Reportage 

Was viele Palästinenser vom Arztbesuch abhält: 8 Meter Stahlbeton

Denn das nächste Krankenhaus liegt hinter der israelischen Sperranlage. Eine Geschichte über Angst, Fanatismus – und Ärzte, die sich davon nicht beeindrucken lassen.

29. Dezember 2016  17 Minuten

Kein Tag, an dem es nicht hart auf hart kommt – da unten, im sogenannten Nahen Osten, wo, seit ich denken kann, Krieg ist zwischen den Palästinensern und den Israelis. Wo von Abriss und Vertreibung die Rede ist, von Menschen, die mit Messern auf Soldaten losgehen, oder von Bomben, die explodieren und tödlich vergolten werden. Nach Jahrzehnten voller Berichte über Tote und Verletzte verliert die einzelne Nachricht ihren Schrecken und es bleibt Platz für die Frage, wie viel Menschlichkeit noch übrig ist.

I. Die Grenze

Es ist ein früher Morgen Anfang September. Am Checkpoint Zaytoun Der Checkpoint Zaytoune ist einer von 5 Terminals, über den die israelische Militärverwaltung den Zugang vom Westjordanland nach Jerusalem kontrolliert. strecken sich graue Betonwände mehrere Meter in die Höhe. Klein und hilflos wirken die Menschen, die hier vorbei eilen. Auf der palästinensischen Seite nähert sich eine zierliche junge Frau dem Checkpoint. Ihr bodenlanges Kleid schleift durch den Staub. Unter dem Hijab, der muslimischen Kopfbedeckung, perlen kleine Schweißtropfen. Schwankend, so wird mir ihr Mann Atallah die Situation später beschreiben, geht sie die letzten Schritte bis zu den Kontrollposten zu Fuß. Die junge Frau, die sich kaum aufrecht halten kann, heißt Yosra. Ihr Ehemann Atallah geht dicht neben ihr und passt seine Schritte ihrem Tempo an. Der Checkpoint, auf den sich das Paar zubewegt, ist dreckig und trostlos, ein unangenehmer Geruch liegt in der Luft. Wer gezwungen ist, diesen Weg zu nehmen, will hier schnell wieder weg. Immer wieder greift Yosra hilflos nach Atallahs Arm.

Atallah vor einem Wohncontainer in seinem Dorf – Quelle: Tatjana Mischke copyright

Als Atallah versucht zu rekonstruieren, was an jenem Morgen passiert ist, steht er etwas verloren in der Blechhütte und blickt ratlos um sich.

Yosras Schmerzen waren plötzlich und heftig gekommen. An diesem Morgen war sie aufgestanden und noch am Bett ohnmächtig zusammengebrochen. Hat wieder und wieder die Orientierung verloren. Atallah hat die erschrockenen Kinder in die Schule geschickt und anschließend versucht, Hilfe zu organisieren.

An dem Checkpoint, den Yosra und Atallah passieren müssen, sitzen junge israelische Soldaten hinter Panzerglas. Sie bleiben scheinbar reglos, während Atallah bettelt, dass seine Frau israelisches Gebiet betreten darf, um in das palästinensische Krankenhaus in Ostjerusalem Ostjerusalem umfasst die Altstadt von Jerusalem mit den heiligen Stätten der Juden und des Islams, ebenso wie die Gebiete östlich von Jerusalem. 1967 von Israel annektiert, ist der Status von Ostjerusalem bis heute umstritten. Die internationale Staatengemeinschaft erkennt die Annexion Jerusalems durch Israel bis heute nicht an. Das ist auch der Grund, weshalb die meisten internationalen Botschaften und auch zahlreiche Medienkorrespondenten in Tel Aviv sitzen. Es ist jedoch zu erwarten, dass die USA in naher Zukunft Jerusalem als Hauptstadt anerkennen und die Botschaft verlegen wollen: Das hat Donald Trump mit der Ernennung des Rechtsanwalts David Friedman zum Botschafter in Aussicht gestellt. zu kommen.

Das Al-Makassed-Krankenhaus ist nur 5 Kilometer entfernt, fast in Sichtweite. Es ist ein palästinensisches Krankenhaus und dennoch unerreichbar für die Bewohner des Westjordanlandes. Geografisch erstreckt sich das Gebiet auf rund 5800 Quadratkilometer, die zwischen Israel und Jordanien liegen. Das Westjordanland, Ostjerusalem und der Gazastreifen sind jene palästinensischen Gebiete, die im Sechstagekrieg im Juni 1967 von Israel besetzt wurden. Das Westjordanland ist seit dem Osloer Abkommen aus dem Jahr 1993 unterteilt in verschiedene Zonen. Zone A und B macht jeweils einen Anteil von rund 20% aus, während Zone C rund 60% umfasst. Dabei steht Zone A komplett unter Kontrolle der palästinensischen Autonomiebehörde; in B teilen sich beide Mächte die Befugnisse. Zone C wird von der israelischen Militärbehörde verwaltet und gehört nach israelischem Verständnis zum israelischen Staatsgebiet. In verschiedenen völkerrechtlich bindenden Resolutionen hat der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ein Ende dieser Besatzung gefordert.

