Was denken junge Araber? 10 überraschende Antworten

Weniger Religion und mehr Onlineshopping: Was sich 200 Millionen junge Araber für ihre Zukunft wünschen.

PD Daily - 4. Juni 2019  4 Minuten

Wenn in Bayreuth die Studenten Catherine und Christopher öffentliche Beete anlegen, um die Stadtbewohner zusammenzubringen und um gleichzeitig mehr Bewusstsein für die Im Jahr 2015 begannen Geoökologen mit der Planung für die »Essbare Stadt Bayreuth«. Hier findest du ihre Website Umwelt im urbanen Raum zu schaffen, dann überrascht das wohl kaum jemanden mehr. Spätestens seit dem Start von Clemens Weiß über die Schülerproteste: »Sollte man Klimaschutz den Profis überlassen?« »Fridays for Future«, den Protesten im David Ehl war während der Proteste im Hambacher Forst. Lies hier seinen Beitrag: »Wer entscheidet, ob der #Hambi bleibt?« Hambacher Forst und den EU-Wahlen ist klar: Die Jugend in Europa setzt sich für Nachhaltigkeit ein.

Was sich aber Khodor, Bassem und Ali 3.000 km entfernt von Bayreuth im libanesischen Tripoli überlegen, um ihre Stadt besser zu machen, erahnen die wenigsten Europäer. Die Probleme der 3 jungen Libanesen sind etwas anders gelagert als in Bayreuth. Es ist gar nicht so lange her, da kam es immer wieder zu Straßenkämpfen und Bombenexplosionen in ihren Vierteln. Keine 30 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt bekämpften sich auch im Libanon bis vor 2 Jahren Alawiten auf Seiten des Assad-Regimes und Sunniten, die die syrische Opposition unterstützen. Sie sind die Bewohner zweier Nachbarviertel in Tripoli, der zweitgrößten Stadt im Libanon. Finanziert wurde das Blutvergießen von allerhand Politikern, die die religiös motivierten Unruhen für ihre Kampagnen nutzten. Dann kehrte ein brüchiger Frieden ein. Die 3 Jungs arbeiten mittlerweile in einem Kulturcafé an der ehemaligen Frontlinie, Lies hier meine Reportage über das Kulturcafé in Tripoli und über Isa, der dort aufwuchs in dem sie die ehemals verfeindeten Nachbarn zum Dialog einladen.

Schaut Europa auf arabische Länder, geht es meist um Geopolitik, Kriege und Terrorismus. Und, wer lebt da sonst noch so, außer Ölscheichs und Despoten? Die Antwort: Eine junge Generation im XXL-Format. Diese sogenannten »Millenials« gehören zu einem »Megatrend«, der die arabische Welt, ihre Politik und Wirtschaft früher oder später überrollen wird. Denn durch den demografischen Wandel wird Nordafrika und Die Consulting-Firma PwC hat 5 Megatrends im Nahen Osten ermittelt (englisch, 2017) der Nahe Osten immer jünger. 65% der Araber sind jünger als 30 Jahre – das macht über 200 Millionen. Übereinstimmende Quellen zu diesen Zahlen zu finden, fällt schwer. Die meisten Studien beziehen sich nur auf die Nahostregion. Die PwC-Studie bezieht sich mit ihren Zahlen auf UN-Quellen, laut derer 40% der Bewohner im Nahen Osten unter 25 Jahre jung sind. Für die Darstellung hier habe ich die Zahlen aus der Jugendstudie genommen, die im Anschluss dargestellt wird.

Im Jahr 2011 demonstrierten viele von ihnen gegen ihre Regierungen, die nicht mit den Erwartungen einer überwiegend jungen Generation mithalten konnten oder wollten. Wo stehen sie heute? Was denken, fühlen, fürchten sie? Darauf versucht Hier findest du die arabische Jugendstudie (englisch, 2019) die arabische Jugendstudie zu antworten, die jährlich von dem Ableger der US-amerikanischen Public-Relations-Agentur Burson Cohn & Wolfe in Dubai erhoben wird. Im Jahr 2019 wurden 3.300 junge Araber aus 15 Ländern befragt. Die Umfragen wurde in folgenden arabischen Ländern durchgeführt: Bahrain, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate, Irak, Jordanien, Libanon, Palästina, Jemen, Algerien, Ägypten, Libyen, Marokko und Tunesien. Die Befragten sind 18–24 Jahre alt und die Hälfte von ihnen waren Frauen. Lies hier die »Top 10 Findings« der Studie (englisch, 2019) Die 10 wichtigsten Ergebnisse sollten auch bis über die Grenzen der arabischen Länder zu denken geben, ohne die ganze Region gleich zu verallgemeinern. Denn auch die unterschiedlichen Lebensrealitäten zwischen jungen Arabern in den Golfstaaten und beispielsweise in der Levante werden deutlich gemacht.

Die 10 wichtigsten Ergebnisse

Titelbild: Raul Cacho Oses - CC0

von Juliane Metzker 

Juliane schlägt den journalistischen Bogen zu Südwestasien und Nordafrika. Sie studierte Islamwissenschaften und arbeitete als freie Journalistin im Libanon. Durch die Konfrontation mit außereuropäischen Perspektiven ist ihr zurück in Deutschland klar geworden: Zwischen Münster und Beirut liegen gerade einmal 4.000 Kilometer. Das ist weniger Distanz als gedacht.

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