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PD Daily 

Wie diese Frau den Kampf gegen Armut revolutioniert hat

Entwicklungshilfe kann einfach mehr bringen. Das zeigt die Forschung der französischen Ökonomin Esther Duflo. Zusammen mit ihrem Mann und einem Kollegen hat sie nun den Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften erhalten.

18. Oktober 2019  3 Minuten

Das Grundproblem ist überall auf der Welt das gleiche: Arme Menschen bekommen keinen Kredit von einer Bank. Sie sind ja schließlich arm, und können keine Sicherheiten vorweisen, dass sie ihre Raten immer werden bedienen können.

Mangels Startkapital ist ihnen somit der Weg verbaut, sich als Kleinunternehmer selbstständig zu machen, um sich so aus eigener Kraft eine bescheidene Existenzgrundlage aufzubauen.

Um diesen Menschen eine Chance zu geben, müsste man also dafür sorgen, dass trotz fehlender Sicherheiten eine kleine Anschubfinanzierung gewährleistet wird, die nicht an Bedingungen geknüpft und zu fairen Konditionen abzubezahlen ist, und schon würde aus einem armen Menschen ein weniger armer Kleinunternehmer. Dieses Konzept der Mikrokredite war jahrzehntelang das Mittel zur Armutsbekämpfung und derart populär, dass die Weltbank 1995 dafür 200 Millionen US-Dollar mobilisierte. 10 Jahre später riefen die Vereinten Nationen sogar das »Jahr der Mikrokredite« aus, um die Millenniums-Entwicklungsziele Im Jahr 2000 vereinbarten 189 Mitgliedsländer der Vereinten Nationen auf dem bis dahin größten Gipfeltreffen in New York 8 ehrgeizige Entwicklungsziele. Bis zum Jahr 2015 wollte die internationale Staatengemeinschaft folgendes: Armut und Hunger halbieren, Grundschulbildung für alle, die Gleichstellung der Geschlechter, die Kindersterblichkeit senken, die Gesundheit von Müttern verbessern, HIV/Aids, Malaria und andere Krankheiten bekämpfen, sich für ökologische Nachhaltigkeit einsetzen und eine globalen Partnerschaft für Entwicklung aufbauen. Die Ziele galten als ambitioniert und konnten nicht vollends erreicht werden. Bis zum Jahr 2015 wurde der Zugang zu sauberem Trinkwasser und die Halbierung der Armut erreicht. Bei allen anderen Punkten wurden zumindest Fortschritte in unterschiedlicher Größenordnung gemacht. Negative Konsequenzen für das Verfehlen sah die Zielsetzung nicht vor, da sie völkerrechtlich nicht verbindlich war. zu erreichen.