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So beschwerst du dich richtig

Wer ständig jammert, gibt sich negativen Gefühlen hin und ist gestresst. Doch den Ärger herunterzuschlucken ist auch nicht wirklich besser. 4 Schritte zu einer besseren Beschwerdekultur.

20. Oktober 2020  5 Minuten

Wir alle kennen sie: die Person, die sich pausenlos beschwert und damit alle anderen nervt. Sei es der Kollege, der immer etwas zu Nörgeln findet, oder die Nachbarin, die bei jeder Begegnung ihrem Ärger über die Welt Luft macht.

Doch auch das andere Extrem, dass sich Freund:innen und Bekannte das Beschweren verbieten und alle Sorgen als Luxusprobleme weglächeln, gibt es oft. Die Begründung ist dabei immer die gleiche: Eigentlich darf ich mich ja nicht beschweren, es gibt ja Menschen, denen geht es viel schlechter als mir.

Das mag stimmen; es kann aber trotzdem guttun, anzuerkennen, wenn etwas nicht so läuft, und darüber auch mit anderen zu reden. Denn am Ende gilt fürs übermäßige Jammern dasselbe wie fürs Unterdrücken des Frusts, es ist schlecht für unsere körperliche und psychische Gesundheit.

Das Schlechte am Beschweren

Wenn wir jammern, geben wir uns unseren negativen Gefühlen und Gedanken hin. Dabei steigt der Cortisolspiegel, Cortisol gilt als Stresshormon und wird in der Nebennierenrinde produziert. Es aktiviert den Energiestoffwechsel und sorgt dafür, dass im Körper schnell Energie bereitgestellt wird, damit dieser auf körperliche und psychische Belastungen reagieren kann. Außerdem unterdrückt es die Schmerzreaktion und wirkt entzündungshemmend. Cortisol beeinträchtigt damit aber auch die Immunabwehr. wir empfinden Stress und sind all seinen

Mit Illustrationen von Mirella Kahnert für Perspective Daily

von Judith Braun 
Judith Braun ist promovierte Psychologin und lebt seit 2015 im Technik-Mekka Kaliforniens: dem Silicon Valley. Von dort aus nutzt sie ihr psychologisches Fachwissen, um nach Antworten auf die kleinen und größeren Fragen unserer Zeit zu suchen. Etwa, was Selbstoptimierung mit uns macht und wie gut oder schlecht sie wirklich für uns ist.
Themen:  Gesundheit   Psychologie  

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