Er ist wieder da: So sieht moderner Faschismus aus

So erkennst du ihn treffsicher in all seinen Formen.

11. November 2020  9 Minuten

Eine demokratische Wahl vor dem Ende ihrer Auszählungen abbrechen zu wollen und sich selbst zum Sieger zu erklären, widerspricht gelinde gesagt demokratischen Standards. Doch es entspricht ganz dem Stil von US-Präsident Donald Trump. Für Beobachter der US-Politik kommt ein solcher Winkelzug nicht überraschend.

Manche fanden bereits in der Vergangenheit deutlichere Worte für sehr extreme Forderungen Trumps, Hier ein trumpkritischer Twitterbeitrag von Joan Nooan etwa die, eine besondere Registrierung für Muslime in den USA einzuführen. Der US-amerikanische Kolumnist Jamelle Bouie verfasste kurz vor der diesjährigen Wahl den viel beachteten Artikel Jamelle Bouies Artikel »Donald Trump Is a Fascist« (englisch, 2020) »Donald Trump Is a Fascist«.

Und spätestens seit dem Tränengaseinsatz gegen friedliche Demonstrierende vor dem Weißen Haus, der Juristen und Bürgerrechtler weltweit entsetzt hatte, steht das F-Wort prominent im Raum. Nicht nur in den USA. Dabei kennen die meisten von uns das Wort »Faschismus« eher aus dem Geschichtsunterricht. Da ist etwa Italien 1925 oder Deutschland 1933 gemeint. Ist die Bezeichnung also vielleicht übertrieben?

Nein, ist sie nicht.

Der Faschismus braucht den Ausnahmezustand

In den letzten Wochen wurde ich immer wieder gefragt, ob es nicht überzogen sei, von modernem »Faschismus« zu sprechen – nicht nur auf Donald Trump bezogen, sondern auch im Hinblick auf das Verhalten so mancher Parteien und Kandidaten hierzulande. Daher möchte ich kurz skizzieren, was modernen Faschismus eigentlich ausmacht. Grundlage für die folgenden Betrachtungen ist die Lektüre zahlreicher Bücher, die sich mit dem Phänomen des modernen Faschismus auseinandersetzen. Besonders ans Herz legen kann ich das Buch Digitaler Faschismus: Die sozialen Medien als Motor des Rechtsextremismus bei Buch 7 »Digitaler Faschismus« der Forscher Holger Marcks und Maik Fielitz, das kürzlich im Dudenverlag erschienen ist.

Der AfD-Politiker Björn Höcke darf gerichtsfest als Faschist bezeichnet werden

Zentral für den Faschismus waren immer schon Erzählungen des Adornos Vortrag an der Wiener Universität über Faschismus und Rechtsextremismus (1967) »nationalen Niedergangs«, mit deren Hilfe sich faschistische Parteien gegenüber ihren Anhängern als Retter in der Not inszenieren. Schon der deutsche Philosoph Theodor W. Adorno sprach nach seiner Rückkehr aus dem Exil während der NS-Zeit von einem »unbewussten Wunsch nach Unheil«. Vor diesem Hintergrund sind also Aussagen mancher AfDler – der Wunsch sei insgeheim, dass es Deutschland schlecht gehe – wenig verwunderlich. Faschistische Akteure bauen ihre Propaganda auf dem Fundament der Angst auf. Krisen und Konflikte kommen da gerade recht. Nicht selten werden sie sogar bewusst heraufbeschworen.

Ist das schon Faschismus?

»Heil Trump. Heil unserem Volk! Sieg Heil!« Mit diesen Worten endete Richard Spencer, einer der Anführer der Alt-Right-Bewegung und in den USA bekannter Rechtsextremer, am 19. November 2016 eine Rede zum Wahlsieg Donald Trumps in der US-amerikanischen Hauptstadt Washington, D.C. Einige der jubelnden Anhänger antworteten mit dem Hitlergruß.

Dabei ist Faschismus etwas anderes als moderner Rechtsextremismus, auch wenn beide Ideologien viele Aspekte teilen und Schnittmengen haben.

