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Reportage 

Sollte man Klimaschutz den Profis überlassen?

Jetzt schließen sich auch die Wissenschaftler den Schülerprotesten an – und machen der Politik Feuer unter dem Hintern.

28. März 2019  10 Minuten

Ist er wütend? Nein, dafür ist er schon zu lange im Geschäft. Eher empört, verwundert, enttäuscht. Er sucht nach dem richtigen Wort, es liegt irgendwo dazwischen. Volker Quaschning sitzt in seinem Büro und spricht über die deutsche Klimapolitik. Vor der Tür breite, leere Flure. Es sind Semesterferien. Drinnen lehnt ein Solarmodul in der Ecke, ein halb geöffneter Adventskalender hängt an der Pinnwand, der Professor sitzt auf seinem Drehstuhl. Durch die großen Fenster im dritten Stock des ehemaligen Fabrikgebäudes dringt trotz des grauen Märzmorgens viel Licht in den kleinen Raum.

Der 49-Jährige ist seit 15 Jahren Hier geht es zu Volker Quaschnings ziemlich originellem Energiewende-Blog Professor für Regenerative Energiesysteme an der HTW Berlin. Er ist einer der bekanntesten Vertreter seines Faches, tritt immer wieder in den Nachrichten als Experte in Sachen Energiewende auf und ist Autor eines Standardwerks für Studierende.

Gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern hat Quaschning vor wenigen Tagen die Initiative Hier geht es zur Homepage der »Scientists for Future« »Scientists for Future« ins Leben gerufen. Eine Anlehnung an die streikenden Schüler von Die Proteste zeigen Felix Austen: Kinder sind beim Klima nicht Teil des Problems, sondern der Lösung »Fridays for Future«, die jeden Freitag für eine ambitionierte Klimapolitik auf die Straße gehen. Auch »Scientists for Future« fordert raschen und umfassenden Klimaschutz. Vor allem aber wollen die Forscher die junge Generation in ihrem Kampf unterstützen.