Diese Milliardäre kaufen den Urwald auf. Ist das seine Rettung?

Weil die Staaten beim Naturschutz versagen, nehmen es jetzt die Superreichen in die Hand.

PD Daily - 7. Mai 2019  4 Minuten

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Wir alle wollen Klima- und Artenschutz! Doch während wir in Deutschland über Kohleausstieg, CO2-Steuer und Tempolimits streiten, rattern Tausende Kilometer entfernt in den Regenwäldern die Kettensägen – und lassen unsere Bemühungen um den Klimaschutz ziemlich kleinlich erscheinen.

Denn auch im Jahr 2018 ging weltweit wieder eine Rekordfläche Der Verlust ist ähnlich hoch wie in den Jahren 2004, 2005, 2010, 2012 und 2014. 2016 und 2017 übersteigen diese Marke sogar noch, allerdings spielten in diesen Jahren Waldbrände eine große Rolle, für die der Mensch nicht direkt verantwortlich ist. natürlichen Urwalds verloren. Das zeigen neue Satellitenbild-Auswertungen der Organisation Hier geht es zur Homepage von Global Forest Watch (englisch) Global Forest Watch. Rund 36.000 Quadratkilometer weltweit – etwa die Fläche Baden-Württembergs – mussten im vergangenen Jahr Holzschlag oder Brandrodung weichen, um Platz für Rinderweiden, Palmöl- oder Sojaplantagen zu schaffen. Mit über 5.000 Quadratkilometern ist das Amazonas-Gebiet in Südamerika am stärksten betroffen.

Ohne den Regenwald wird es nichts mit dem Klimaschutz

Problematisch ist das vor allem aus 2 Gründen:

  1. Der Regenwald ist enorm wichtig für den CO2-Haushalt des Klimas. Einerseits sind in den Pflanzen und Böden des Waldes Unmengen CO2 gespeichert, die durch die Rodung in die Atmosphäre entweichen. Zusätzlich absorbieren die zum Teil uralten Waldriesen Jahr für Jahr große Mengen des Treibhausgases aus der Atmosphäre. Zum Vergleich: Während deutsche Kohlekraftwerke Daten des Fraunhofer Instituts ISE zum Deutschen Energiesystem (2017) knapp 160 Millionen Tonnen CO2 im Jahr ausstoßen, bindet allein der Amazonas-Regenwald in derselben Zeit Das berichtete der »Spiegel« (2015) rund 400–650 Millionen Tonnen (Stand 2015). In seinen Stämmen und Blättern schlummern zusätzlich rund 150–200 Milliarden Tonnen CO2. Bisher nahm der Wald mehr CO2 auf, als durch die Waldrodung entweicht. Doch seit Kurzem übersteigen die Emissionen die Aufnahme des verbleibenden Waldes erstmals, haben Wissenschaftler ermittelt. Der sterbende Amazonas heizt den Klimawandel fortan also noch zusätzlich an, statt ihn – wie bisher – abzudämpfen.
  2. Jede achte Tier- und Pflanzenart auf der Welt ist vom Aussterben bedroht. Ein so drastisches Sterben gab es in der Menschheitsgeschichte noch nie – und wir sind schuld daran. Diese herbe Bestandsaufnahme wurde gerade erst vom Weltbiodiversitätsrat vorgenommen, wirklich überraschend kommt sie allerdings nicht. Klar ist: Die Regenwälder sind absolute Hotspots der Artenvielfalt und im Kampf gegen das Artensterben Der neue Bericht des Weltbiodiversitätsrats zeigt: Jede achte Art ist bedroht von enormer Bedeutung.

Diese Milliardäre kaufen jetzt Urwälder

Titelbild: Eutah Mizushima - CC0

von Felix Austen 

Dem Physiker Felix geht es ums Klima, um Landwirtschaft, Energie und Umwelt. Was können Wissenschaft, Politik und Gesellschaft tun, damit alle auf der Welt, mit der Welt und von der Welt gut leben können? Genau: Der heilige Gral der Nachhaltigkeit!

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