Faschisten versprechen ihren Anhängern stets ein »Erwachen«, eine »Wiedergeburt« der vermeintlich »degenerierten« Nation. Hierzu bedürfe es jedoch außergewöhnlicher Anstrengungen. Mit einem solchen Framing »Framing« oder »Rahmung« ist ein Prozess der Einbettung von Ereignissen und Themen in ein bestimmtes Deutungsraster. Komplexe Informationen werden dadurch ausgewählt und so aufbereitet, dass ein bestimmter Blickwinkel vorherrscht, in dem ein Problem definiert, eine Ursache zugeschrieben und/oder eine moralische Bewertung stattfindet. durch Untergangsfantasien Wer einschlägigen Accounts der rechtsextremen Szene folgt, erhält dank dieser Untergangsfantasien den Eindruck, das Land stünde kurz vor dem Bürgerkrieg und die Hauptstadt Berlin versänke im Chaos. Auf Basis dieser verzerrten Wahrnehmung rufen Faschisten dazu auf, sich »das Land zurückzuholen«. lassen sich im nächsten Schritt selbst sehr radikale Maßnahmen rechtfertigen. Beispiele dafür gibt es heute genug:

  • Etwa die Erzählungen einer angeblichen »Genderverschwörung« zur »Zerstörung« der »klassischen« Familie.
  • Oder das exzessive Berichten über Verbrechen, bei denen Täter angeblich Migranten waren – und mit ihren »fremden« Werten das Heimatland angreifen.
  • Auch die »Knechtung der Nation durch fremde Mächte« oder ein »Verfall der Moral« durch liberale Kräfte im Inland sind mögliche Narrative.

Heilsversprechen und auch verzerrte Vorstellungen davon, wie etwa »die gute alte Zeit« war, können eine zentrale Rolle spielen. Der Motor dahinter ist eine tiefe menschliche Emotion: die Angst.

Nicht nur Faschisten arbeiten mit Verschwörungsmythen. Du willst verstehen, warum Menschen Angst vor 5G, Zwangsimpfungen und Mikrochips von Bill Gates haben? Dann lies dieses Interview:

Von Ängsten zu Gewalt

Bereits Benito Mussolini Mussolini war Politiker, Ministerpräsident und dann Diktator des faschistischen Regimes in Italien (1922–1943). 1883 in der Region Emilia Romagna geboren war er als junger Politiker zunächst in der Sozialistischen Partei Italiens aktiv und trat sogar als Kriegsgegner auf. Doch nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde er zum überzeugten Nationalisten: 1919 gründete er den rechtsgerichteten Verband »fasci di combattimento« mit, der nach den Wahlsiegen der Faschisten 1921 in die Nationalfaschistische Partei (PNF) umgewandelt wurde. Nur ein Jahr später drohte er mit Bürgerkrieg und Machtübernahme (»Marsch auf Rom«), woraufhin ihn König Viktor Emanuel III. eigenmächtig zum Ministerpräsidenten ernannte. In den folgenden Jahren erlangten die Faschisten in Italien eine 2/3-Mehrheit, bauten durch Terror ihre Diktatur weiter aus und verboten schließlich alle anderen Parteien. Auf dem Höhepunkt seiner Macht führte »Il Duce« unter anderem den Katholizismus als Staatsreligion in Italien ein, begann einen Eroberungskrieg im heutigen Äthiopien und näherte sich dem nationalsozialistischen Deutschland an. Mussolini schloss mit Hitler einige Bündnisverträge, 1940 trat Italien schließlich mit Deutschland und Japan gemeinsam in den Zweiten Weltkrieg ein. Während der Kriegsjahre war Italien zunehmend auf seinen Bündnispartner angewiesen, verlor bis 1944 aber immer mehr Gebiete an die Alliierten. Auf seiner versuchten Flucht wurde Mussolini am 28. April 1945 schließlich erschossen. soll der Meinung gewesen sein, mit Ängsten lasse sich besser Politik machen als mit Hoffnung. Ängste vor einem angeblichen »Bevölkerungsaustausch« oder »Volkstod« sind dabei keineswegs neue Erscheinungen. Es ist nicht mehr als ein Remix alter rechtsextremer und völkischer Narrative. Alter Wein in neuen Schläuchen.

