Aufruf: Wir stellen den Klimarebellen von »Extinction Rebellion« deine Fragen

Wie weit darf Klimaaktivismus gehen? Eine Woche lang will »Extinction Rebellion« den Verkehr in mehreren Städten weltweit blockieren. Wir treffen die Aktivisten in Berlin.

PD Daily - 8. Oktober 2019  1 Minuten

Auf einer der meistbefahrenen Straßen Berlins, gleich hinter dem Brandenburger Tor, herrscht am Montagvormittag eine fast gespenstische Stille. Nur das Knattern eines Hubschraubers ist zu hören. Erst nahe dem Großen Stern, dem zentralen Platz im Berliner Tiergarten, auf dem die Siegessäule emporragt, wird es lauter und lebendiger. Aktivistinnen und Aktivisten von Hier findest du die Website der Klimarebellion Extinction Rebellion haben sich heute hier versammelt – mit Blumentöpfen, Gitarren, Thermoskannen, Picknickdecken und Isomatten. Sie sind der Grund, warum hier heute keine Autos fahren. Seit dem frühen Morgen blockieren sie die Zufahrtsstraßen zu dem großen Kreisverkehr am Platz. Die ganze Woche will Extinction Rebellion Verkehrsknotenpunkte blockieren, nicht nur in Berlin, sondern auch in London, Paris, New York und Amsterdam.

»Mit zivilem Ungehorsam gegen die ökologische Katastrophe« lautet das Motto der Bewegung, die im November 2018 in Großbritannien ihren Anfang nahm. Gewaltlos und kreativ sollen die Aktionen sein, die auf das Artensterben und die Klimakrise aufmerksam machen und Regierungen zum Handeln drängen wollen. Die Rebellion steckt schon im Namen – Extinction Rebellion will nicht nur ein bisschen protestieren. Die selbsternannten Rebellen gegen das Aussterben wollen richtig stören.

Die Blockadewoche der Klimarebellinnen und -rebellen kommt 2 Wochen nach dem großen Klimastreik, bei dem laut den Veranstaltern rund 1,4 Millionen Menschen allein in Deutschland für wirksame Klimaschutzgesetze demonstriert haben.

Titelbild: Katharina Wiegmann - copyright

von Juliane Metzker 

Juliane schlägt den journalistischen Bogen zu Südwestasien und Nordafrika. Sie studierte Islamwissenschaften und arbeitete als freie Journalistin im Libanon. Durch die Konfrontation mit außereuropäischen Perspektiven ist ihr zurück in Deutschland klar geworden: Zwischen Münster und Beirut liegen gerade einmal 4.000 Kilometer. Das ist weniger Distanz als gedacht.


von Katharina Wiegmann 

Katharina interessiert sich dafür, was Gesellschaften bewegt. Sie hat da ein paar Fragen: Wer bestimmt die Regeln? Welche Ideen stehen im Wettstreit miteinander? Wie werden aus Konflikten Kompromisse? Einer Sache ist sie sich allerdings sicher: Nichts muss bleiben, wie es ist. Bei Perspective Daily schreibt sie über Menschen und Ideen, die den Status quo herausfordern. Katharina hat Politikwissenschaft und Philosophie in München und Prag studiert, inklusive kurzer Ausflüge in die Soziologie und Geschichtswissenschaft.

Themen:  Aktivismus   Klima   Gerechtigkeit  

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