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PD Daily 

Du wohnst zur Miete? Mit dieser Idee könnte die Wohnung trotzdem bald dir gehören

Klingt zu schön, um wahr zu sein? Wirtschaftsforscher haben ein Modell entwickelt, mit dem jeder eine Chance auf die eigenen 4 Wände hätte. Wie das klappen könnte – und wer noch Bedenken hat.

30. Juli 2019  3 Minuten

Einkommensschwache Familien vom Kauf einer Eigentumswohnung überzeugen – zugegeben, diese Idee klingt im ersten Moment nach dem berühmten Zitat »Wenn Sie kein Brot haben, sollen Sie doch Kuchen essen!«. Das Zitat wird immer wieder fälschlicherweise der französischen Königin Marie Antoinette zugeschrieben, obwohl es auf den Philosoph Jean-Jaques Rousseau zurückgeht, der es in seinem Buch »Bekenntnisse, Band IV« niederschrieb.

Doch genau das schlagen die Forscher Peter Gründling und Markus M. Grabka im Wochenbericht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) vor. Es soll ein Baustein sein, um der grassierenden Wohnungsnot in Deutschland etwas entgegenzusetzen.

Und so soll es funktionieren: Mit einem »staatlich geförderten Mietkauf« sollen mehr einkommensschwache Menschen eine Chance auf eigene 4 Wände bekommen – und das im Gegensatz zum umstrittenen Hier lest ihr (unter anderem), warum das Baukindergeld eine Luftnummer zur Bekämpfung der Wohnungsnot war Baukindergeld auch diejenigen, die bisher mangels Geldes kaum Chancen auf dem Wohnungsmarkt haben.

Wie das in der Praxis aussehen könnte, habe ich kurzerhand mit einem der Forscher besprochen, dem Ökonomen Markus M. Grabka.

In Berlin schlägt der Kampf gegen überhöhte Mieten besonders hohe Wellen, Stichworte sind Mietpreisbremsen und sogar Enteignung. Was halten Sie davon?
Markus M. Grabka: Maßnahmen wie diese werden vor dem Hintergrund von exorbitant steigenden Mieten diskutiert. Das liegt an der hohen Nachfrage nach Mietwohnraum – und die kann man nur sättigen, wenn man mehr baut. Mietpreisbremsen oder Enteignungen lösen nicht die Ursache, sondern sind reine Symptombekämpfung.