»Digitaler Faschismus« ist der Titel des gerade erschienenen Buchs von Holger Marcks und Maik Fielitz. Darin zeichnen die beiden deutschen Konfliktforscher die Strukturen moderner rechtsextremer Netzwerke in der digitalen Welt nach. –

Die Konfliktforscher Holger Marcks und Maik Fielitz analysieren in ihrem Buch »Digitaler Faschismus« die Psychologie dahinter. Sie schreiben: »Die abstrakte Gefahr wird mit einer Gefahr für Leib und Leben verknüpft und erhält so eine emotionale Grundlage, auf der die Nation sich als existenziell bedroht erfahren kann – und auf der Fantasien des nationalen Erwachens blühen können.«

Es sind diese Erzählungen von einem angeblichen »Ausnahmezustand«, die eine Notwendigkeit konstruieren sollen, das Land von »feindlichen Elementen« zu »befreien«. Faschisten präsentieren sich dabei als Helden. Sie allein seien angetreten, um »Probleme« anzupacken, bei deren Lösung der Staat angeblich kläglich versagt. Und in diesem konstruierten »Endkampf« gegen den politischen Feind gelten die normalen Regeln nicht mehr. Moral und Recht sollen sich der faschistischen Notwendigkeitslogik beugen.

Indem man barbarische Feindbilder schafft, wird die eigene Barbarei gerechtfertigt. – Holger Marcks und Maik Fielitz in ihrem Buch »Digitaler Faschismus«

Darin schwingt auch die sozialdarwinistische Idee mit: Sozialdarwinismus ist die rechtsextreme Idee, das Volk als einen Körper zu begreifen. Sie ist eine simplifizierte und verzerrte Ableitung der Erkenntnisse Charles Darwins. Was der Naturforscher Darwin Ende des 19. Jahrhunderts als genetische Veränderungen verschiedener Tier- und Pflanzenarten beschrieben hat, wird im Sozialdarwinismus auf die Gesellschaft umgedeutet. Dabei sollen natürliche Abläufe als Erklärungen für soziale Prozesse herhalten – eine pseudowissenschaftliche Analogie, hinter der ein gefährlicher Gedanke steckt. Denn Sozialdarwinisten sehen in einer Gesellschaft nicht mehr das komplexe Zusammenspiel verschiedener Einzel- und Gruppeninteressen, sondern einen natürlichen, organischen Körper. Und ein Körper überlebt, indem er alles nicht Lebensfähige abstößt. Damit wird Gewalt gegen Minderheiten gerechtfertigt. Natascha Strobl skizziert hier, wie die extreme Rechte die Coronakrise nutzen will Der Stärkere setzt sich stets durch. Und der Zweck heiligt dabei die Mittel. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass so mancher Anhänger faschistischer Ideologien auch unlautere Mittel zur Manipulation der öffentlichen Meinung – wie etwa Aufrufe zur Erstellung von Fakeaccounts in sozialen Netzwerken – als gerechtfertigt einstuft.

Die Menschenrechte werden für den Kampf gegen den politischen Gegner außer Kraft gesetzt. Doch in dem alles überschattenden Narrativ von Untergang und Auferstehung stecken auch zahlreiche Widersprüche, die dem Faschismus zu eigen sind. Denn einerseits wird die eigene Gruppe als übermächtig dargestellt (um sich überlegen zu fühlen), andererseits werden Opfermythen konstruiert, die die vermeintliche »Notwehr« gegen politische Gegner und Feindbilder rechtfertigen sollen. Man ist sozusagen schwaches Opfer und starker Held zugleich. Je nach Situation werden die Perspektiven gewechselt.

Dies ist das Update des Faschismus im 21. Jahrhundert

Viele denken beim Begriff »Faschismus« an straff von oben herab organisierte Organisationen. Schließlich kennt jeder aus dem Geschichtsunterricht die Berichte darüber, wie die Nazis von Arbeitnehmerverbänden bis hin zur Kinderbetreuung ihre eigenen ideologisch-linientreuen Organisationen nach dem Führerprinzip aufgebaut haben.