Wer hier lebt, braucht eine zuvor schriftlich beantragte Genehmigung, Palästinenser mit einer West-Bank-ID sind durch die Genehmigungsauflagen in ihrer Bewegungsfreiheit ebenso eingeschränkt wie die Bewohner Jerusalems, die nicht in das Westjordanland reisen dürfen. Diese Einschränkung verstößt gegen Artikel 13 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. um den Checkpoint zu passieren. Bearbeitungsdauer: mehrere Wochen. In medizinischen Notfällen sind Ausnahmen möglich. Die israelischen Soldaten telefonieren. Ein Krankenwagen steht bereit, technisch ist der Vorgang möglich. Hinter der Grenze wartet Yosra – wieder und wieder von Schwindel und Übelkeit geschüttelt.

Die Prozedur an den Checkpoints hat sich in der Vergangenheit in zahlreichen Fällen als Todesfalle entpuppt. Rund 40.000 Palästinensern verweigerte die israelische Besatzungsmacht im Jahr 2013 das Betreten oder Durchqueren von israelischen Gebieten für eine medizinische Behandlung. Nach WHO-Angaben aus dem Jahr 2014 wurde rund 40.000 Palästinensern aus der Westbank der Zugang zu medizinischer Versorgung verweigert. Rechnet man verspätet bearbeitete Anträge und die abgelehnten Anträge aus Gaza hinzu, sind insgesamt 50.000 Menschen von der medizinischen Versorgung abgeschnitten. In den palästinensischen Gebieten fehlt es vor allem an Fachärzten. Chronische Erkrankungen wie Krebs oder Herzkrankheiten können nur außerhalb des Westjordanlandes behandelt werden. Wer im medizinischen Notfall zu lange warten muss, dessen Leben steht auf dem Spiel.

Während der Zweiten Intifada Das arabische Wort für »abschütteln« erklärt, was die Palästinenser mit ihren israelischen Besatzern im gewaltsamen Aufstand tun wollten. Auslöser war ein als Drohgebärde aufgefasster Besuch des israelischen Premiers Ariel Sharon auf dem Tempelberg in Jerusalem, geschützt von mehr als 1.000 Polizisten. Zwischen 2000 und 2005 verübten Palästinenser eine Reihe von Anschlägen. Die Auseinandersetzungen forderten das Leben von gut 1.000 Israelis und weit über 3.000 Palästinensern. in den Jahren 2000–2005 mussten mindestens 67 Frauen ihre Kinder an den Checkpoints gebären, weil ihnen die Durchreise zu einem palästinensischen Krankenhaus verweigert wurde. Fast in Sichtweite zum Krankenhaus wurden Kinder auf offener Straße geboren. Nachricht der BBC zu einem Report der UN (englisch) 36 dieser Kinder starben.

An jenem Morgen stehen die Krankenwagen auf der israelischen Seite bereit für einen Transport. Atallah kann sie sehen, als ihm die Entscheidung der israelischen Grenzsoldaten mitgeteilt wird. In diesem Moment sieht er dem israelischen Soldaten ein erstes Mal in die Augen. Das Urteil: Die Genehmigung für die Weiterreise aufgrund eines medizinischen Notfalls wird nicht erteilt.

Geteiltes Land: Im Vordergrund israelische Autos, im Hintergrund palästinensische Minarette – Quelle: Tatjana Mischke copyright

II. Die Soldaten

Der Checkpoint, an dem Atallah an diesem Morgen steht, ist Teil einer knapp 800 Kilometer langen Sperranlage. Die Sperranlage wurde von Israel entlang der Waffenstillstandslinie aus dem Jahr 1949 errichtet. Der Großteil der Anlage verläuft jedoch innerhalb des Westjordanlandes. Der Internationale Gerichtshof erklärt die Anlage im Jahr 2004 für nicht völkerrechtskonform. Teilweise Mauer, teilweise flexibler Zaun ist es vor allem der Ausdruck des israelischen Bedürfnisses nach Sicherheit. Die israelische Sicherheitsbehörde Shabak gibt an, dass die Zahl der terroristischen Anschläge seit dem Bau der Schutzanlage signifikant zurückgegangen sei.

