PD Daily 

Kein Auto sollte belohnt werden!

Mit der neuen Kaufprämie für Elektroautos will uns die Regierung weismachen, Klimaschutz sei durch mehr Konsum zu haben – doch das ist ein Irrweg. Ein Gegenvorschlag.

8. November 2019  3 Minuten

Die Grundidee der Prämie für E-Autos klingt gut. Wer eins kauft, ist klimaverträglicher unterwegs und bekommt im Gegenzug finanzielle Unterstützung. Ich muss kurz vorwegschicken, dass ich selbst davon beim Kauf meines E-Autos vor einem Jahr profitiert habe. Jetzt wird die Prämie noch ausgeweitet. Beschlossen wurde die Prämienerweiterung auf dem sogenannten Autogipfel, einem Treffen von Automobilindustrie und Regierungsvertretern im Berliner Kanzleramt vor wenigen Tagen. Das Ziel: Bis 2022 sollen eine Million E-Autos auf deutschen Straßen unterwegs sein, bis 2030 sogar 7-10 Millionen. Neben der Prämie wurde auch der Ausbau des Ladesäulennetzes vereinbart. Ich fürchte aber: Sie schadet dem Klima so mehr, als sie hilft.

Bisher wurden E-Autos und Brennstoffzellenautos mit 4.000 Euro gefördert, Plug-in-Hybride mit 3.000 Euro. Ein Plug-in-Hybrid ist ein Auto mit Hybridantrieb. Es hat einen Verbrennungsmotor und einen Akku. Der kann durch Rückgewinnung der Energie beim Bremsen oder an der Steckdose geladen werden. Den Strom kann das Auto dann für den Antrieb nutzen. Bei vielen Modellen ermöglicht die Batteriegröße 30-40 Kilometer elektrischer Fahrt. Der Gesamtpreis des Wagens musste aber unter 60.000 Euro liegen. Was ändert sich jetzt? Für Modelle unter 40.000 Euro Kaufpreis gibt es 6.000 Euro bei Batterieflitzern und 4.000 Euro für Plug-in-Hybride. Kaufpreise zwischen 40.000 und 65.000 Euro werden mit 5.000 bzw. 4.000 Euro bedacht.

An der Prämie sind mehrere Punkte problematisch:

Titelbild: Sven Brandsma - CC0

von Benjamin Fuchs 

Jeder weiß: Unsere Arbeitswelt verändert sich radikal und rasend schnell. Nicht nur bei uns vor der Haustür, sondern auch anderorts. Wie können wir diese Veränderungen positiv gestalten und welche Anreize braucht es dafür? Genau darum geht es Benjamin, der erst Philosophie und Politikwissenschaft studiert hat, dann mehr als 5 Jahre als Journalist in Brasilien lebte und 2018 zurück nach Deutschland gekommen ist. Es gibt viel zu tun – also: An die Arbeit!

Themen:  Mobilität   Konsum   Klima  

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