Heute gibt es online aber eine Vielzahl verbundener Akteure, die gleichzeitig für sich beanspruchen, jeweils den »Volkswillen« zu kennen und zu vertreten. Das ist nur auf den ersten Blick ein Widerspruch, tatsächlich ist es ein Update. Eine Art dezentraler Faschismus, geeint durch gemeinsame Ideen und Plattformen. Hinter den Kulissen gibt es eine rege Vernetzung zwischen Influencern, Parteiakteuren und lokalen Gruppen. Auch ohne immer einer Meinung zu sein, sind sie sich in ihren Feindbildern einig.

Verschwörungsmythen erfüllen sowohl im modernen Rechtsextremismus als auch im Faschismus eine wichtige Funktion, um Feindbilder zu konstruieren. Das Narrativ eines großen Komplotts gegen die eigene Gruppe hat eine bedeutende Rolle bei der Mobilisierung von Anhängern und Stabilisierung von Gruppen inne. Das ist nichts Neues. Bereits für die NS-Propaganda war der Mythos einer »jüdischen Weltverschwörung« von zentraler Bedeutung. Denn wer kritische Medien und Wissenschaftler sowie Politiker anderer Parteien zum Teil einer großen Verschwörung erklärt, schafft nicht nur sehr wirkungsvolle Feindbilder. Insbesondere Verschwörungsmythen über die Presse erfüllen noch eine weitere Funktion: Anhänger werden gegen Kritik immunisiert.

Und das Ziel des Ganzen?

Faschisten wollen nach wie vor die absolute Deutungshoheit erringen. Und das Internet spielt heutzutage eine zunehmend große Rolle dabei.

Ist das schon Faschismus?

In Portland zerrten vermummte US-Beamte Demonstrierende in Autos ohne Nummernschilder und verfrachteten sie an einen unbekannten Zielort. Die Aktion geschah auf Anordnung der Regierung und gegen den Willen der Stadt und des Bundesstaates. Portland hatten dagegen Klage eingereicht.

Dem historischen Faschismus stand noch nicht das Internet zur Verfügung. Doch auch damals wurde systematisch auf neue und eigene Medien gesetzt. Der »Volksempfänger« (Radio) war für die NS-Propaganda ein unverzichtbares Mittel.

Bei der ideologischen Dauerberieselung der Bevölkerung wird alles, was der »heiligen Mission der nationalen Wiedergeburt« widerspricht, kurzerhand als Lüge, Verschwörung oder Verrat diskreditiert. Der Faschismus konstruiert sich so Stück für Stück seine eigene Realität. Fakten werden durch Mythen und gefühlte Realität ersetzt. Heute werden hierfür unter anderem soziale Medien genutzt.

Doch wer meint, soziale Medien würden die alleinige Schuld für das Erstarken faschistischer und rechtsextremer Gruppierungen tragen, irrt. Tatsächlich ist es kompliziert.

Was Donald Trump und die US-Medien uns über modernen Faschismus beibringen sollten

Faschisten sind auch deshalb mancherorts so erfolgreich, weil sie es immer wieder schaffen, ihre Gruppe online größer darzustellen, als sie ist. So wird Druck auf klassische Medien ausgeübt, über die jeweiligen Themen (samt gewünschtem Framing) zu berichten – oder aber die Berichterstattung anzupassen. So fordert die extreme Rechte in Deutschland etwa regelmäßig, die Herkunft von Tatverdächtigen zu veröffentlichen. Einige Redaktionen tun dies mittlerweile.

Klassische Medien werden damit ungewollt zu Helfershelfern.

