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Mit welchen Tricks die News deine Aufmerksamkeit stehlen

Neugier ist menschlich. Sie zu manipulieren ist ein profitables Geschäft. So kannst du dich wehren

21. Januar 2021  12 Minuten

Hast du das Gefühl, dass sich jede Woche wie eine neue Krise anfühlt – und das seit Monaten?

Ja, wir auch.

Natürlich leben wir gerade in Zeiten einer globalen Pandemie. Und allein dadurch wird das vergangene Jahr 2020 bei vielen wohl eher übel in Erinnerung bleiben. Auch die ersten Wochen 2021 hielten schon mehrere Regierungscrashs in der EU Das waren Estland, die Niederlande und Italien. und einen gewaltsamen Putschversuch in den USA für uns bereit.

Das alles sind Fakten, wovor wir die Augen nicht verschließen sollten.

Doch immer häufiger lassen Nachrichten Menschen mit einem anderen Gefühl zurück: Überforderung. Einerseits liegt dies an einer Informationsflut, die kaum noch zu bewältigen ist. Andererseits hat mit den Nachrichten ein permanenter Ausnahmezustand in unseren Köpfen Einzug gehalten. Dabei sollten sie doch eigentlich dabei helfen, die Welt zu ordnen, zu verstehen und am Ende gut informierte Entscheidungen zu treffen …

Doch Nachrichten von heute haben noch ein anderes Ziel. Im Internetzeitalter ringen alle Medien um ein rares Gut der Menschen: ihre Aufmerksamkeit. So ähnelt ein Blick in die Medien dieser Tage eher dem in ein überfülltes Lebensmittelregal, in dem schrille Etiketten mit reißerischen Botschaften miteinander wetteifern: »Brandneu«, »Lebenswichtig für dich«, »Nur wir machen satt«, »Glaub nicht den anderen«. Verständlich, wer da den Überblick verliert oder abstumpft und resigniert.

Neu ist dabei, dass dieses übersättigte, nervöse System nun auf einen echten, globalen Ausnahmezustand trifft – und diesen mit den eigenen Methoden noch verstärkt. Höchste Zeit, das Spiel der Aufmerksamkeitsökonomie zu durchschauen – und sich zu wehren.