PD Daily 

Warum es eine gute Idee ist, in Konfliktregionen einzukaufen

Safran aus Afghanistan, Tee aus Myanmar: Ein Berliner Start-up bringt Spezialitäten aus Krisengebieten nach Deutschland. Hilft das den Menschen vor Ort?

25. Oktober 2019  4 Minuten

Alles fing an mit einigen Kilogramm Safran im Handgepäck auf einem Flug von Kabul nach Berlin. Salem El-Mogaddedi und Gernot Würtenberger kamen gerade von einer Afghanistan-Reise zurück. El-Mogaddedis Vater, der in der humanitären Hilfe tätig ist, hatte die beiden eingeladen.

Vor Ort wollten sie NGOs besuchen und ein paar gute Bilder für die Websites der Organisationen machen, so lautete der Deal. Für Salem El-Mogaddedi sei es außerdem eine Gelegenheit gewesen, das Land seiner Großeltern kennenzulernen, wie er im Interview erzählt.

Doch es sollte noch viel mehr daraus entstehen: Zufällig hörten die beiden Berliner von einem Projekt in Herat, einer Stadt im Westen des Landes, Würdest du im Urlaub Kopftuch tragen? Hier schreibe ich über meine Reise in den Iran nahe der Grenze zum Iran. Dort produziert Wie geht Arbeit ohne Chef? Ich habe bei Kollektivbetrieben nachgefragt – lies hier meinen Artikel dazu ein selbstverwaltetes Frauenkollektiv Safran – nachdem die Frauen zuvor vom Opiumanbau gelebt hatten. El-Mogaddedi und Würtenberger fanden die Geschichte spannend, fuhren hin und arbeiteten 2 Wochen mit den Frauen auf dem Feld. Sie halfen bei der Ernte und dabei, die feinen Fäden aus den Safran-Blüten zu zupfen. Am Ende kauften sie den Frauen einige Kilogramm ab.

Die beiden hatten nur eine vage Vorstellung, was sie damit anfangen sollten. Weiterverkaufen, klar, das lag auf der Hand. Aber sie wollten auch die Geschichte der Frauen erzählen.

Titelbild: Conflictfood - copyright

von Katharina Wiegmann 

Als Politikwissenschaftlerin und Philosophin interessiert sich Katharina dafür, was Gesellschaften bewegt. Sie hat da ein paar Fragen: Wer bestimmt die Regeln? Welche Ideen stehen im Wettstreit miteinander? Wie werden aus Konflikten Kompromisse? Einer Sache ist sie sich allerdings sicher: Nichts muss bleiben, wie es ist.

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