Seit der Gründung des israelischen Staates im Jahr 1949 hat sich die Kluft zwischen Israelis und Palästinensern aufgetan und in Etappen Traurige Höhepunkte der Auseinandersetzungen waren die Erste (1987–1993) und Zweite Intifada sowie 3 Gazakriege (2008–2009, 2012, 2014) und der Sechstagekrieg (1967). Die Hoffnungen in den 1990er-Jahren nach dem Osloer Abkommen 1993 gelten mittlerweile als verflogen – die aktuelle israelische Regierung unter Benjamin Netanjahu rühmt sich als »Siedler-freundlichste Regierung« der Geschichte und schafft mit völkerrechtlich illegalem Siedlungsbau weiter Fakten. weiter vertieft. An den Grenzübergängen warnen rote Tafeln die Israelis vor dem Betreten der palästinensischen Gebiete: Todesgefahr. Einreise für Israelis verboten. »Vertraue niemals einem Araber. Sobald du dich umdrehst, erstechen sie dich.« Sprichwörter wie diese sind selbstverständlich in das Weltbild vieler Israelis übernommen worden.

Bei den zahlreichen Grenzübertritten versuche ich immer wieder mit den israelischen Soldaten ins Gespräch zu kommen. Sie sind wortkarg. In einem der kurzen Gespräche sagt einer von ihnen: »Ich kenne die Araber – die sind alle Terroristen. Alle!« Seit dem Jahr 2000 kamen laut Veröffentlichungen von B’Tselem B’Tselem ist eine israelische Nichtregierungsorganisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Menschenrechtsverletzungen in den besetzten Gebieten nachzuweisen. Sie wurde 1989 gegründet und wird hauptsächlich von ausländischen Regierungen finanziert, so beispielsweise von der EU, der Schweiz, Frankreich und den Niederlanden. insgesamt Zahlen der NGO B’Tselem zur I. Intifada 550 Israelis durch Terrorangriffe der Palästinenser ums Leben. Terror-Opferzahlen der »Jewish Virtual Library« Im laufenden Jahr 2016 wurden bisher insgesamt 16 israelische Zivilisten bei Angriffen getötet.

Unterwegs höre ich von Levi. Er ist Jude und in Tel Aviv aufgewachsen. Levi war 18 Jahre alt, als er zum Militär eingezogen wurde. 3 1/2 Jahre Dienst an seinem Volk waren ganz selbstverständlich. Für ihn genauso wie für seine gleichaltrigen Mitschüler. Heute ist er Mitte zwanzig und hat mehrere Monate Dienst in den besetzten Gebieten geleistet.

Auch Levi, der nicht mit seinem vollen Namen genannt werden möchte, hat das Bild vom mordenden Araber selbstverständlich übernommen.

Als ich ein Kind war, habe ich gerne meine Schwester geärgert und ihr zugerufen: Da hinten kommt der Araber. Sie hat dann geschrien und geweint vor Angst. Ich weiß nicht warum, aber es hat mir gefallen. – Levi

Während seines Militärdienstes musste Levi mit ansehen, wie palästinensische Kinder in den besetzten Gebieten gezwungen waren, sich stundenlang in der prallen Sonne aufzuhalten. Ohne Pause und ohne Wasser arbeiteten sie vom frühen Morgen bis in den Abend hinein. Wenn Levi heute davon erzählt, hört man an seiner Stimme, dass er das Gesehene am liebsten vergessen würde. Nach dem Erlebnis weigert sich Levi, weiter Dienst im Westjordanland zu leisten.

»Wer dem jüdischen Volk nicht dient, ist ein Verräter.« – Das denken viele Israelis, für die der Militärdienst eine wichtige Bürgerpflicht darstellt. Levi wurde zu 4 Wochen Militärgefängnis verurteilt, als er sich weigerte, Teil der Besatzung zu sein. Angesprochen, wie er die Zeit erlebt hat, zuckt er hilflos mit den Schultern. Nicht die Wochen im Militärgefängnis waren schwer. Am schwersten war es, die Entscheidung seinen Freunden und seiner Familie mitzuteilen. Seine Stimme wird leise, als er erzählt, wie er lange er mit sich gerungen habe, bevor er es gewagt habe, sich seiner Familie zu offenbaren.

Die Angst vor der Vernichtung sitzt aufgrund des Holocausts (Juden verwenden hierfür lieber den Begriff »Schoah«) tief. Die Familie und die Freunde reagierten mit Unverständnis auf Levis Entscheidung, die Grenzen Israels nicht weiter gegen die Palästinenser zu verteidigen.

An jenem Morgen im September sind es junge Soldaten, wie Levi damals unter 20, die Atallahs Angaben überprüfen.

An jenem Morgen muss ein junger Soldat entscheiden, ob Atallah eine Bedrohung für die Israelis sein könnte. Auch wenn es offiziell nicht bestätigt wird, höre ich mehrfach von Angehörigen des israelischen Militärs, dass eine »Blacklist« geführt wird. Wer politisch auffällig geworden ist, hat es schwer, eine Einreisegenehmigung nach Israel zu bekommen. Das betrifft vor allem Männer im Alter von 18–40 Jahren. Laut WHO-Bericht aus dem Jahr 2013 werden 25% der Anträge auf Einreise zum Zweck der medizinischen Versorgung aus Sicherheitsgründen abgelehnt.

