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Alles, was du zu den israelischen Neuwahlen wissen solltest – in 4 Minuten

Was Deutschland erspart blieb, passiert nun in Israel: Die Parlamentswahl wird heute wiederholt. Geht damit die »Ära Benjamin Netanjahu« zu Ende?

17. September 2019  4 Minuten

Im April wählten die Israelis ein neues Parlament. Im Mai war klar: Warum nach der ersten Wahl keine Regierung zustande kam (2019) Die Koalitionsverhandlungen sind gescheitert. Premierminister Benjamin Netanjahu konnte keine neue Regierung bilden. Ausschlaggebend war ein Streit zwischen rechtsnationalen und religiösen Parteien. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob Ultraorthodoxe zum Militär eingezogen werden sollten. Bisher konnten sich strenggläubige Juden von der Wehrpflicht befreien. Jetzt bereitet sich das Land auf Neuwahlen vor. Dabei steht der Einfluss der religiösen jüdischen Bevölkerung im Fokus. Aus Sicht der Lies hier eine Reportage, die den Nahostkonflikt erklärt Palästinenser haben sowohl Netanjahu als auch sein größter Herausforderer wenig Neues zur Entspannung des Konflikts anzubieten.

Seit der Wahl im April sind politische Allianzen zerbrochen, neue entstanden und ein altes Schwergewicht hat die politische Bühne wieder betreten, nur um sofort auszurutschen. Eine der möglichen Regierungsoptionen dürfte vielen in Deutschland bekannt vorkommen …

Wen können die Israelis wählen?

Aktuell treten 32 Parteien zur Wahl um die 120 Knesset-Sitze an. Die »Knesset« (hebräisch für »Versammlung«) ist das Parlament des Staates Israel. Sie besteht aus 120 Abgeordneten und wird alle 4 Jahre gewählt. Manche davon existieren erst seit wenigen Jahren, denn Israels Parteiensystem ist sehr vielfältig und verändert sich ständig. Die israelische Gesellschaft ist sehr heterogen. In dem Land, das etwa so groß ist wie Hessen, leben streng religiöse Juden neben israelischen Arabern, hippe Linke aus Tel Aviv neben radikalen Siedlern im Westjordanland, Drusen in Nordisrael und Beduinen im Süden. Die am schnellsten wachsenden Gruppen sind dabei die ultraorthodoxen Juden sowie die arabische Bevölkerung – beide stehen dem Staat Israel kritisch gegenüber. Hier liegt Konfliktpotenzial, nicht nur für die kommenden Wahlen, sondern weit darüber hinaus. Wer den Überblick behalten möchte, konzentriert sich auf die Wahlbündnisse, in denen die meisten Parteien antreten. Hier sind Die neuesten Umfragen in einer interaktiven Grafik (englisch, 2019) die wichtigsten im Überblick:

Mit Illustrationen von Doğu Kaya für Perspective Daily

von Felix Wellisch 
Felix Wellisch hat als freier Journalist in Ägypten und Israel gelebt. Bis 2019 besuchte er die Deutsche Journalistenschule in München. Zu seinen Themen gehören der Nahe Osten, Umweltschutz, Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit.
Themen:  Arabische Welt   Politik   Demokratie  

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