Diese arabische Mysteryserie schockiert. Aber anders, als du erwartest

Du willst dich gerade lieber mit einer Serie im Kühlen verkriechen? Dann solltest du unbedingt »Dschinn« auf Netflix anschauen.

PD Daily - 28. Juni 2019  3 Minuten

Räume, in denen es plötzlich kalt wird, eine Frau, die nachts durch Fenster ins Schlafzimmer starrt und dann spurlos verschwindet, eine Stimme in der Nacht, die deinen Namen ruft – das alles klingt nach ausgedachten Gruselgeschichten für Lagerfeuer. Doch das sollen sie nicht sein. Zumindest gaben mir ihre Erzähler aus Marokko und dem Libanon immer das Gefühl, dass es sich dabei um echte Berichte handelt. Berichte über Dschinn, übersinnliche Wesen, die im islamischen Glauben wie der Mensch von Gott erschaffen wurden und wie er gute oder böse Absichten verfolgen können. Es handelt sich dabei nicht einfach nur um Spukgespenster, sondern um Welche Erkenntnisse Amira El-Zein von der Georgetown-Universität Katar aus ihrer Forschung zu Dschinn im islamischen Glauben gezogen hat, erklärt sie im Deutschlandfunk (2018) Zwischenwesen, die in der kosmologischen Vorstellung des Islams Welten verbinden.

Aber sie sind eben doch auch guter Stoff für Gruselgeschichten. Am 21. Juni startete die Serie »Dschinn« auf Netflix. Das Besondere: Sie ist eine der ersten arabischsprachigen Produktionen, Im Jahr 2018 lief auf der Streaming-Plattform bereits die in Ägypten produzierte Serie »Secret of the Nile«, ein Remake der spanischen Erfolgsserie »Gran Hotel«. die in viele Sprachen übersetzt für ein breites Publikum zugänglich ist. Die Story ist einfach: Eine Gruppe junger Schülerinnen und Schüler aus der jordanischen Hauptstadt Amman macht einen Ausflug zur Wüstenstadt Petra, ein Touristenmagnet in Jordanien. Einer von ihnen plappert schon seit Beginn der Reise über die Dschinn, die dort leben sollen, und geht den anderen damit tierisch auf die Nerven. Doch es kommt, wie es kommen muss: Irgendwie wird ein böser Dschinn beschworen. Ein Schüler stirbt. Und ein guter Dschinn erscheint, der die auserwählte Schülerin Mira (gespielt von Salma Malhas) in den Kampf gegen das Böse führt.

Titelbild: picture alliance / AP Photo - copyright

von Juliane Metzker 

Juliane schlägt den journalistischen Bogen zu Südwestasien und Nordafrika. Sie studierte Islamwissenschaften und arbeitete als freie Journalistin im Libanon. Durch die Konfrontation mit außereuropäischen Perspektiven ist ihr zurück in Deutschland klar geworden: Zwischen Münster und Beirut liegen gerade einmal 4.000 Kilometer. Das ist weniger Distanz als gedacht.

Themen:  Glaube   Arabische Welt   Gesellschaft  

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