Liegen Informationen gegen Atallah vor, die Anlass geben, ihm die Durchreise zu verweigern? Ist Atallah womöglich ein Terrorist, vor dem sich die Israelis schützen müssen? Hat er deshalb keine Einreisegenehmigung bekommen?

In Atallahs Beduinendorf ist bereits illegal, ein Zelt aufzustellen – Quelle: Tatjana Mischke copyright

III. Das Beduinendorf

Als Atallah mir seine Geschichte erzählt, ist er bereits in sein Dorf Jabal Al-Baba zurückgekehrt. Insgesamt 5 Stunden war er an jenem Morgen unterwegs, bis er seine Frau letztlich in ein Krankenhaus bringen konnte. Jetzt ist Yosra im Krankenhaus von Ramallah – 2 Autostunden entfernt. Eine Diagnose gibt es noch nicht. Nüchtern und emotionslos zieht Atallah das Resümee nach diesem Morgen: »Eines wissen wir sicher: Wenn einer von uns einen Unfall hat, werden wir sterben. Sie werden uns nicht ins Krankenhaus lassen.«

Warum wurde die Durchreise verweigert? Atallah führt mich durch Jabal Al-Baba und versucht, alles zu erklären. Die Mauer, die hier willkürlich von den Israelis errichtet wurde, reglementiert das Leben der 40 Familien, die als Teil des Beduinenstammes Jahalin Die in den 1950er-Jahren aus dem Tal Arad (Tel Arad) des Negev vertriebenen Beduinen siedelten sich laut B’tselem als Flüchtlinge östlich von Jerusalem an. Sie schlossen Verträge mit den palästinensischen Grundbesitzern für das Gebiet, in dem später die Siedlung Ma’ale Adumim errichtet wurde. Seit dem Sechstagekrieg 1967 und der Besetzung der Gebiete durch das israelische Militär wurde die Bewegungsfreiheit der nomadischen Völker immer weiter eingeschränkt. in den 1950er-Jahren aus den Gebieten der Wüste Negev Die Wüste Negev umfasst rund 60% des Staates Israel. Erste Zeugnisse menschlicher Besiedlung stammen von Nomaden aus der Zeit vor 7000 Jahren. Während des Palästinakrieges im Jahr 1948 wurden 80% der arabischen Beduinenstämme in das Westjordanland umgesiedelt. Den verbleibenden 11.000 Beduinen wurden reservatähnliche Gebiete im Nordosten der Wüste Negev zugewiesen. Bis heute vervielfachte sich die Population in diesen Gebieten auf rund 200.000 Beduinen. Durch zahlreiche Beschränkungen ist es den Beduinen kaum möglich, ihrer traditionellen Lebensweise als Nomaden nachzugehen. vertrieben worden sind. Das Leben ist entbehrungsreich, auch weil die traditionellen Einkünfte der Beduinen in den vergangenen Jahren immer weiter eingeschränkt wurden. Seit die israelische Militärbehörde das Weideland besetzt hält, sind Landwirtschaft und Viehhaltung kaum mehr möglich. Zwangsläufig musste die Anzahl der Ziegen reduziert werden und in der Folge gehen die Einkünfte der Beduinen weiter zurück.

In dem staubigen Hügelland stehen weit verstreut ärmlich aufgebaute Baracken. Nur wenige Bäume haben es geschafft, in dem kargen Untergrund Wurzeln zu schlagen. Straßen gibt es nicht. Auch keine Wasserleitung und keine Stromleitung.

Der Druck auf die Region hat jedes Jahr weiter zugenommen. Grund hierfür ist die immense strategische Bedeutung, die diese rund 12 Quadratkilometer große Region für die Israelis hat. 1975 wurde hier mit 23 Familien die Siedlung Ma’ale Adumim gegründet. Heute ist diese auf 35.000 Einwohnern angewachsen und eine der größten Siedlungen im Westjordanland. Bericht des Monitoring-Projekts »Poica« (englisch) Der Bebauungsplan E1 sieht vor, dass Ma’ale Adumim noch weiter ausgebaut wird. Damit wäre das Westjordanland faktisch zweigeteilt und die Aussicht auf einen souveränen Staat Palästina weiter untergraben.

