Antibiotika oder nicht? Künstliche Intelligenz kennt die Antwort

Und zusammen mit deinem Hausarzt könnte sie ein wirksames Mittel im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen sein.

PD Daily - 10. September 2019  4 Minuten

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 310 Millionen Tagesdosen Antibiotika verordnet. Das reicht, um jeden Bundesbürger umgerechnet fast 4 Tage zu behandeln.

In wie vielen Fällen die Einnahme allerdings wirklich nötig war, lässt sich im Nachhinein kaum genau feststellen. Schätzungen zufolge könnten sich die Ärzte jedoch bei nahezu jedem dritten Patienten den Griff zum Rezeptblock sparen, Hier schreibt das »Ärzteblatt« über unnötige Antibiotika-Verordnungen ca. 30% der Verordnungen seien unnötig.

Doch gerade diese unnötigen Einnahmen haben weitreichende Folgen: Hier schreibe ich, wie sich Antibiotika negativ auf die »guten« Bakterien ins uns auswirken Neben vermeidbaren Nebenwirkungen für die Patienten fördern sie auch die Bildung von Resistenzen bei den für uns gefährlichen Bakterien und machen damit die Erreger noch gefährlicher, die eigentlich abgetötet werden sollen.

Weitere Informationen zu multiresistenten Keimen und Alternativen zu Antibiotika findest du hier:

Das hilft, wenn kein Antibiotikum mehr wirktWeiterlesen

Die gute Nachricht: Vielen Ärzten in Deutschland ist das Problem inzwischen bekannt. »Deutschlands Ärzte verschreiben Antibiotika bereits sehr zurückhaltend – im europäischen Vergleich liegen wir im unteren Drittel. Aber wir können und wollen noch mehr erreichen«, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Stephan Hofmeister, anlässlich Die Kassenärztliche Bundesvereinigung ruft zum bewussten Einsatz von Antibiotika auf des letzten europäischen Antibiotikatages.

Um dieses Ziel zu erreichen, können die Ärzte heute auf einen neuen und ungeahnten Helfer hoffen: Künstliche Intelligenz.

»Mit unserer Methode könnten wir die Zahl der unnötig verschriebenen Antibiotika um bis zu 30% senken«, berichtet mir Hannes Ullrich vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Er und sein Team haben einen Algorithmus entwickelt, der Ärzten bei der Frage »Antibiotikum: Ja oder nein?« wichtige Entscheidungshilfe bieten kann.

Um zu verstehen, wie das gelingen soll, müssen wir zunächst sehen, was schiefläuft:

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von Chris Vielhaus 

Die Forderung nach sozialer Gerechtigkeit hat wenig Reibungspotenzial: Wer würde schon ernsthaft behaupten, für weniger Gerechtigkeit zu sein? Chris zeigt, wie das konkreter geht. Dafür hat er erst Politik und Geschichte studiert und dann als Berater gearbeitet. Er macht die Bremsklötze ausfindig, die bei der Gesundheitsversorgung, Chancengleichheit und Bildung im Weg liegen – und räumt sie aus dem Weg!

Themen:  Gesundheit  

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