»Jedes Zeitalter hat seinen eigenen Faschismus.« – Primo Levi, italienischer Holocaustüberlebender Auch der Erfolg von Donald Trump speist sich nur in Teilen aus eigenen Kanälen. Ohne die immense Sendezeit in klassischen Medien und die Unterstützung rechter Medienimperien hätte Trump es vor Jahren wohl kaum geschafft, zum Kandidaten gekürt zu werden. Oft heißt es, Trump mangele es an Intelligenz. Doch Fakt ist, dass er es wie kaum ein anderer versteht, auf der Klaviatur der modernen Aufmerksamkeitsökonomik zu spielen.

Ob Trump wohl tatsächlich an all das glaubt, was er seinen Anhängern erzählt? Ob er sich nur aus strategischen Gründen nicht von der radikalen Verschwörungssekte QAnon Einer der größten aktuellen Verschwörungstheorien aus den USA ging zuletzt Musiker Xavier Naidoo auf den Leim, wie ein tränenreiches Handyvideo vergangenen Monat zeigte. Naidoo glaubt, dass ein liberales, reiches Establishment Kinder in unterirdischen Bunkern gefangen halte, um an deren Blut zu gelangen, das wie eine Verjüngungskur wirken soll. Im Herzen der Verschwörungsidee steht der anonyme QAnon, der sich online als Militärinsider ausgibt und nun wissen will, dass das Coronavirus gar nicht wirklich existiert, sondern eine geheime Operation des US-Militärs zur Befreiung der Kinder und zur Verhaftung der Hinterleute sei. distanziert? Das sind gute Fragen. Vielleicht sind sie aber nicht so zentral, wie wir denken. Denn an der Spitze einer faschistischen Bewegung kann auch jemand stehen, der insgeheim all diese Strategien nur als Mittel zur Macht einsetzt. Klar ist: Respekt vor zentralen Werten und Institutionen der Demokratie ist nichts, was Donald Trump auszeichnet. Und das unterscheidet ihn auch von manch anderem republikanischen US-Präsidenten der Vergangenheit.

Das ist lupenreiner Faschismus

Trumps Ex-Berater Steve Bannon forderte kürzlich, den Kopf des US-amerikanischen Immunologen Anthony Fauci, der häufiger Trumps Coronastrategie kritisierte, auf einem Pfahl vor dem Weißen Haus aufzuspießen. Das solle eine »Warnung« an Bürokraten sein, die sich weigern, bei Trumps Politik mitzuziehen. Wer nicht mitmache, so Bannon, sei »gone«. Bei solchen Aussagen gibt es wenig Deutungsspielraum: So reden Faschisten.

Faschisten verstehen sich darauf, die Mechanismen der jeweiligen Zeit für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Das gilt sowohl für historische als auch moderne faschistische Gruppierungen. Der Kern bleibt der gleiche: Er ist zutiefst antidemokratisch – auch wenn manche Vertreter sich heutzutage gern als Verteidiger von Basisdemokratie inszenieren.

Eines der prominentesten zentralen Merkmale von Faschismus zu allen Zeiten ist es, die vermeintlich schweigende Mehrheit für sich zu reklamieren. Faschisten nehmen für sich in Anspruch, sie allein würden (unabhängig von Wahlergebnissen) den »wahren Volkswillen« repräsentieren. 4 Gründe, warum du den Begriff »Andersdenkende« mit Vorsicht verwenden solltest Andersdenkenden wird die Zugehörigkeit zum »homogenen Volk« hingegen kurzerhand abgesprochen.

Dahinter steht eine äußerst problematische Annahme: der Glaube, sowieso eine einzigartige Verbindung vom »Volk« zu haben, die allen anderen Parteien abginge. Weitergedacht bedeutet das: Es braucht keine demokratischen Wahlen mehr.

Letztendlich wollen Faschisten nichts Geringeres als eine Diktatur.

Mit Illustrationen von Mirella Kahnert für Perspective Daily

von Katharina Nocun 
Katharina Nocun ist Politikwissenschaftlerin, Netzaktivistin und Extremismusexpertin. Gemeinsam mit der Psychologin Pia Lamberty hat sie gerade das Buch »Fake Facts. Wie Verschwörungstheorien unser Denken bestimmen« veröffentlicht.
Themen:  Extremismus   Gesellschaft   Demokratie  

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