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Wie 2 Brüder jahrzehntelang die US-Politik manipulierten und Klimaskeptiker mit Millionen finanzierten

Die Brüder Koch verdienten Milliarden mit der Ausbeutung des Planeten. Wir haben uns auf Spurensuche begeben, wie sie mit ihrem Schattennetzwerk die Weltpolitik beeinflussen – und welche Folgen das für uns alle hat.

5. September 2019  10 Minuten

Die Notfallbeleuchtung funktionierte nicht, zumindest in meinem Bereich des Flugzeugs. Wenige Sekunden später begann schwarzer, dichter Rauch die Kabine zu füllen. Es schmerzte zu atmen. Ich kroch den Gang entlang, in Richtung des Hinterausgangs. Dort traf ich auf einen wilden Mob, der kämpfte, um zu entkommen. Ich war der Letzte in der Reihe zum Ausgang.

Im Jahr 1991 sprang ein US-Amerikaner namens David Koch dem Tod nur knapp von der Schippe. Die traumatischen Erlebnisse bewegten den Chemieingenieur Koch dazu, in der »New York Times« einen Kommentar zu veröffentlichen, der mehrere Empfehlungen für die Flugunternehmen enthielt, um Passagiere künftig besser vor solchen Katastrophen zu schützen. Insgesamt 34 Menschen starben, als 2 Flugzeuge auf dem Rollfeld in Los Angeles zusammenprallten. Koch war der einzige Überlende des Flugzeugteiles, in dem er saß.

Der gelernte Chemieingenieur David Koch sollte noch 28 weitere Jahre zu leben haben, bis er vor wenigen Tagen, am 23. August 2019, seinem langjährigen Prostatakrebsleiden erlag. Er starb als einer der einflussreichsten Milliardäre der USA. Zusammen mit seinem Bruder Charles leitete er seit den 70ern den Familienkonzern Koch Industries – die heute zweitgrößte US-Gesellschaft in privater Hand. Ihr Vater hatte das Unternehmen einst als Raffineriefirma mit Gewinnen aus Geschäften mit Stalin und Hitler aufgebaut.

Nach der Krebsdiagnose, die David Koch nur ein Jahr nach dem Flugzeugcrash erreichte, wurde er zum wohl größten privaten Geldgeber für die Krebsforschung weltweit. 134 Millionen Dollar stellte er bis zu seinem Tod zur Verfügung,

Mit Illustrationen von Mirella Kahnert für Perspective Daily

von Chris Vielhaus 

Die Forderung nach sozialer Gerechtigkeit hat wenig Reibungspotenzial: Wer würde schon ernsthaft behaupten, für weniger Gerechtigkeit zu sein? Chris zeigt, wie das konkreter geht. Dafür hat er erst Politik und Geschichte studiert und dann als Berater gearbeitet. Er macht die Bremsklötze ausfindig, die bei der Gesundheitsversorgung, Chancengleichheit und Bildung im Weg liegen – und räumt sie aus dem Weg!

Themen:  Populismus   Politik   Geld  

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