Beim israelischen Militär gibt es eigene Einheiten zur Zerstörung palästinensischer Häuser – Quelle: Tatjana Mischke copyright

Für die Hütten in Atallahs Dorf liegt aufgrund des geplanten Ausbaus der Siedlung seit einigen Jahren ein Abrissbescheid Die Abrissbescheide, sogenannte »Demolition orders«, werden von der israelischen Militärbehörde ausgestellt. Nach internationalem Recht sind die Zerstörung von Vermögensgegenständen und die Zwangsumsiedlung geschützter Personen verboten. Die Legitimation der israelischen Regierung für die Abrissbescheide ist, dass die meisten Gebäude ohne Baugenehmigung gebaut wurden. Allerdings ist es für die Palästinenser fast unmöglich, eine Baugenehmigung zu bekommen. Das Büro der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (UNOCHA) berichtet, dass in den Jahren 2010–2013 fast 97% der von Palästinensern eingereichten Bauanträge abgelehnt wurden. der israelischen Militärbehörde vor. 37 Mal sind die israelischen Soldaten in den vergangenen 2 Jahren angerückt und haben die Häuser zerstört. Sie kommen mit Bulldozern. Sie arbeiten schweigend und zerstören die Häuser. Zurück bleiben Frauen und Kindern ohne Obdach. Seit die Soldaten auch das Baumaterial abtragen, ist es noch schwieriger geworden, die Häuser hinterher wiederaufzubauen. Die EU hatte Blechhütten gespendet. Aber auch die wurden von den Israelis zerstört.

Atallah Mazara’a wurde von seiner Gemeinschaft zum Chef gewählt, weil er sich engagiert und friedlich Widerstand leistet. Er hat Presse organisiert. Der arabische Sender Al Jazeera über Jabal Al-Baba (englisch) Verschiedene Zeitungen berichteten über die Zerstörung der Wohnhäuser. Heute liegt der Bebauungsplan vor allem aufgrund der internationalen Proteste brach. Seitdem ist Atallah eine Bedrohung für das israelische Volk.

Währenddessen breitet sich am Horizont die Siedlung Ma’ale Adumim weiter aus. In der drittgrößten israelischen Siedlung mit knapp 40.000 Einwohnern blühen die Vorgärten. Schwimmbäder und künstliche Teiche lassen die Wasserknappheit im wenige Meter entfernten Beduinendorf vergessen.

Durch die finanzielle Unterstützung der israelischen Regierung ist der Wohnraum in den Siedlungen viel günstiger als in den übrigen israelischen Gebieten. Es sind überwiegend junge jüdische Familien, die die vielen ökonomischen Vorteile gern nutzen und die sich entscheiden, in einer sauberen Umgebung zu leben.

Die wenigen Jobs, die den Beduinen aus dem Westjordanland noch ein Einkommen ermöglichen, finden sich im Baugewerbe. Oft müssen die Beduinen mithelfen, Siedlungen auszubauen, die ihnen den eigenen Lebensraum abgraben. Eine teuflische Situation.

Freiwillig verlassen will Atallah sein Dorf nicht. Sein Leben ist politisch geworden. »Dass wir leben, ist unser Widerstand. Wir brauchen keine Waffen – solange wir leben und solange wir atmen, ist das unser Widerstand.«

Während Atallah spricht, baut er die Zelte für das Hochzeitsfest am nächsten Tag auf. Stolz zeigt er auf sie, die aus den traditionellen Stoffen der Beduinen sind. Die Zeit drängt. Stehen die Zelte zu lange, werden sie von den Israelis geräumt. »Wir haben nur die Erlaubnis für eine bestimmte Anzahl von Häusern. Wenn wir die Hochzeitszelte aufbauen, überschreiten wir die Anzahl der genehmigten Gebäude. Dann kommen die Israelis und reißen alles nieder.«

Auch das: illegal. Nicht genehmigt. Eine Hochzeit wird zu einem politischen Akt. Feiern wird aktiver Widerstand. In dieser Nacht ist die festliche Hochzeitsbeleuchtung auch vom nahen Jerusalem aus noch lange zu erkennen.

Trennung nach Religionen: An der Klagemauer (unten) treffen sich Juden zum Gebet; das Plateau des Tempelbergs ist den Muslimen vorbehalten. Zweimal täglich (Wochenenden und Feiertage ausgenommen) werden Touristen über einen Holzsteg (rechts im Bild) nach oben gelassen – Quelle: Tatjana Mischke copyright

IV. Jerusalem

Jerusalem – die umkämpfte, die Heilige Stadt. Hier stehen auf wenigen Metern nebeneinander die größten Zeugen der Religionen: der Tempelberg mit Felsendom Auf dem Tempelberg gelegen, ist der Felsendom mit seiner goldenen Kuppel der älteste Sakralbau des Islams. Im jüdischen Glauben spielt der Tempelberg ebenfalls eine wichtige Rolle, da sich hier der Tempel Salomons befand und bis heute die Annahme besteht, dass sich die Bundeslade und die Steintafeln mit den 10 Geboten im Inneren des Berges befinden könnten. und al-Aqsa-Moschee Die ebenfalls auf dem Tempelberg gelegene al-Aqsa-Moschee gibt die erste von 2 Gebetsrichtungen im Islam an und ist eine der drei wichtigen Moscheen, zu denen die Anhänger des Islams reisen sollten. und die Klagemauer. Die Klagemauer wenige Meter unterhalb des Felsendoms ist die heiligste Stätte im jüdischen Glauben. Wörtlich aus dem Hebräischen übersetzt heißt sie »Westliche Mauer« und ist der westliche Teil des Zweiten Jerusalemer Tempels, der auf den Ruinen des Tempels von Salomo erbaut wurde. Dieser Tempel stellte im jüdischen Glauben den Ort dar, an dem Gott zu den Gläubigen kommt. Aus dieser Überzeugung resultiert der Brauch, kleine Gebetszettel in die Mauerritzen zu stecken, auf denen die an Gott gerichteten Wünsche der Gläubigen verzeichnet sind. Hier konkurrieren nebeneinander Judentum, Islam und Christentum um die Legitimation ihrer Ansprüche.

