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Auch du müllst dein Gehirn zu. Hol dir jetzt die Kontrolle zurück!

31. Mai 2019
Themen:

Alles, was du dazu brauchst, ist diese Anleitung für deine persönliche Medienhygiene. Lies hier den zweiten exklusiven Auszug aus dem Buch der Perspective-Daily-Gründerin Maren Urner.



Bevor wir loslegen, mach zunächst eine kurze – aber ehrliche – Bestandsaufnahme deines Informationskonsums. Beantworte dafür spontan ein paar ganz banale Fragen:

  • Wie viel Zeit verbringst du täglich online?
  • Wie viel vor dem Fernseher oder mit anderen Medien?
  • Was schätzt du, wie oft du dich täglich durch E-Mails, Push-Nachrichten, Social-Media-Benachrichtigungen und andere »Ich checke das mal eben«-Botschaften ablenken lässt?
  • Wie oft ärgerst du dich darüber und wünschst dir, dich anders zu verhalten?

Wenn unser Informationsdrang süchtig macht

Im 21. Jahrhundert besteht die Herausforderung nicht mehr darin, stunden- oder gar tagelang in Bibliotheken nach einer bestimmten Jahreszahl oder Aussage zu suchen. Ausgerüstet mit einem internetfähigen Mobilgerät kannst du von fast überall in Sekundenschnelle an eine unbegrenzte, ja unüberschaubare Menge an Informationen kommen. Kein vergebliches Suchen mehr, kein Streit mehr darüber, wann Napoleon lebte, und keine Sorge mehr darüber, ob wir auf dem Weg zur Arbeit vom Regen kalt erwischt werden.

Warum wir vor lauter News die Nachrichten übersehen – in ihrem neuen Sachbuch erklärt die Neurowissenschaftlerin und Perspective-Daily-Gründerin Maren Urner, warum uns die tägliche Informationsflut überfordert, und zeigt, wie wir das verhindern. »Schluss mit dem täglichen Weltuntergang« erscheint am 3. Juni 2019 bei Droemer Knaur.

Bildquelle: Droemer Verlag

Doch was, wenn unser Gehirn da nicht hinterherkommt – weil es einfach nicht dafür gemacht ist, unsere regelrechte Informationswut zu verarbeiten, und stattdessen überfordert ist? Wenn es vielleicht sogar abhängig wird von bestimmten Informationsquellen? Etwa dem Pop-up-Fenster deines E-Mail-Kontos, das mit einem unüberhörbaren »Pling!« signalisiert, dass du eine neue Nachricht erhalten hast. Oder dem Social-Media-Feed: Eben schnell noch mal checken, ob deine Freunde schon Fotos vom letzten Abend gepostet haben, ob du noch Karten fürs Konzert nächste Woche bekommen kannst oder irgendwo in der schönen, neuen Welt ein Shopping-Schnäppchen auf dich wartet.

Ja, unsere aktuelle Informationswut kann zur Sucht werden. Ein Weg weg von der Nadel kann uns nur gelingen, wenn wir unsere Gewohnheiten ändern – und eine Medienhygiene entwickeln. Denn genau wie wir uns nach dem Toilettengang und vor dem Essen die Hände waschen, mehrmals täglich die Zähne putzen und regelmäßig duschen, um unseren Körper zu säubern, können wir uns Verhaltensweisen für ein sauberes Gehirn angewöhnen.

Titelbild: Branislav Belko - CC0

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