Bezahlung. Der Software-Firma Oracle wird vorgeworfen, Frauen jahrelang »substanziell benachteiligt« und deutlich schlechter bezahlt zu haben als Männer, im Durchschnitt um 13.000 Dollar pro Jahr. Die Praxis sei »unmoralisch, unterdrückerisch, skrupellos und erniedrigend«, schreiben die Oracle-Mitarbeiterinnen in der Hier kannst du die Klageschrift im Original nachlesen (englisch, 2017) Klageschrift, die sie vor wenigen Wochen beim Superior Court im kalifornischen San Mateo eingereicht haben. Bei Google könnten sich an einer ähnlichen Klage mehr als 8.000 weibliche Angestellte beteiligen.

»Wenn die Gehaltskluft ein Mythos ist, dann sollten Firmen doch gar kein Problem damit haben, wenn Arbeitnehmer offenlegen, was sie verdienen.« – Alexandria Ocasio-Cortez

Für Oracle und Google kann das richtig teuer werden, vor allem, wenn sich die Hoffnung der Musterklägerinnen erfüllt und sich wirklich Tausende Kolleginnen anschließen.

Dazu braucht es zunächst einmal eines: Transparenz.

Titelbild: Sammie Vasquez - CC0

von Michaela Haas 

Michaela Haas wusste schon als Kind, dass sie entweder Reporterin oder Rennfahrerin werden wollte. Als sie mit 16 Jahren anfing, für den Lokalteil der »Süddeutschen Zeitung« zu schreiben, war die Sache entschieden. Sie ist Mitglied des »Solutions Journalism Network« und Autorin einer wöchentlichen Online-Lösungskolumne für das »SZ-Magazin«.

Themen:  Gesellschaft   Gerechtigkeit   Geld  

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