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PD Daily 

In 30 Stunden um die Welt: So läuft eine Flugreise während der Pandemie

Wegen Corona sitzt er über Wochen in Australien fest. Als die Flugzeuge wieder abheben, ergreift er die Chance, wieder in die Heimat zu kommen – und erlebt kuriose 30 Stunden im internationalen Niemandsland.

7. Juli 2020  5 Minuten

Es ist ein kalter Juniabend in Sydney, der Winter macht sich langsam breit. Am Flughafen ist von der üblichen Betriebsamkeit keine Spur: Die Abflugtafel zeigt lediglich 2 Flüge an. Eine Handvoll Passagiere steht am Check-in. Sie wirken angespannt, in ihren Händen Pässe in allen Farben. Ich stelle mir vor, was sie bewegt hat, nun in den Flieger zu steigen, und werde aus den Träumen gerissen, als ich aufgefordert werde, meine Maske aufzusetzen. Sie wird mich die nächsten 30 Stunden begleiten.

»Willkommen bei Etihad! Wie fühlen Sie sich?«, fragt eine Dame mit Ganzkörperkittel und Schutzschild euphorisch, während sie den Passagieren ein Fiebermessgerät vor die Stirn hält. »Guten Flug!« Ihre strahlenden Augen verraten mir trotz Maske, dass sie lächelt. An Bord ist von Etihads eleganten Uniformen nichts mehr zu sehen; mit Kittel, Maske und Handschuhen machen die Flugbegleiterinnen den Eindruck, als könnten sie spontan am offenen Herzen operieren.


Statt eleganter Uniformen tragen die Flugbegleiterinnen derzeit weiße Kittel – als müssten sie gleich in den OP.

Quarantänezone – reihenweise leere Plätze im hinteren Teil der »Boeing 777«.

Titelbild: Sebastian Wirth

von Sebastian Wirth 

Sebastian Wirth ist freiberuflicher Journalist und Autor und lebt in Berlin. Er hat längere Zeit im Iran verbracht und spricht fließend Persisch.

Themen:  Gesellschaft   Mobilität  

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