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Der Hype um New Work ist eine Mogelpackung – sagt der Erfinder

Homeoffice, flache Hierarchien, flexible Arbeitszeiten: Wie die Wirtschaft sich eine Utopie unter den Nagel riss, um Angestellte noch raffinierter auszubeuten.

Essay - 9. Oktober 2019  9 Minuten

Das Bild von Bernd Stromberg, »Stromberg« ist eine deutsche Comedy-Serie. 5 Staffeln wurden zwischen 2004 und 2012 gedreht und bei »Prosieben« ausgestrahlt. Die Serie ist als Mockumentary konzipiert, parodiert also die zu dieser Zeit sehr beliebten Dokusoaps. Die Drehsituation, Kamera und das anwesende Team sind immer wieder Teil der Handlung. Die Serie erhielt gute Kritiken und etliche Auszeichnungen, darunter den Adolf-Grimme-Preis. wie er im Intro der berühmten Fernsehserie »Stromberg« in den Aufzug steigt und gähnt, ist ikonisch. Jeder versteht sofort: Der Mann ist müde, ausgelaugt und wäre vermutlich am liebsten gar nicht hier. Aber das Geld muss ja irgendwo herkommen und deswegen quält sich der Abteilungsleiter jeden Morgen aufs Neue in die Schadensregulierung M bis Z der Capitol-Versicherung. In der Kultserie laufen die Dinge im Büro so, wie sie schon immer gelaufen sind. Geschriebene und ungeschriebene Gesetze malen das Alltagsgrau, Hierarchien bestimmen das soziale und professionelle Gefüge.

Es werden scheinbar willkürlich Dokumente gestempelt und Formulare in Aktenordnern abgeheftet. Aufgrund der vielen Kleinigkeiten, die Abteilungsleiter Stromberg für seine Mitarbeiter entscheiden muss, fragt man sich, ob er überhaupt irgendeine Arbeit verrichtet, die mit dem inhaltlichen Geschäft der Abteilung zu tun hat. Kunden müssen bei alledem meistens warten, denn die Bürokratie braucht Zeit. Ein Trott, den Bernd Stromberg mit einer Mischung aus Untätigkeit, Zynismus und Kampf um Privilegien beantwortet.

Derzeit sehen viele Unternehmen ein, dass in starren Strukturen ähnlich wie in der Firma in der

Mit Illustrationen von Mirella Kahnert für Perspective Daily

von Benjamin Fuchs 

Jeder weiß: Unsere Arbeitswelt verändert sich radikal und rasend schnell. Nicht nur bei uns vor der Haustür, sondern auch anderorts. Wie können wir diese Veränderungen positiv gestalten und welche Anreize braucht es dafür? Genau darum geht es Benjamin, der erst Philosophie und Politikwissenschaft studiert hat, dann mehr als 5 Jahre als Journalist in Brasilien lebte und 2018 zurück nach Deutschland gekommen ist. Es gibt viel zu tun – also: An die Arbeit!

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