Ein Hafen für Gaza: mehr Freiheit für mehr Sicherheit

Die Idee klingt abgefahren: Israels Verkehrsminister Israel Katz schlägt vor, eine künstliche Insel vor der Küste Gazas zu bauen – mit Hafen, Hotels und Flughafen. Vor allem der Flughafen könnte für die rund 1,8 Million Palästinenser im Gazastreifen viel verändern.

10. Oktober 2016  10 Minuten

4,5 Kilometer vor der Küste von Gaza liegt eine künstliche Insel. Von dort aus laufen an einem Sommerabend Frachtschiffe nach Europa aus. Sie tuckern gemächlich dem Sonnenuntergang entgegen und bringen handgefertigte Schaukelstühle, Tische und Bänke aus Gaza in die westliche Welt – importierter Orientflair, auch für deutsche Wohnzimmer. Über eine lange Brücke kommen Gruppen von Palästinensern auf der Insel im Mittelmeer an. Bepackt mit Koffern und Rucksäcken sind sie auf dem Weg zum Flughafen, der ebenfalls dort auf der Insel liegt. Unter ihnen sind: ein Geschäftsmann, auf dem Weg zu einem Meeting in den USA, und ein älteres Ehepaar, das in Berlin seine Kinder besuchen will, die vor Jahren weggezogen sind, weil sie sich diese Zukunft Gazas nicht vorstellen konnten.

Titelbild: Israelisches Verkehrsministerium - copyright

von Lissy Kaufmann 

Lissy Kaufmann ist freie Korrespondentin in Tel Aviv. Sie berichtet für deutsche Radiosender und Zeitungen aus Israel und Palästina.

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