Hilfe, ich bin eine Aufschieberin! So komme ich da raus

Wer ständig die Arbeit vor sich herschiebt, riskiert Schlafmangel und chronischen Stress. Psychologen wissen, warum manche Menschen besonders anfällig sind – und was hilft.

16. September 2019  10 Minuten

Ich habe noch ziemlich genau einen Monat, bis ich meine Abschlussarbeit abgeben muss. Das ist nicht mehr lang – und ich weiß das. Pünktlich um 9 Uhr morgens setze ich mich deshalb an meinen Schreibtisch, um endlich das nächste Kapitel zu Papier zu bringen. Doch statt mich kritisch mit der Literatur auseinanderzusetzen, beantworte ich ein paar E-Mails. Dann öffne ich eine Nachrichtenseite: Neben dem Studium arbeite ich als Journalistin und muss schließlich informiert bleiben. Hier erklärt Dirk Wahlbrühl, was ständige Smartphone-Nutzung mit uns macht Dann wandert mein Blick aufs Handy. Als ich mir 15 Minuten später vornehme, mich wieder an die Arbeit zu machen (»Dieses Mal aber wirklich!«), fällt mir plötzlich ein: Da ist noch ein Korb mit Wäsche, die dringend gewaschen werden muss. Bis ich die ersten Zeilen zu Papier gebracht habe, ist es 14 Uhr.

So oder so ähnlich läuft es oft, wenn ich versuche, meine Abschlussarbeit zu schreiben. Und auch, wenn ich als Journalistin die ersten Zeilen eines Textes verfassen möchte (ja, auch bei diesem hat es ein bisschen gedauert).

An manchen Tagen kommt mir mein Aufschieben besonders schlimm vor. Ich fühle mich am Abend so, als hätte ich viel zu wenig geschafft. Doch warum verhalte ich mich so, obwohl mir die negativen Konsequenzen meines Aufschiebens – Zeitnot, Stress, ein schlechtes Gefühl – bewusst sind? Und was kann ich dagegen tun?

Fast jeder hat schon etwas aufgeschoben

Mit Illustrationen von Mirella Kahnert für Perspective Daily

von Lara Malberger 

Das Netz ist voller Tipps und Ratschläge – und Menschen, die damit ihre Probleme lösen wollen. Doch meistens gibt es nicht »die eine, richtige« Lösung. Aber was ist sinnvoll? Und was kann weg? Um so nah wie möglich an eine Antwort heranzukommen, hat Lara Wissenschaftsjournalismus mit Schwerpunkt Biowissenschaften und Medizin in Dortmund und Digital Journalism in Hamburg studiert.

Themen:  Gesundheit   Arbeit   Psychologie  

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