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6 neue Bücher, die uns diesen Herbst bewegen

Passend zur Frankfurter Buchmesse fragen wir uns: Können Bücher eine Rettung sein? Diese 6 schon, finden wir. Sie zeigen, wie wir die größten Probleme unserer Zeit anpacken.

14. Oktober 2019  11 Minuten

Als der 31-jährige Schriftsteller George Orwell im Oktober 1934 eine Stelle in der Londoner Buchhandlung Booklover’s Corner annahm, musste er bald feststellen, dass sich die meisten Ladenbesucher eigentlich gar nicht für Bücher interessierten. Viel häufiger als »echte Büchernarren« kamen »Snobs, die aus reinem Geltungsbedürfnis unbedingt Erstausgaben haben mussten«, »Studenten, die um billige Lehrbücher feilschten« und »Frauen, die Geburtstagsgeschenke für ihre Neffen suchten«. Es sei zwecklos gewesen, seinen Kunden Autoren wie Charles Dickens oder Jane Austen nahezulegen.

Etwa zur gleichen Zeit notierte Hermann Hesse: »Die heutige Welt neigt ein wenig zum Unterschätzen der Bücher.« Den jungen Menschen erscheine es »lächerlich und unwürdig, statt lebendigen Lebens Bücher zu lieben«, beklagte der Schriftsteller 1929. Das Zitat ist der Hesse-Biografie »Hermann Hesse: Der Wanderer und sein Schatten« von Gunnar Decker entnommen. Die Zitate von George Orwell entstammen seinem Text »Erinnerungen an eine Buchhandlung«.

Jeder Dritte greift mindestens einmal pro Woche zu einem Buch.

Heute, fast 100 Jahre später, lesen die Menschen noch immer. Das auf Papier gedruckte Buch kann sich neben dem wachsenden Angebot an Streaming-Diensten, Podcasts, Nachrichtenseiten und Social-Media-Diensten weiter behaupten. Zwar ist die Zahl der Buchkäufer in den vergangenen Jahren gesunken. Im Jahr 2017 kauften laut Statistischem Bundesamt 20,2 Millionen private Haushalte in Deutschland Bücher, einschließlich E-Books. Das sind 54% aller Haushalte. Vor 10 Jahren lag der Anteil noch bei 65%. Laut dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels ist die Zahl der Buchkäufer im Jahr 2018 aber erstmals seit 2012 wieder gestiegen. Verlage und Buchhandlungen konnten 2018 demnach rund 300.000 Buchkäuferinnen und -käufer zurückgewinnen. Die Branche habe 2018 ihren Umsatz gehalten und sei sogar mit Zuwächsen ins Jahr 2019 gestartet. Doch gleichzeitig wächst die Zahl sogenannter Intensivkäufer: Damit bezeichnet die Buchbranche Leserinnen und Leser mit einer besonders hohen Kaufintensität. Im Jahr 2016 kaufte jeder Buchkäufer im Schnitt Titel für 134 Euro ein. 2015 waren es nur 123 Euro. Zuletzt ist die Zahl der Buchkäufer und der verkauften Bücher insgesamt sogar wieder leicht Das zeigt eine Studie des Börsenvereins, über die du hier mehr erfahren kannst gestiegen.