Darum ist niemand zu alt zum Spielen

Du glaubst, Spielen sei nur was für Kinder? Dann solltest du unbedingt diesen Text lesen. Hier sind die besten Gründe, dein inneres Spielkind zu feiern.

13. November 2019  9 Minuten

Tausende Menschen bewegen sich durch die riesigen Hallen. Rechts und links der Gänge sitzen Menschen aus allen Altersgruppen an Tischen zusammen, auf denen bunte Würfel und Figuren stehen. Gemeinsam lassen sie sich geduldig Regeln erklären und stellen Nachfragen. Alter, Herkunft und Job sind heute egal, denn hier geht es nur um eines: das Spielen.

Dieses Jahr machten sich insgesamt 209.000 Menschen auf den Weg zur weltgrößten Spielemesse SPIEL in Essen – noch einmal 15.000 mehr als im letzten Jahr. Das ist Rekord. 1.500 Neuheiten wurden der spielbegeisterten Menge vorgestellt – so viele wie noch nie.

Doch obwohl scheinbar so viele Deutsche gern spielen, ist das Thema im Alltag hierzulande nur selten präsent. Nicht umsonst finden sich Spiele in Kaufhäusern in der Kinderabteilung, neben Playmobil und Puppen. Für Erwachsene, das scheint die Anordnung zu sagen, sei Spielen nichts. Denn Erwachsene machen Erwachsenendinge: Steuererklärungen, Arbeiten und hin und wieder den Rasen mähen.

Auch ich muss zugeben, dass ich sehr überrascht war, als mir mein Lebensgefährte erklärte, er würde sich jetzt regelmäßig mit Freunden treffen, um Die Herstellerseite zum Rollenspiel »Das Schwarze Auge« Das Schwarze Auge zu spielen, ein Pen-and-Paper-Rollenspiel. Sogenannte Pen-and-Paper-Rollenspiele (englisch »Tabletop role-playing game«) sind eine Mischung aus Brettspiel, Improvisationstheater und Geschichtenerzählen. Dabei nehmen die Spieler fiktive Rollen ein, ein Erzähler führt mithilfe einer Geschichte durch das Spiel und steuert die Herausforderungen in Form von Rätseln und Gegnern. Hauptspielmittel sind – genau – Stift und Papier. Der Einfluss der Rollenspiele auf die heutige Kultur sollte nicht unterschätzt werden und reicht von digitalen Spielen (»Dark Souls«, »World of Warcraft«) bis zu weltweit erfolgreichen Serien (»Game of Thrones«, »Stranger Things«).

Titelbild: unbekannt

von Lara Malberger 

Das Netz ist voller Tipps und Ratschläge – und Menschen, die damit ihre Probleme lösen wollen. Doch meistens gibt es nicht »die« eine richtige Lösung. Aber was ist sinnvoll? Und was kann weg? Um so nah wie möglich an eine Antwort heranzukommen, hat Lara Wissenschaftsjournalismus mit Schwerpunkt Biowissenschaften und Medizin in Dortmund und Digital Journalism in Hamburg studiert.

Themen:  Gesundheit   Psychologie  

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