Ich bin mit Eddie verabredet. Der orthodoxe Jude will mich an der Klagemauer treffen und mir sein Jerusalem zeigen. Auf dem Weg zu dem Treffen nehme ich ein Taxi. Der Taxifahrer ist Palästinenser. »Steigen Sie ein, Madame!« Noch bevor ich den Fahrer richtig sehen kann, schlägt mir der aggressive Tonfall seiner Stimme entgegen. Die unerwartet direkte Ansprache lässt keine Zeit für die Überlegung, ob ich das Taxi wechseln sollte. Die Tür ist noch nicht ganz geschlossen, und die Fahrt in Richtung der Jerusalemer Altstadt beginnt genauso turbulent wie das Gespräch. »Sie sind Europäer – ich glaube, Sie sind aus Deutschland.« Da es offensichtlich sinnlos ist, das zu leugnen, überlasse ich es meinem Gesprächspartner, wie er mein kurzes Nicken interpretiert, während wir uns mit hohem Tempo über die Stadtautobahn bewegen.

Die Israelis kamen hierher als Touristen und dann sind sie geblieben. Sie haben uns das Land und das Recht genommen. Sie sollen zurück nach Europa gehen. Sie sollen zurück nach Deutschland gehen. Meine Familie lebt hier seit 1.000 Jahren. Mein Familienstammbaum lässt sich zurückverfolgen. Der Stammbaum der Israelis ist 60 Jahre alt. Was wollen sie hier?

Die Wucht und Unmittelbarkeit seiner Worte hat die Kraft von Gewehrsalven. Eine Frage wage ich noch, bevor ich aussteige: Ob er Israelis kennt und was er von ihnen weiß. Nach einer Pause antwortet er: »Nein, ich kenne keine und will auch nichts von ihnen wissen.«

Die Klagemauer, hier der Gebetsbereich wie Männer, gilt als wichtigster Gebetsort des Judentums – Quelle: Tatjana Mischke copyright

Vor der Klagemauer steht ein Mann. Mit den Schläfenlocken, der Kippa und ganz in schwarz gekleidet, verschwindet er an diesem Freitag fast in der Masse der Menschen, die sich zum Gebet versammeln. Nur der Adidas-Schriftzug auf seinem T-Shirt unterscheidet Eddie deutlich von seinen Glaubensgenossen. Ich frage mich, welche Rolle westliche Werte in seinem religiösen Leben spielen. Gemeinsam gehen wir durch ein Labyrinth von kleinen und großen Gassen in Richtung Damaskustor.

Wer an der Klagemauer betet, wäscht sich zuvor in festgelegter Abfolge Hände und Gesicht – Quelle: Tatjana Mischke copyright

Hier reiht sich dichtgedrängt ein Laden an den nächsten. Jedes Kellerfenster wird ausgenutzt, um Waren aller Art feilzubieten. Aus einem fahrbaren Untersatz heraus werden uns Falafel angeboten. Der Geruch von Weihrauch und den verlockendsten orientalischen Gewürzen hängt in der Luft und überfordert meine europäische Nase. Ein friedliches Treiben, durch das Eddie und ich uns einen Weg bahnen, während Eddie beteuert, dass er nichts gegen Palästinenser habe. Wirklich nicht. Aber auch hier löst meine Frage, was er denn von den Palästinensern wisse, Unverständnis aus. Das Gespräch stockt. Bis es aus ihm raus platzt:

Eines Tages gehört ganz Jerusalem den Juden. Das ist Gottes Wille. Der einzige Grund, weshalb wir die Araber nicht wegbomben, ist wegen der internationalen Gemeinschaft. Die wollen nicht, dass wir das tun. Trotzdem wird es so kommen. – Eddie

Während er das sagt, bleiben wir an einem der Souvenirläden stehen. Hinter dem Tresen 2 arabische Händler. Sie halten sich ungewöhnlich ruhig im Hintergrund, solange ich in Begleitung des jüdischen Fremdenführers die Auslage betrachte.

