Verstehe die aktuellen Proteste in Moskau in nur 3 Minuten

Am kommenden Wochenende werden in der russischen Hauptstadt erneut Tausende auf die Straße gehen. Das sind die Forderungen.

PD Daily - 9. August 2019  3 Minuten

Normalerweise hält sich das internationale Interesse an russischen Kommunalwahlen in Grenzen. Doch dieses Mal ist alles anders: Seit 3 Wochen demonstrieren Bürgerinnen und Bürger in Moskau für freie Wahlen ihres Stadtparlaments. Am 8. September wird in der russischen Hauptstadt und in 18 weiteren Regionen gewählt – aber nicht alle, die antreten wollten, wurden auch zur Wahl zugelassen. Wegen angeblicher Formfehler und falscher Unterschriften dürfen Dutzende Vertreter der Opposition nicht teilnehmen.

Viele sind empört. Bei der bisher größten Demonstration am 20. Juli kamen laut Polizei 12.000, laut der Nichtregierungsorganisation White Counter 22.000 Menschen zusammen. Eine Woche später griffen dann zum ersten Mal Sicherheitskräfte in die bis dahin friedliche, aber nicht genehmigte Kundgebung ein.

Die Proteste heute erinnern an die »Bolotnaja«-Bewegung Namensgeber für die Bewegung ist der Bolotnaja-Platz im Moskauer Stadtzentrum, auf dem 3 der größten Demonstrationszüge endeten. Auf Massenverhaftungen im Zusammenhang mit dem sogenannten »Marsch der Millionen« am 6. Mai 2012 folgten die »Bolotnaja-Prozesse«. aus den Jahren 2011–2013. Nachdem Wladimir Putin sich für eine dritte Amtszeit hatte wiederwählen lassen, gingen im ganzen Land Menschen auf die Straße, die dem Präsidenten und seiner Partei

Titelbild: Olga Dietze - copyright

von Olga Dietze 

Olga Dietze ist freie Journalistin, kommt aus Moskau und lebt seit 2011 in Berlin. Sie arbeitet unter anderem für das »ZDF«, den »rbb« und »The Globe Post«. Sie ist Projektassistentin bei »n-ost«.

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