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Essay 

Warum du glaubst, dass du zu wenig Zeit hast, und wie du dich endlich von diesem Denken befreist

Wir ertragen den Stillstand nur schwer, weil wir so wenig Zeit, aber so viele Ziele haben. In diesem Text lernst du das Denkmuster kennen, das unser Leben bestimmt – und wie wir es überwinden.

1. März 2021  19 Minuten

In meiner Kindheit habe ich früh gelernt, dass die Welt kein friedlicher Ort ist. Ich habe das nicht auf der Straße gelernt, auf der ich mit meinen Freunden spielte, nicht im Wald, wo wir Verstecke bauten, nicht auf dem Fußballplatz, wo wir gegen die Jungs aus der Nachbarsiedlung antraten. Ich erfuhr es jeden Abend, wenn in unserem Wohnzimmer die Nachrichten liefen, die immer wieder Bilder von Krieg, Hunger und Gewalt zeigten. Panzer fuhren auf unbefestigten Straßen durch zerstörte Dörfer, Kinder hungerten und konnten nicht in die Schule gehen. Nichts verband mich mit ihnen, doch durch sie verstand ich, dass die Welt gefährlich ist.

Die Nachrichten gingen vorüber. Am nächsten Tag ging ich in die Schule, spielte Fußball und lief im Wald herum. Hier deutete nichts darauf hin, dass irgendetwas auf diesem Planeten nicht stimmen könnte. Ich war in Sicherheit.

Immer mehr Menschen begreifen, dass wir etwas zu verlieren haben.

Die beiden existenziellen globalen Krisen unserer Zeit, die Pandemie und der Klimawandel, zeigen uns, dass vieles, was uns als selbstverständlich erscheint, auf dem Spiel steht. Wie es um den deutschen Wald steht, beschreibt unser Gastautor Felix Franz in diesem Text Wenn ich heute in den Wald gehe, sehe ich umgeknickte und kahle Bäume, aufgestapelte Stämme, ganze Flächen, die gerodet wurden. Mehr Informationen zur Lage der deutschen Wälder im aktuellen Waldzustandsbericht (2021) Noch nie ging es den Wäldern in Deutschland so schlecht. Bäume sterben und mit ihnen ein Sehnsuchtsort.