»Eines Tages gehört ganz Jerusalem den Juden.« Während Eddie den Satz langsam wiederholt, überlege ich, ob der arabische Händler hebräisch spricht und die Provokation versteht. Ich glaube, Misstrauen in seinem Blick zu entdecken. Die Idee von einem friedlichen Zusammenleben der Weltreligionen in der Heiligen Stadt scheint mir in diesen Moment in weite Ferne gerückt.

V. Die Ärzte

Es ist Samstagmorgen. Eine Gruppe von 20 jüdischen Ärzten trifft sich in Jerusalem. Sie sind Teil jener linksliberalen israelischen Gruppe, die sich aktiv gegen die Besetzung der palästinensischen Gebiete engagiert. Wie jeden Samstag seit 20 Jahren ist ihr Ziel das Westjordanland, um dort jenen Palästinensern zu helfen, die als der größte Feind Israels gelten: Palästinensische Männer unter 50 – kampfbereit, um gegen die Israelis Waffen zu feuern.

Wenn die israelischen Ärzte der Organisation Physicians for Human Rights Freunden und Verwandten von ihrer Arbeit erzählen, ernten sie oft Unglauben und Angst. Es kommt in der Wahrnehmung zahlreicher Israelis einem Selbstmord gleich, die palästinensischen Gebiete freiwillig zu betreten.

Das Ziel der heutigen Fahrt ist ein Dorf in der Nähe von Bethlehem. Während wir die Stadtgrenze von Jerusalem in Richtung Süden passieren, unterhalten sich die Ärzte, die diese Fahrt seit vielen Jahren machen, entspannt und gelöst.

Ilan Gull ist Gynäkologe und einer der Ärzte, die die Nichtregierungsorganisation vor 20 Jahren gegründet haben. Damals hat er den ersten Dienst im Gazastreifen absolviert. Ruhig erzählt er von den unzähligen palästinensischen Bewohnern des Gazastreifens, denen auf israelischen Befehl hin Arme und Beine gebrochen wurden. Sein Urteil fällt unparteiisch aus:

Wir leben in einem Ort mit 2 Parteien. Beide sagen, dass sie die Opfer sind. Die einen wollen nicht verstoßen werden, die anderen wollen die alten Zeiten zurück. Was beiden gemeinsam ist: Man kann Tausende Menschen töten und sich als Opfer fühlen. Doch alles, was stirbt, ist der Gedanke des Humanismus. – Dr. Gull

Während der zweistündigen Fahrt hat sich die Landschaft vor dem Fenster gewandelt. Statt der gepflegten Großstadtkulisse passieren wir jetzt Bauruinen, vor denen sich Müllberge sammeln. Die ausgebauten Straßen sind Schotterwegen und Schlaglöchern gewichen. Endlich erreichen wir den Marktplatz von Rakhma. Hier dient heute ein heruntergekommenes Schulgebäude als Arztpraxis. Hunderte Palästinenser haben an diesem Morgen 4 Stunden gewartet, bevor der Bus mit den israelischen Ärzten ankommt. Als wir aussteigen, schlägt uns ohrenbetäubender Lärm entgegen. Kinder rennen auf uns zu, schreien und tanzen um uns herum.

Sprechstunde im Klassenzimmer: Oz Bleich wartet auf seine Patienten – Quelle: Tatjana Mischke copyright

Sogar palästinensische Ärzte kommen nur alle paar Wochen in das Dorf. Ein israelischer Arzt ist hier eine Sensation. Von Misstrauen oder Angst ist auf beiden Seiten keine Spur. Für sie, die israelischen Ärzte, die bestens ausgestattete Praxen gewohnt sind, sind allein die äußeren Umstände eine Herausforderung. Alte Bänke und viel zu kleine Kinderstühle werden zusammengeschoben. Aus dem Rucksack wird eilig das Nötigste herausgeholt: Ein Stethoskop, ein Holzspatel. Das Handy dient als Lichtquelle. 10 Arztpraxen werden so in Windeseile hergerichtet. Die Patienten können kommen. In einem der Klassenzimmer sitzt Oz Bleich, ein junger Arzt aus Tel Aviv. Er schießt Fotos mit dem Smartphone. »Ich mache das für meine Kinder, die glauben mir sonst nicht, wie es hier ausschaut.«

Die Behandlungsgespräche werden von einem Dolmetscher übersetzt – Quelle: Tatjana Mischke copyright

Heute sind es die alten Männer der Beduinengemeinde, die sich das Recht herausnehmen, zuerst bei dem israelischen Arzt vorsprechen zu dürfen. Seit einer halben Stunde sitzt der Chef der Beduinen vor Oz Bleich, ein Dolmetscher übersetzt sein Arabisch ins Hebräische. Nach einer wortreichen Ausführung stellt sich raus: »Die Nasenwände sind trocken.« Der Dolmetscher schaut etwas pikiert in meine Richtung. »Wir versuchen ihm jetzt zu erklären, dass auch unsere Nasenwände in der Wüste trocken sind.«

