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PD Daily 

Für die Klimakrise gibt es eine einfache Lösung: weniger arbeiten!

Klimaschutz und die 40-Stunden-Woche passen nicht gut zusammen. Ein Wissenschaftler hat jetzt berechnet, wie viel Arbeit in der Woche ökologisch verträglich wäre.

2. Juli 2019  3 Minuten

Im Jahr 1930 hielt der britische Ökonom John Maynard Keynes eine bemerkenswerte Vorlesung. Er stellte die Prognose auf, dass die Enkel der Studierenden, die vor ihm saßen, nur noch 15 Stunden pro Woche würden arbeiten müssen. Rund 100 Jahre werde es dauern, bis sich die notwendige Arbeit dank Technologie und Keynes’ Essay kannst du hier nachlesenAutomatisierung in 3-Stunden-Schichten erledigen lasse.

Er hat sich offensichtlich geirrt. Die Produktionszuwächse und technischen Fortschritte, die Keynes erwartete, sind zwar eingetroffen. Sie haben aber kaum etwas an unserer Arbeitszeit geändert. Heute, 11 Jahre vor dem Stichtag, liegt die Wochenarbeitszeit im OECD-Schnitt Hier gibt es das Datenmaterial der OECDbei rund 37 Stunden.

Doch Keynes’ Forderung ist aktueller denn je. Unternehmer, Gewerkschaftler, Politikerinnen, Wissenschaftler und Aktivistinnen betonen immer wieder, wie wichtig eine Reduzierung der Arbeitszeit ist. Mehr über die genannten Modelle findest du in meinem Text zum Thema TeilzeitBereits gelebte Modelle zeigen, dass es geht: die 4-Tage-Woche, der 5-Stunden-Tag und die von der Gewerkschaft IG Metall durchgesetzte kurze Vollzeit mit 28 Wochenstunden etwa.

Der niederländische Historiker und Journalist Rutger Bregman geht noch weiter, oder vielmehr einen Schritt zurück, zu den Überlegungen von Keynes. Er behauptet, die Zeit sei reif für die 15-Stunden-Woche. Hier findest du ein Neon-Interview mit Rutger Bregman»Die Menschen sollen selbst entscheiden, was sie den größten Teil des Tages tun.« Er meint damit nicht, dass sich alle nur noch auf die faule Haut legen. Sondern mehr sinnstiftende Dinge tun, Dinge, die intrinsisch motiviert sind. Sich sozial engagieren. Kinder betreuen. Für Pflegebedürftige sorgen. Ein Buch schreiben.