PD Daily 

Warum Youtube immer noch verstörende Videos empfiehlt

Die weltgrößte Videoplattform profitiert von radikalen Inhalten und Verschwörungsdenken – sagt ein ehemaliger Youtube-Programmierer. Er hat konkrete Forderungen, was jetzt zu tun ist.

29. Oktober 2019  3 Minuten

Ein Lehrer schaut einen Dokumentarfilm über die Apollo-11-Mission auf Youtube. Doch was ihm die Plattform dann als weitere Videos zum Thema empfiehlt, hat nicht mehr viel mit echter Raumfahrt zu tun: »Mythos und Wahrheit: Götter und Astronauten« und »Aliens existieren!«.

Ein Beitrag auf »Youtube Regrets« »Seitdem sind meine Empfehlungen lauter Videos über Verschwörungstheorien: die Terroranschläge vom 11. September 2001, Hitlers Flucht, Alienfanatiker und antiamerikanische Propaganda«, klagt der Pädagoge.

Seine Geschichte hat er auf der neuen Online-Plattform Youtube Regrets geteilt und findet dort Tausende Verbündete, die ähnliches erlebt haben.

Warum Youtube die schlechten Empfehlungen nicht in den Griff bekommt

Youtube Regrets beweist, dass Geschichten über entgleiste Youtube-Abende keine Seltenheit sind: Nutzer und Nutzerinnen landen über die Empfehlungsvideos am Rand Die Empfehlungen am Rand erfordern keine Handlung des Nutzers mehr. Die Standardeinstellung von Youtube spielt sie automatisch im Anschluss an das aktuelle Video ab. nicht selten in einem finsteren Kaninchenbau voller bizarrer und gefährlicher Inhalte. Und das ganz ohne eigenen Klick, denn Youtube spielt die empfohlenen Videos inzwischen von ganz allein ab (Stichwort: Autoplay).

Was bei Videos über Thomas, die kleine Lokomotive beginnt, kann bei den »Heftigsten Zugunglücken aller Zeiten« enden. Und während viele Erwachsene mit diesen Inhalten umgehen können,

Titelbild: pawel szvmanski - CC0

von Dirk Walbrühl 

Dirk ist ein Internetbewohner der ersten Generation. Ihn faszinieren die Möglichkeiten und die noch junge Kultur der digitalen Welt, mit all ihren Fallstricken. Als Germanist ist er sich sicher: Was wir heute posten und chatten, formt das, was wir morgen sein werden. Die Schnittstellen zu unserer Zukunft sind online.

Themen:  Psychologie   Gesellschaft   Internet  

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