Das Gespräch dauert noch weitere 10 Minuten. Arzt und Dolmetscher ist anzumerken, dass sie langsam die Geduld verlieren. Draußen auf dem Flur warten Kinder mit schweren Krankheiten. Die jüdisch-israelischen Ärzte sind am Ende der Sprechstunde einig, dass sie alle heute besonders viele sogenannte Social Treatments haben leisten müssen. Das sind jene nur scheinbar sinnlos langen Gespräche, in denen vordergründig keine Krankheiten behandelt werden, sondern nach langen Gesprächen Nasenspray für trockene Nasen ausgegeben wird. Die Sprechstunde von Ilan Gull ist heute noch nicht beendet, als seine Kollegen schon die Taschen in den Bus packen und sich für die Rückfahrt bereitmachen:

Was wir in diesen Sitzungen behandeln, ist die schlimmste Krankheit der israelischen Gesellschaft: das Scheitern der Menschenrechte. Mit dem Maß der Gewalt, die wir der palästinensischen Bevölkerung zugefügt haben, haben wir gleichzeitig ein nie dagewesenes Ausmaß an Gewalt in der israelischen Gesellschaft und den israelischen Familien zugelassen. Zu erleben, dass wir Menschen sind, ist vielleicht die wichtigste Erfahrung, die wir bei diesen Sitzungen machen können. – Ilan Gull

Mit mehreren Stunden Verspätung macht sich der Bus auf den Rückweg nach Jerusalem. Die Strecke führt durch weit abgelegene Gebiete, in denen sich die Lebensbedingungen immer weiter verschlechtern. Auch hier: Am Rande der blühenden israelischen Siedlungen darben palästinensische Dörfer.

Im Bus herrscht Schweigen. Alle sind erschöpft. Auch erschöpft von der bedrückenden Hoffnungslosigkeit und der Konfrontation mit einem Konflikt, der nicht lösbar ist. Ilan Gull schaut aus dem Fenster, während er stockend spricht.

Ich bin Arzt, ich bin Humanist. Die Menschen, die meine Hilfe suchen und vor mir sitzen, sind alle gleich. Ich sehe, wie ähnlich sich Menschen in ihrem Bedürfnis nach Freiheit und Unversehrtheit sind. Für mich ist es ein unendlicher Schmerz zu sehen, dass Politiker und Religionsführer nicht das sehen können, was ein Arzt sieht: Wir teilen dieselben Bedürfnisse. – Ilan Gull Der Bus fährt in Richtung Jerusalem. Als wir uns der Sperranlage nähern, steigt bei allen Beteiligten noch einmal die Anspannung. Der Weg von Israel hinein in das Westjordanland ist meist problemlos möglich. Auf dem Rückweg jedoch müssen sich mitunter auch die israelischen Ärzte einer Kontrolle unterziehen. Heute haben wir Glück. 2 Soldaten besteigen den Bus. Mit einer kurzen Erwiderung, dass alle Anwesenden Israelis seien, geben sie sich zufrieden und winken den Bus durch die Kontrolle. Ilan Gull ist der einzige im Bus, der noch spricht:

Es sind erst die Religion und die Politik, die behaupten, dass ein Mensch mehr wert sei als ein anderer. Von einer Lösung in dem Konflikt sind wir weiter entfernt denn je. Sollen wir unsere Arbeit deshalb aufgeben? Das würde bedeuten, das Scheitern der Menschenrechte zu akzeptieren. Wir müssen die Spannung aushalten und uns fragen, wie wir es lernen können, das Fremde als gleichberechtigt zu akzeptieren. – Ilan Gull

Die Sonne geht langsam unter, als wir in Jerusalem ankommen. In der Abenddämmerung zeichnet sich die Silhouette der Stadt gegen den dunklen Nachthimmel ab. Beim Aussteigen fällt mein Blick auf eine Zeitungsschlagzeile, die berichtet, dass es im Laufe des Tages neue Anschläge in Jerusalem gegeben habe. Es ist noch ein weiter Weg. Aber nächsten Samstag fährt der Bus der Physicians for Human Rights wieder in das Westjordanland.

Eingemauerter Konflikt: Ein Motiv des Graffitikünstlers Banksy in Bethlehem – Quelle: David Ehl copyright

Titelbild: David Ehl - copyright

von Tatjana Mischke 

Tatjana Mischke studierte Regie am Mozarteum Salzburg. Für Film und Fernsehen erstellt sie Reportagen und Dokumentationen unter anderem für WDR und Arte. Außerdem arbeitet sie für Theater und deutschsprachige Bühnen wie das Nationaltheater Mannheim, Kaserne Basel, Kammerspiele Hamburg und Residenztheater München, wo sie sich in Texten und Performances mit der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Situation und dem Engagement zivilgesellschaftlicher Akteure auseinandersetzt

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